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Italien - Weinbauland


Inhaltsverzeichnis

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Italien zählt wie Frankreich, Spanien oder Deutschland zu den bedeutendsten und traditionsreichsten Weinanbauländern der Welt. Alle der 20 italienischen Provinzen verfügen über Rebflächen. Die Gesamtrebfläche Italiens beträgt etwas mehr als 700.000 ha. Jährlich werden an die 45 Mio. hl Wein hergestellt.



Geschichte

Bereits in der Antike im Römischen Reich waren der Anbau und der Konsum von Wein in Italiens Gesellschaft tief verwurzelt. Der Ursprung des italienischen Weinbaus wird auf das 10. Jh. v. Chr. datiert und beginnt mit der griechischen Kolonisation auf Sizilien, in Kampanien und in Kalabrien. Archäologische Funde weisen die Etrusker als die Ersten aus, die im 8. Jh. v. Chr. Reben kultivierten. In ausführlichen Abhandlungen aus dem 2. Jh. v. Chr. berichten Gelehrte rund um das Thema Wein und über seine positive Auswirkung auf die Gesundheit. Zudem zeigen Gesetzestexte aus dieser Zeit einen Einblick über die Position des Weines in der römischen Gesellschaft und über die damals vorhandenen Qualitätsstufen.

Nach der Eroberung Galliens 51 v. Chr. wurde der italienische Wein verstärkt in die weitere Provinz exportiert, in denen bisher noch kein Wein angebaut wurde. Zur gleichen Zeit begannen die Gallier ebenfalls hochqualitative Weine zu produzieren, die sie nach Rom exportierten. Die Weinimporte achten den Römischen Weine starke Konkurrenz. Wovon jedoch nur mittlere und mindere Weinqualitäten betroffen waren, denn die römischen Spitzweine wie beispielsweise der Falerner aus Kampanien waren Qualitativ so hochwertig, dass sie die die Gallischen Import-Weine keine Konkurrenz darstellten.

Mit dem Untergang des römischen Reiches im 5. Jh. verschwanden jedoch auch die zahlreichen Spitzweine dieser Epoche. Der Weinbau wurde zwar in Ordensklöstern der römisch-katholischen Kirche weiter betrieben aber keineswegs forciert.
Im Laufe der Jahrhunderte herrschten mehrere Germanenstämme bis Italien vom Oströmischen Reich zurückerobert wurde und schließlich Karl der Große weite Teile des Landes in sein Frankenreich integrierte und Italien wieder in den abendländischen Kulturkreis zurückholte. Die italienische Wirtschaft begann daraufhin wieder zu florieren und mit dem Beginn der Renaissance im 14. Jh. war Italien aufgrund wirtschaftlicher Zentren wie Venedig, Genua und Florenz wieder eine Macht in Europa.

Nachteilig auf die Weinkultur wirkte sich die damalige politische, sehr zersplitterte Lage aus. Norditalien bestand aus vielen Herzogtümern sowie freien Städten während Süditalien von wechselnden Mächten besetzt war. Ab 1861 war Italien wieder politisch vereint; jedoch ohne positive Auswirkung auf den Weinbau. Denn Rebkrankheiten wie der Mehltau oder die Reblaus. vernichteten den italienischen Weinbau fast vollständig.

Die heutigen italienischen Weine haben sich alle erst im 20. Jh. entwickelt. Wie beispeilsweise die Klassiker Barolo oder Chianti, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. vorwiegend süß und prickelnd ausgebaut wurden.



Topografie und Klima

Italien ist aufgrund seiner klimatischen und geografischen Bedingungen prädestiniert für den Anbau und die Herstellung von Qualitätswein. Das vorherrschende Kleinklima in den Weinbergen ist insgesamt kühler als die mediterrane Lage Italiens vermuten lässt. In jeder Region passt man sich den klimatischen Gegebenheiten bestens an. So sucht sich der Weinbau im Norden eher geschützte Flusstäler, die von warmen Luftströmungen profitieren und von den eisigen Einflüssen der Alpen geschützt sind. Zudem wirken sich auch die großflächigen Seen wie der Gardasee positiv auf den Weinbau aus. Weiter im Süden wird die Funktion der Bergmassive dann anderweitig genützt. Nur 50 km östlich von Asti erhebt sich der Apennin (ein rund 1500 km langer Gebirgszug). Er zieht sich durch Italien bis in die Nähe vom Golf von Tarent. Dort weichen die Winzer auf höhere Lagen aus, wo sie gute klimatische Bedingungen für den Weinbau vorfinden.



Rebsorten



Italien verfügt wahrscheinlich über das weltweit größte Genreservoir für Kulturrebsorten der Weinrebe, der Vitis vinifera. Insgesamt sind sind etwa 2.000 verschiedene Rebsorten bekannt. Dennoch wird der italienische Weinbau von nur 12 Rebsorten dominiert, die sich gemeinsam für ca. 50 % der Rebflächen des Landes verantwortlich zeichnen. Es existieren aber Dutzende Rebsorten, die von wirtschaftlicher Relevanz sind und gleichzeitig über mehrere hundert Subspezies verfügen.

Obwohl die weißen Rebsorten quantitativ mit den roten Rebsorten konkurrieren können, sind die besten italienischen Weine fast ausschließlich Rotweine.

