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Tee

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Englisch: Tea
Französisch: Thé
Italienisch: Té

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Tee ist ein Aufgussgetränk, das aus Pflanzenteilen wie Blättern, Knospen oder Blüten der Teepflanze zubereitet wird. Laut ISO-Norm 3720 ist Tee streng genommen ausschließlich der Aufguss der Teepflanze Camellia sinensis und Camellia assamica. Aufgussgetränke aus anderen Pflanzen wie beispielsweise Kräutertee oder Früchtetee werden umgangssprachlich häufig auch einfach nur als Tee bezeichnet, korrekt sollten sie aber als teeähnliche Getränke bezeichnet werden.

Der bei uns übliche Begriffe Tee, stammt wahrscheinlich von dem kantonesischen Wort tu ab. Länder wie Russland oder die Türkei, die über den Landweg mit Tee versorgt wurden, übernahmen das Mandarin-Wort Chai.


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Tee Geschichte

Als Ursprungsland des Tees gilt China, denn dort wurde schon vor 5000 Jahren die Wirkung des Teeblatts beschrieben.

Einer Legende zufolge, war die Entdeckung des Tees reiner Zufall. Der chinesische Kaiser Shen Nung (2737 v. Chr.) soll ein sehr auf Sauberkeit achtender Mensch gewesen sein, deswegen kochte er sein Trinkwasser vor dem Genuss immer ab. Eines Tages wehte der Wind einige Teeblätter in das heiße Wasser, die Blätter färbten das Wasser golden und verliehen dem Wasser ein wunderbares Aroma, welches auch dem Kaiser zusagte.

Erst im Jahre 552 n. Chr. kam der Tee mittels buddhistischer Mönche nach Japan. Bald darauf wurde der Teegenuss mit einer detaillierten Zeremonie versehen. Der Konsum des Tees führte soweit, dass man begann ihn religiös zu verehren.

Während der T'ang Dynastie (618-907 n. Chr.) wurde der Tee zur Handelsware und von nun an war der Tee auch allen Gesellschaftsklassen zugänglich.

Erst 1610 kam der Tee aus Japan mit Schiffen nach Europa. Von diesem Zeitpunkt an waren die Holländer für mehr als 50 Jahre an die Einzigen, die den Teeimport betrieben. Erst später wurden auch die Engländer in diesem Geschäft tätig. Aber nicht nur auf dem Wasser- sondern auch auf dem Langweg gelange der Tee nach Europa. Er wurde aus der Mongolei als Geschenk für den russischen Zaren importiert.

1662 wurde der Tee offiziell am Hofe des englischen Königs Karl II eingeführt und von nun an war die Verbreitung des Tees nicht mehr aufzuhalten.

Englische Einwanderer brachten den Tee im 17. Jahrhundert nach Amerika. Der Tee erfreute sich in Amerika zunehmender Beliebtheit. Die Engländer befanden sich damals in einer Finanzkrise und beschlossen den Tee mit hohen Steuern zu belegen, um mehr Geld zu verdienen. Darüber waren insbesondere die Amerikaner sehr empört, die daraufhin die Boston Tea Party gründeten, deren Mitglieder Tee von britischen Schiffen, die im Bostoner Hafen ankerten ins Meer warfen.

Im 20. Jahrhundert war es en vogue zum Tee auszugehen und somit entstanden immer mehr Teehäuser bzw. die berühmte Teezeit.

Heute ist der Tee mit einer weltweiten Produktion von 2,9 Millionen Tonnen zum populärsten Getränk der Welt avanciert.


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Teepflanze

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Die immergrüne Teepflanze gehört zur Familie der Kamelien. Der Strauch hat dunkle, gezahnte, lederartige Blätter und kann bis zu maximal 30 m hoch werden, doch wird die Pflanze auf den Teeplantagen durch Bescheidung auf eine Größe von 1 bis 1,5 m Höhe begrenzt.

Die Samen befinden sich in einer haselnussgroßen Kapsel und gehen aus weiß bis rosafarbenen und bis zu 2 cm großen Blüten hervor.

Die Vermehrung erfolgt vegetativ, dabei werden von ertragreichen Muttersträuchern Stecklinge gezogen und wieder verpflanzt.

Ihr botanischer Name war vielfach umstritten. Zuerst wurde sie von dem Schweden Linné als Thea sinensis bezeichnet. Den Namen gab Linné später zugunsten zweier Unterarten Thea bohea und Thea viridis wieder auf.

Nach internationaler Übereinkunft lautet heute der Name der Teepflanze Camellia sinensis und die beiden Unterarten werden als Camellia sinensis var. sinensis (China-Tee) und Camellia sinensis var. assamica (Assam-Tee) bezeichnet.


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Teeanbau

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Tee heute am stärksten in den tropischen und subtropischen Gebieten, in Hochlagen von bis zu 2500 m kultiviert. Dort findet er beste Wchstumsbedinungen: feucht tropisches Klima und eine Niederschlagsmenge von etwa 2000 mm pro Jahr.

