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Deutschland - Weinbauland





Deutschland ist aufgrund der Qualität seiner Weine, eines der bedeutendsten Weinbaugebiete Europas. Heute werden in Deutschland auf etwas mehr als 100.000 ha Rebfläche von mehr als 80.000 Winzern Weinreben kultiviert, die einen durchschnittlichen Jahresertrag von 9 Mio. Hektolitern Wein hervorbringen, was gemessen an der Rebfläche der doppelten Weinproduktion Frankreichs entspricht. Die Rebfläche Deutschlands stellt etwa 5 % weltweit 7,8 Mio. ha Gesamtrebfläche dar.

Der Großteil der deutschen Rebflächen liegt am bzw. südlich des 50. Breitengrades, der eigentlichen Weinbaugrenze, und macht den Weinbau dadurch noch schwerer. So können in Deutschland nur an äußerst geschützten Stellen, wie z.B.: an steilen Hängen oder in der Nähe von Gewässern Rebstöcke angepflanzt werden.

Das gesamte deutsche Weinbaugebiet verfügt über eine Vielzahl von Weinbauorten und eine unüberschaubare Anzahl von Groß- und Einzellagen. Aus diesem Grund führte das deutsche Weingesetz im Jahre 1971 einzelne Großlagen ein, in die, die 2.600 autonomen Einzellagen unterteilt werden konnten. So konnten vor allem Weine aus kleinen und unbekannten Weinbaugegenden ihre Weine mit bekannten Bezeichnungen etikettieren und sich so besser vermarkten.



Deutsche Weinbaugebiete



Geschichte des Weinlandes Deutschland

Die deutsche Weinbaugeschichte begann durch den stark zunehmenden Einfluss der Römer, die den Weinbau vom französischen Rhône-Tal an die Ufer von Mosel und Rhein brachten und hier einige der ältesten, deutschen Weinbaugemeinden gründeten. So war es der römische Kaiser Diokletian, der die deutsche Stadt Trier als wichtiges Handelszentrum für die römischen Weine, die nach Großbritannien exportiert werden sollten, festlegte. Bald darauf erkannten die Römer aber, dass auch die deutschen Regionen sehr gut zur Kultivierung von Reben geeignet waren, und begannen mit ersten Bepflanzungen. Nach Diokletian war es aber vor allem seinen Nachfolger, der römische Kaiser Probus, der sich ebenfalls für deutsche Weine begeisterte und die Rebflächen stark ausweitete. So wurden während seiner Herrschaft große Teile der Hänge am Rhein und an der Mosel, sowie viele Hügellagen in der Pfalz, der Bergstraße und im Bereich von Franken und Württemberg mit Reben bestockt. Durch den Zusammenbruch des Römischen Reiches und durch die germanische Völkerwanderung ging der deutsche Weinbau in den folgenden Jahrhunderten aber wieder stark zurück.

Den nächsten Impuls für den deutschen Weinbau, setzte um das Jahr 800 dann Karl der Große. Er förderte durch die Schaffung einer eigenen Landgüterverordnung, der so genannten Capitulare de villis vel curtis imperii, die Selektion qualitätvoller Rebsorten, ließ die besten Reblagen bestimmen und erließ erste Gesetze zur Absicherung von Winzern und Händlern.

Nach der Jahrtausendwende übernahmen dann die Klöster die Vorreiterrolle im Weinbau, da laut einer Satzung jedes Kloster einen eigenen Weinberg betreiben musste. Im 12. Jh. gründeten Zisterziensermönche aus dem burgundischen Cîteaux des Rheingauer Kloster Erbach, welches zu einem der populärsten und erfolgreichsten Weinbaubetriebe in ganz Europa avancierte.

