Garganega


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Garganega ist eine in Italien beheimate und vor allem im Veneto verbreitete, weiße Rebsorte. Sie wurde bereits im 13. Jhd. erstmals schriftlich von Petrus de Crescentiis (* 1230/1233; † 1320/1321) erwähnt und war damals schon in der Provinz Verona heimisch. Einige Fakten deuten darauf hin, dass die Rebsorte bereits in der Antike von den Griechen nach Sizilien gebracht wurde.
Garganega zählt zu den sogenannten Leitsorten, da zahlreiche andere Rebsorten von ihr abstammen. So ist Garganega beispielsweise mit den Rebsorten Grecanico Dorato und Malvasía de Manresa identisch, darum gelten die beiden Namen auch als Synonyme für die Garganega-Rebe. Eine direkte Eltern-Nachkommen-Beziehung besteht zudem zu den Rebsorten Albana, Catarratto Bianco, Malvasía Bianca di Candia, Mostosa und Trebbiano Toscano. Zudem verfügen auch die Rebsorten Corvina Veronese, Dindarella und Rondinella über eine genetische Beziehung zu Garganega. Zudem ist die aus der Kreuzung Bermestia Bianca X Garganega ist die Rebe Dorona di Venezia entstanden.


Ampelographische Sortenmerkmale

Die Garganega-Rebe reift erst ca. 30 Tage nach dem Gutedel und zählt somit zu den spät reifenden Rebsorten. Die Traube trägt mittelgroße, rundliche Beeren von gelb-grüner Farbe. Sie ist sehr resistent gegenüber gewöhnlichen Pilzkrankheiten und liefert verlässlich hohe Erträge.


Garganega-Weine

Aus der Garganega-Rebe hergestellte Weine sind generell zart-fruchtig, sehr angenehm am Gaumen und verfügen über Aromen von Mandeln, Pfirsichen und Zitrusfrüchten. Ja nach gewünschtem Ertrag der Rebsorte, variieren auch ihre Eigenschaften. Winzer die eine rigorose Ertragsbeschränkung im Weinberg anwenden, können deutlich komplexere und fülligere Weine aus Garganega erzielen.
Im getrockneten Zustand können aus der Traube auch ein Vin Santo oder ein Recioto gekeltert werden. Der bekannteste aus ihr hergestellte Wein ist aber der Soave, welcher im Verschnitt mit Trebbiano di Toscana gekeltert wird. Ambitionierte Winzer stellen aber auch reinsortige Garganega-Weine her, die Weine mit sehr hochwertige Qualitäten hervorbringen.


Anbau und Vorkommen

Weltweit stehen der Garganega-Traube ca. 15.000 ha Rebfläche zur Verfügung. Die größten Anbauflächen findet man dabei mit etwas über 13.000 ha in Italien. Erwähnenswert sind dabei die Anpflanzungen im Veneto, in Umbrien, im Friaul, in der Lombardei und auf Sizilien. Außerhalb Italiens sind zudem in Südamerika (Brasilien und Argentinien) und in Australien größere Vorkommen dokumentiert.


Synonyme

Garganega verfügt aufgrund ihrer genetischen und geografischen Verbreitung über zahlreiche Synonyme. So ist die Rebsorte unter des Synonymen Garganega, D'Oro, Decanico, Dorana di Venetia, Garganega Bijela, Garganega Comune, Garganega di Gambellara, Garganega Gentile, Garganega Grossa, Garganega Piramidale, Garganega Veronese, Garganego, Gracanico Dorato, Grecani, Grecanico, Grecanico Bianco, Grecanico Dorato, Grecanicu Biancu, Grecanicu Biancu a Cruci, Grecanicu Biancu a Girimoli, Grecanio, Greccanico, Greco d'Arcetri, Lizzara, Malvasia Bianca di Basilicata, Malvasia de Manresa, Ora, Ora d'Oro, Oro, Ostesa, Ostesona, Recanico und Recanicu bekannt.
Wegen morphologischer Übereinstimmungen kann die Garganega-Rebsorte mit Dorona di Venezia, Ribolla Gialla oder Vitovska verwechselt werden.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Catarratto Bianco Comune ist verwandt mit Garganega
  • Garganega besitzt Aromen von Mandeln, Pfirsichen, Zitrusfrüchten
  • Garganega ist eine Rebsorte, weiße Rebsorte, Leitsorte
  • Garganega ist nicht verwandt mit Malvasía Bianca di Candia
  • Garganega ist verwandt mit Albana, Catarratto Bianco, Mostosa, Trebbiano Toscano, Corvina Veronese, Dindarella, Rondinella, Dorona di Venezia, Ribolla Gialla, Vitovska
  • Garganega stammt aus Italien
  • Garganega wird angebaut auf Sizilien
  • Garganega wird angebaut im Veneto, Umbrien, Friaul-Julisch Venetien, Südamerika, Brasilien, Argentinien, Australien
  • Garganega wird angebaut in der Lombardei
  • Garganega wird verschnitten mit Trebbiano di Toscana
  • Garganega wird verwendet zum Keltern von Vin Santo, Recioto



Quellen


  • André Dominé: Wein. Könemann, 2002 » Wein
  • Jancis Robinson, Julia Harding, Jose Vouillamoz: Wine Grapes. Allen Lane, 2012 » Wine Grapes