Rote Rebsorten

Zu den bekanntesten roten Rebsorten zählen Sangiovese, Montepulciano, Merlot und Nebbiolo. Zudem sind auch Cabernet Sauvignon, Barbera, Aglianico, Negroamaro, Primitivo, Nero d'Avola, Zinfandel, Pinot noir, Uva di Troia, Pignolo, Schioppettino oder Corvina => c0001580 entfernen! von Bedeutung.

Weiße Rebsorten

Zu den bekanntesten weißen Rebsorten zählen Albana Bianca, Arneis, Catarratto, Cortese, Friulano Garganega, Glera Grechetto Bianco, Malvasía Bianca Lunga, Nosiola, Picolit, Ribolla Gialla, Trebbiano, Verdicchio Bianco, Verduzzo Friulano oder Vernaccia di San Gimignano. Zudem sind auch Chardonnay und Sauvignon blanc von Bedeutung.



Italienische Weinanbauregionen und Bereiche

Italien ist in 21 Weinbauregionen untergliedert. In den Regionen dürfen, in klar abgegrenzten Bereichen, Subbereichen und/oder Zonen Weine mit den Qualitätsstufen D.O.C.G. (mit kontrollierter und garantierter Herkunftsbezeichnung), D.O.C. (mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung) und I.G.T. (Landweine) hergestellt werden. Daneben werden auch Weine mit Klassifizierungen produziert, die besondere Lagerbedingungen wie beispielsweise Riserva oder Stravecchio und Vecchio (sehr lang gereifter Wein) einhalten müssen oder Superiore-Weine, die einen höheren Alkoholgehalt als Standard DOC-Weine aufweisen müssen.



Klassifizierungen und gesetzliche Grundlagen

Obwohl schon Cosimo III. de Medici im Jahre 1716 die erste Festlegung des Chianti-Gebietes vornahm, konnte man sich in Italien erst im Jahre 1963 zu einer einheitlichen Klassifizierung der Weine einigen.

Die Weine wurden bei dieser ursprünglichen Form der Klassifizierung in lediglich 2 Klassen gegleidert. Die beiden Klassen waren Tafelwein (Vini da Tavolo) und Qualitätswein (DOC). Erst Anfang der 1980er Jahre kam eine dritte Stufe an der Spitze der Qualitätspyramide dazu, nämlich die kontrollierten und garantierten Qualitätswein (DOCG). Für diese Klassifizierten Weine gelten strengere Richtlinien in Bezug auf Ertrag und Ausbau als für die DOC-Weine.

Aufgrund von zahlreichen neu geschaffenen Weintypen, die nicht in das Klassensystem eingeordnet werden konnten und daher trotz höherer Qualität nur als Tafelweine vermarktet werden durften, wurde das Weingesetz in den 1990er Jahren erneut überarbeitet.

Die aktuellste Form des italienischen Weingesetzes für die Klassifizierung von Weinen umfasst nach dieser Reformierung nun 4 Stufen.

Vino oder früher Vino da Tavola

Die so genannten Tafelwein bzw. Tischwein bilden die unterste Stufe der italienischen Weine. Sie werden ohne Angabe von Herkunft oder Jahrgang im Handel angeboten. Die Bezeichnung Vdt oder Vino do Tavola ist mittlerweile aufgrund einer EU-Richtlinie verboten.

Indicazione Geogràfica Tìpica (IGT) oder Indicazione Geogràfica Protetta (IGP)

Die Weine dieser 1992 geschaffenen Qualitätsstufe stehen qualitativ über den Tafelweinen. Es handelt sich um eine geografische Herkunftsbezeichnung und ist vergleichbar mit dem französischen Landwein. Hier finden sich die meisten der hochwertigen "neuen Tafelweine" denen vorher wegen ihrer Unvereinbarkeit mit den DOC lediglich eine Einstufung als Tafelwein möglich war. Auf dem Etikett dürfen nun das Anbaugebiet, die Rebsorte, besondere Weinarten und der Jahrgang angegeben werden. Es gibt insgesamt 118 als Indicazione Geografica Tipica (IGT) klassifizierte Weine, die für rund 30 % der Weinproduktion des Landes verantwortlich sind. Ein IGT- oder IGP-Bereich kann laut Weingesetz auch eine gesamte Region wie z.B.: die Toskana umfassen.

Denominazione di Origine Controllata (DOC) oder Denominazione di Origine Protetta (DOP)

Diese Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (Denominazione di Origine Controllata) müssen aus festgelegten Rebsorten, die nur in zugelassenen Gebieten angebaut werden dürfen, und nach gesetzlich festgelegten Mengen und Verfahren hergestellt werden. Die 332 italienischen DOC- bzw. DOP-Weine machen ca. 25 % der Weinproduktion aus. Als erster Wein wurde 1966 dem Vernaccia di San Gimignano das DOC-Siegel verliehen.

Denominazione di Origine Controllata e Garantita (DOCG)

Die Weine mit der Kennzeichnung DOCG bilden die oberste Qualitätsstufe italienischer Weine. Die 73 als DOCG klassifizierten Weine machen nur rund 5 % der Weinproduktion des Landes aus.

Italienische DOCG-Weinprädikate

Zusätzlich gibt es bei den DOCG-Weinen noch verschiedene Prädikate für die Weine.


Rebsorten aus Italien

Rebsorten die in Italien angebaut werden:



Zusammenfassung und Kurzinfos



Quellen

  • André Dominé: Wein. Könemann, 2002 »
  • Jancis Robinson, Julia Harding, Jose Vouillamoz: Wine Grapes. Allen Lane, 2012 »








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