Ein besseres Aroma erreichen die Blätter allerdings, wenn das Wachstum durch ein paar kühle Nächte oder ein paar trockene Monate gebremst wird.

Aus der traditionellen Anbauweise der asiatischen Bauern hat sich heute eine industrielle Plantagenwirtschaft entwickelt.


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Wichtigste Tee-Anbauländer



  • Afrika
  • China
  • Ceylon (Sri Lanka)
  • Formosa (Thailand)
  • Türkei
  • Indien
  • Indonesien

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Tee-Ernte

Der Teestrauch enthält mehrere tausend Blätter, aber nicht jedes Blatt wird zu Tee weiterverarbeitet. Geerntet wird nach der Regel two leaves and the bud (die beiden jüngsten Blätter und die Blattknospe). Geschickte Pflücker ernten pro Tag ca. 20 bis 30 kg Teeblätter, was umgerechnet ca. 5 bis 7 kg verkaufsfertigen Tee ergibt.

Die Pflückintervalle müssen genau kalkuliert sein, denn die neuen Sprossen wachsen je nach Klima, Pflückart und Dünung unterschiedlich schnell nach. In den Tropen und Subtropfen wird in der Regel alle zwei Wochen geerntet.

Tee muss immer in Handarbeit gepflückt werden, da der Pflücker wegen des unterschiedlichen Wachstums der Sprossen zwischen reif und unreif entscheiden muss. Somit ist die aufwendige Ernte für die Hälfte der Teekosten verantwortlich.

Im Winter legen die Pflanzen eine Vegetationspause ein. Dabei ziehen sie Nährstoffe aus dem Boden und sammeln sich, um sich im Frühjahr wieder entfalten zu können. Deswegen haben die ersten Triebe mehr Inhaltsstoffe und Aromen.


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Teeherstellung

Frisch gepflückte Teeblätter sind nicht lange haltbar, deswegen muss der gepflückte Tee sofort auf den Plantagen verarbeitet werden, denn jede zeitliche Verzögerung resultiert in einer deutlichen Minderung der Qualität. Die Produktionsvorgänge sind jedoch je nach Art des Tees unterschiedlich.


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Teearten

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Je nach Verarbeitung unterscheidet man zwischen:


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Teespezialitäten

Weitere Teespezialitäten sind beispielsweise der Puh-er-cha Tee und der Gelbe Tee.


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Teemischungen und Aromatisierte Tees

Da Tee weltweit in tausenden Plantagen kultiviert und auch je nach Region unterschiedlich oft geerntet werden muss, kommt es zu deutlichen Schwankungen bezüglich der Qualität. Die Schwankungen kann man nur durch mischen wieder ausgleichen. So kommt der Tee hauptsächlich in Mischungen, den so genannten Blends auf den Markt, was dem Konsumenten eine gleich bleibende Qualität garantiert. Aufgrund steigender Beliebtheit werden die verschiedenen Teesorten auch gerne aromatisiert.


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Teeähnliche Erzeugnisse

Sind Erzeugnisse die aufgrund ihrer Zubereitung dem Tee ähneln und deshalb auch mit diesem Namen versehen wurden. Dazu zählen u. a.:


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Teezubereitung

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Die Teezubereitung gilt als Wissenschaft. Dabei braucht man nur einige Schnitte beachten, um den vollendeten Genuss zu erreichen.


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Teequalität

Für die Herstellung eines guten Tees bedarf es eines großen Qualitätsbewusstseins, welches bereits bei der Gewinnung der Rohstoffe beginnt. Der Tee unterliegt während seiner Verarbeitung strengen Kontrollen. Dabei werden immer wieder Geschmack oder Geruch untersucht und bewertet. Heute gibt es mehr als 50 diverse Methoden, um den Tee auf alle relevanten Inhaltsstoffe bzw. auf eventuelle Verunreinigungen zu prüfen. Dazu werden heute vor allem massenspezifische Detektoren verwendet, die einzelne, kleinste Mengen Rückstände feststellen können.

Tee-Klassifizierungen

  • Ernteperiode: Die erste Ernte im Frühjahr liefert sehr kleine Blätter und wird als First Flush bezeichnet, die zweite Ernte im Mai als Second Flush. Für weitere Ernten existieren keine anderen Bezeichnungen.
  • Qualität der Blätter: Sie richtet sich nach ihrer Stellung am Zweig. Die Knospen an der Spitze werden als Flowery Orange Pekoe bezeichnet, das darunter als Orange Pekoe, das dritte als Pekoe, die weiteren Blätter als Souchong.

Handelsarten von Tee

Dust und Fannings gelten als qualitativ minderwertiger, da sie aus Resten von Pekoe und Broken Pekoe bestehen. Zudem werden die Handelsarten je nach Teesorte unterschiedlich bezeichnet.


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Inhaltsstoffe

Der Tee schmeckt nicht nur exzellent, man schreibt ihm auch eine positive Wirkung auf die menschliche Gesundheit zu. Ein weiterer Pluspunkt: Tee enthält keine Kalorien und ist daher der ideale Begleiter einer Diät.