Den Höhepunkt erreichte der deutsche Weinbau im 16. Jh. Begünstigt wurde dieser Aufschwung vor allem durch eine sehr milde Klimaphase, die so genannte Mittelalterliche Warmzeit. Damals verfügte Deutschland über eine Rebfläche von mehr als 300.000 ha, mehr als das Dreifache der heutigen Größe. Sogar der Pro-Kopf-Verbrauch an Wein betrug beträchtliche 120 Ltr. Wein pro Jahr, mehr als das Fünffache des heutigen Weinkonsums. Auf eine lange, für den deutschen Weinbau positive Zeit, folgen aber in den kommenden Jahrhunderten zahlreiche, teils schwerwiegende Rückschläge

Eine drastische Verschlechterung des mitteleuropäischen Klimas und die Vielzahl der stattfindenden Kriege verhinderten den Weinbau für mehr als ein Jahrhundert. Erst gegen Ende des 17. Jh. setzte wieder ein Aufschwung ein und der Weinbau gewann wieder an Bedeutung. Neben dem damals vorherrschenden Spätburgunder, begannen die Franzosen nun auch andere Rebsorten anzupflanzen, vor allem der Riesling wurde an den Hängen von Mosel und Rhein populär.

Auf den Aufschwung folgte aber wieder ein schwerer Rückschlag, so wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ein Großteil der Rebflächen durch die, sich von Frankreich ausbreitete Reblaus zerstört. Die Reblaus ruinierte rund 2/3 der deutschen Rebflächen. Unterstütz wurde der einsetzende Verfall des deutschen Weinbaus auch noch durch 2 Weltkriege und eine schwere Weltwirtschaftkrise.

In den 1960er Jahren erlebte der deutsche Weinbau wahrscheinlich die größte Expansion seiner Geschichte. Bis zum Beginn der 1990er hate sich die Weinproduktion und die Weinanbauflächen mehr als verdoppelt und betrugen nun wieder mehr als 100.000 ha. Grundlage für diesen Boom waren vor allem eine verbesserte Kellertechnik, eine vermehrte Schädlingsbekämpfung und eine Züchtung von neuen und viel resistenteren Rebsorten. Da der Konsum der Deutschen aber nicht mehr stieg und bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 25 Ltr. Wein pro Jahr verharrt, setzten die deutschen Winzer vor allem auf den Export. Leider wurde durch schlechte Weinqualitäten der exportierten Massenprodukte, wie beispielsweise die des Liebfrauenmilchs, das Image des deutschen Weinbaus im Ausland stark beschädigt. Doch konnten eine Vielzahl von neunen Gesetzen und Regelungen den deutschen Wein wieder an frühere Qualitäten führen und so zählen einige deutsche Weine, vor allem aber die Weißweine, heute zu den Besten der Welt.



Topografie und Klima

Die deutsche Weinlandschaft ist vor allem durch ihre Topografie einzigartig. Der Weinbau wird oft auf extrem steilen Terrassenlagen, manchmal auf hügeligen Landschaften und in manchen Fällen auf flachen Ebenen betreiben, aber gerade diese Vielfältigkeit prägt die deutschen Weine und macht ihren Reiz aus. Auch die Böden der Region sind stark unterschiedlich und beinhalten eine Vielzahl von Formationen. So gibt es Löss-, Schiefer-, Muschelkalk-, Bundsandstein-, Sand-, Mergel- oder auch Lehmböden die den Weinen vor allem einen mineralischen Charakter verleihen.

Dennoch ist der Weinbau in Deutschland aufgrund der geografischen Lage schwierig, denn er stößt hier auf seine nördlichste Grenze. So eignen sich am besten klimatisch bevorzugte Stellen für Rebkulturen. Deshalb liegen die Zentren des deutschen Weinbaus generell immer in Tälern, die durch die umliegenden Berge bzw. etwaige Gewässer geschützt und positiv beeinflusst werden.



Rebsorten

Das gesamte deutsche Weinbaugebiet verfügt über eine große Vielfalt an Rebsorten, so werden heute mehr als 140 verschiedene Rebsorten kultiviert, dabei sind 100 weiße und nur 40 rote Rebsorten vertreten. Deutschland gilt heute als klassisches Weißweinland, obwohl der Rotweinanbau seit Beginn der 1980er Jahre stak im Aufschwung ist, und sich die Anbauflächen seit diesem Zeitpunkt mehr als verdoppelt haben und stetig weiter expandieren.

