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Müller-Thurgau, Riesling x Silvaner, Rivaner

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Müller-Thurgau ist eine weiße Rebsorte. Sie nimmt in Deutschland mit etwa 14 % die zweitgrößte Anbaufläche an. Müller-Thurgau ist die meist verbreitetste Rebsorte in Deutschland. Sie verbindet den ausgeprägten Charakter von Fruchtaromen und Säure aus dem Rieslings mit milden, wenig ausgeprägten Eigenschaften, die man früher dem Silvaner zuschrieb. Oft ist eine leichte Muskatnote vorhanden. Die Lagerfähigkeit der Weine ist in der Regel gering. Das bedeutet, dass Müller-Thurgauweine jung getrunken werden sollten, da das sortentypische Bukett mit zunehmenden Alter verloren gehen kann.

Die Kreuzung wurde ab 1882 von dem Schweizer Hermann Müller, der sich nach seinem Heimatkanton Müller-Thurgau nannte, in der Pflanzenforschungsanstalt in Geisenheim im Rheingau vorgenommen. Müller glaubte, Riesling und Silvaner gekreuzt zu haben. Versuche, die Kreuzung zu wiederholen, schlugen fehl, so dass auch Müller später Zweifel an den Ursprungsreben hatte. Erst 1998 wurde durch Gen-Untersuchungen klar, dass es tatsächlich um eine Kreuzung von Riesling (weiblich) und Madeleine Royal (männlich) ging. Madeleine Royal ist eine Zuchtform von Chasselas, der in Deutschland als Gutedel bekannt ist.

Der Müller-Thurgau wird in Luxemburg nach den urspründlich vermuteten Kreuzungspartnern als Rivaner bezeichnet. In der Schweiz gilt die Bezeichnung Riesling x Silvaner als Synonym für Müller-Thurgau. Hermann Müller-Thurgau wollte anscheinend aus Bescheidenheit den Wein im eigenen Land nicht nach sich selbst benennen.

Aus den Müller-Thurgau-Reben ist außerdem durch Mutation eine neue Rebsorte namens Findling entstanden.

Während gute Riesling-Weine aus Deutschland früher zu den besten Weißweinen der Welt gehörten und heute wieder auf dem Weg in die Spitzengruppe sind, haben Müller-Thurgau-Weine andere Zielgruppen. Einerseits sind sie von ihrem Charakter leicht und auch leicht zugänglich. Andererseits basieren einige im Ausland populäre geringwertige deutsche Weine wie Liebfraumilch wesentlich auf dieser Rebsorte. Anmerkung: In der ursprünglichen Liebfraumilch-Lage wird heute ein hochwertiger Riesling mit der Bezeichnung Liebfrauenstift-Kirchenstück angebaut, der nicht in Zusammenhang mit Billigweinen steht.








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