Die Wirkung des Tees kann man eicht steuern. 2 Minuten nach dem Aufguss geben die Teeblätter das ganze Koffein (Tein) frei, während sich die Gerbstoffe langsamer lösen und sich erst nach 2 Minuten Ziehzeit freisetzen. Also ergibt sich daraus, je kürzer der Tee zieht, desto anregender ist er. Und je länger er zieht desto beruhigender ist seine Wirkung auf Magen und Darm.

Zudem enthalten die unterschiedlichen Teesorten auch verschiedene Inhaltsstoffe mit unterschiedlicher Wirkung auf unseren Körper.


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Teelagerung

Tee ist ein äußerst empfindliches Produkt. Er muss unbedingt kühl und trocken gelagert werden. Nach der ersten Entnahme muss er in einer gut geschlossenen Blechdose oder in einem vor Licht geschützten Glasgefäß aufbewahrt und gut verschlossen werden, da sonst das Aroma entweichen kann.

Schwarztee sollte man immer getrennt lagern, damit man eine Aromabeeinflussung ausschließen kann.

Nach Anbruch sollte der Tee innerhalb von 10 Wochen verbraucht werden. In ungeöffneten Packungen hält er sich hingeben bis zu 3 Jahre nach der Ernte frisch.


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Teekulturen

England

In England wird meistens zerkleinerter Tee, in relativ geringer Menge mit kochendem Wasser überbrüht. Der Tee durchläuft nur eine kurze Ziehdauer. Man gibt den Tee entweder direkt in die Kanne, verwendet einen Teebeutel oder ein Tee-Ei. Man gießt die Blätter nicht mehrmals auf.

Da viele der englischen Sorten vor der Abpackung entstaubt werden, erhält man in England meist ein klares Getränk mit leichtem bis mittleren Aufguss. Man bevorzugt es im Gegensatz zu der arabischen oder der mittelamerikanischen Art, den Tee in mittlerer Temperaturlage zu trinken. Gewürzt wird der Tee ausschließlich mit Zucker, Zitrone, Milch oder Sahne.

Japan und China

In den asiatischen Ländern Japan und China verwendet man weder Siebe noch Beutel, sondern gießt das Wasser direkt zum Tee in die Teetasse oder die Teekanne. Da die nassen und nicht zerkleinerten Teeblätter schwerer sind als das Wasser, sinken sie zu Boden und so kann der Tee problemlos genossen werden. Bevor man zu neuen Teeblättern greift wird der Tee 3-mal aufgegossen. Der Tee wird auf keinen Fall gesüßt. In vielen asiatischen Ländern ist es üblich den ersten Aufguss mit wenig Wasser aufzubrühen und wegzuschütten, denn der Tee des zweiten Aufgusses besitzt einen besseren Geschmack als der erste Aufguss.

Indien

In Indien wird Tee anders als üblich hergestellt. Man kocht Assam-Tee zusammen mit Gewürzen und in Milch auf. Dieser Tee heißt Massala Chai und enthält häufig Gewürznelken, Ingwer, Kardamom, Pfeffer oder Zimt.

Tibet

In Tibet wird der so genannte Buttertee, Po cha oder Sutschia getrunken. Dies ist ein salziger schwarzen Tee, der mit der Butter von Yak-Kühen im Ofen zubereitet wird. Er ähnelt einer dünnen Suppe und ist für europäische Gaumen gewöhnungsbedürftig. Der Tee hilft wegen seiner Proteine und Fette die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten.

Thailand

In Thailand bekommt man zum Tee keine Milch sondern einen Kaffeeweißer, da der größte Teil der Bevölkerung an Laktoseintoleranz leidet.

Russland

Der Tee erreichte Russland erst im 17. Jahrhundert über die Mongolei. Zunächst war das Getränk nur dem Zaren vorbehalten. Erst ab dem 19. Jhdt. war der Tee in ganz Russland verbreitet. Der Tee wird in einem Samowar konzentriert und dann mit heißem Wasser zu einem Tee verdünnt. Da der Sud stark bitter ist, löffeln die Russen dazu gerne Marmelade.

Mongolei

Hier wird grüner, in Ziegelform gepresster Tee zerkleinert, mit Wasser aufgekocht und dann mit Milch, etwas geröstetem Mehl, Reis oder Weizen vermischt und mit etwas Salz abgeschmeckt. Die Mischung kocht 10 bis 15 Minuten und ähnelt einer Suppe.

Orient

Für die Tezubereitung wir der aydanlik verwendet, ein dem russischem Samowar ähnliches Gerät. Der Tee wird vor der Zubereitung immer gewaschen. Damit unterbindet man die, sonst sicher eintretenden Trübungen und geschmackliche Verfremdungen des Tees. Man trinkt den Tee sehr stark und extrem gezuckert. Beimischungen von Zitrone und Milchprodukten sind unüblich.








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