Weiße Rebsorten

Etwa 80 % der gesamten deutschen Rebflächen werden für die Weißweinproduktion verwendet. Die populärste weiße Rebsorte Deutschlands ist der Riesling. Etwas mehr als ein Fünftel des gesamten deutschen Weinbaugebietes, ist mit Rieslingtrauben bestockt. Auf den Riesling folgt der Müller-Thurgau, der für 20 % der deutschen Rebfläche verantwortlich zeichnet. Darauf folt mit 7 % der Gesamtrebfläche der Silvaner. Zudem werden die Rebsorten Grauburgunder, Kerner, Weißburgunder, Bacchus, Scheurebe, Gutedel, Chardonnay, Gewürztraminer, Huxelrebe, Ortega, Faberrebe, Elbling, Sauvignon blanc, Auxerrois, Gelber Muskateller, Reichensteiner, Siegerrebe und Ehrenfelser kultiviert.

Rote Rebsorten

Bei den roten Rebsorten, die insgesamt auf 20 % an der deutschen Rebfläche angebaut werden, ist es vor allem Spätburgunder, der mit einen Anteil von fast 12 % an der Gesamtrebfläche Deutschlands, eine dominante Stellung vorweisen kann. Daneben wird der Dornfelder auf etwa 8 % und der Blaue Portugieser auf 4 % der deutschen Rebfläche angebaut. Weiter in Deutschland kultivierte rote Rebsorten sind Trollinger, Schwarzriesling, Regent, Lemberger, St. Laurent, Acolon, Merlot, Domina, Dunkelfelder, Cabernet Sauvignon, Frühburgunder sowie die Heroldrebe.



Eigenschaften des Weinlandes Deutschland



Die deutschen Weine sind vor allem durch die nördliche Lage und durch das kalte, kontinentale Klima geprägt. Aus diesem Grund enthalten die Weintrauben zur Lesezeit meist einen höheren Anteil an Weinsäure und weniger Gerbsäure, als Trauben aus südlicheren Gefilden. Dies ist für die deutschen Winzer aber durchaus von Vorteil, da die Weine dadurch an Frische und Spitzigkeit gewinnen können. Dies gilt sowohl für Weiß- als auch für Rotweine, die nicht wie andere europäische Rotweine ein Gerbstoffdepot, sondern vermehrt wie die Weißweine Weinkristalle zur Ablagerung bilden.

Ein großes Problem vieler deutscher Weine liegt in den sehr hohen Erntemengen, die im manchen Regionen schon an die 200 Hektoliter Wein pro ha Rebfläche betragen. Dies führt vor allem zu leichten, wenig komplexen und kaum interessanten Weinen, die die internationale Kundschaft heute nicht mehr so ansprechen wie in der Vergangenheit.



Klassifizierungen und gesetzliche Grundlagen

Alle deutschen Weine unterliegen dem deutschen Weingesetz und werden nach dem Extraktgehalt des Mostes in verschiedene Güteklassen eingeteilt.

Klassifizierung deutscher Weine

Abweichend vom französischen Weingesetz kennt das Deutsche keine Klassifizierung der Weine nach der Lage des Weinbergs. Neben den normalen Klassifizierungen können deutsche Weine aber auch noch als Hochgewächs, Classic oder Selection deklariert werden.

Nach dem exakten Gehalt der Restsüße werden die deutschen Weine in die Stufen trocken, halbtrocken, lieblich bzw. halbsüß und süß eingeteilt. Dabei dürfen trockene Weine nicht mehr als 9 g Restzucker/Ltr. Wein aufweisen, halbtrockene Weine müssen eine Restsüße zwischen 9 und 18 g/Ltr. Wein aufweisen. Schließlich haben liebliche Weine eine Restsüße zwischen 18 und 45 g/Ltr. Wein. Süßweine müssen laut deutschem Weingesetz mehr als 45 g Restzucker pro Ltr. Wein aufweisen.









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