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Rhône-Tal - Weinanbaugebiet


Englisch: Rhône wine
Französisch: Vignoble de la vallée du Rhône
Spanisch: Viñedo del valle del Ródano
Italienisch: Vigneti della Valle del Rodano

© Moustyk / fotolia.com




Weinbaugebiet Rhône ist eines der bedeutendsten Weinanbaugebiete Frankreichs. Jährlich werden in dem Gebiet über 2,5 Mio. hl Wein unter dem A.O.C.-Gütesiegel hergestellt. Bezogen auf die Gesamtmenge der hergestellten A.O.C.-Weine steht das Rhône-Tal nach dem Bordeaux an zweiter Stelle in Frankreich. Etwas mehr als 60.000 ha Rebfläche verteilen sich auf insgesamt 160 Weinbaugemeinden und 5500 Winzerbetriebe.
Die einfachsten Weine des Gebietes werden unter dem Namen AC Côtes du Rhône im Handel angeboten. Anspruchsvollere Gewächse tragen durchwegs eigene Bezeichnungen und sind mit den Grand Crus des Bordeaux vergleichbar.


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Rebsorten

Im Rhône-Tal werden hauptsächlich Rotweinreben von außerordentlicher Qualität angebaut. Sie bedecken rund 95 % der Gesamtrebfläche des Weinbaugebiets. Das Rebsortenspektrum ist dabei aber leicht überschaubar. Die bedeutendste Rebsorte ist Syrah. Aufgrund ihrer Güte wird sie in manchen Bereichen, vor allem aber im Norden des Rhône-Tals auch sortenrein ausgebaut. Neben Syrah sind aber auch noch die roten Rebsorten Grenache, Mourvèdre, Cinsault und Carignan von Bedeutung.

Nur lediglich 5 % der Rebflächen entfallen auf weiße Rebsorten. Bedeutend sind Viognier, Marsanne, Roussanne, Clairette, Grenache Blanc und Bourboulenc.


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Eigenschaften

Das Rhône-Tal ist für seine tiefroten, schweren, tannin-, körper- und alkoholreichen Rotweine weit über die Grenzen des Landes bekannt. Aufgrund der enormen Kraft und der großen Finesse der Weine sollten sie vor dem Genuss mehrere Jahre in der Flasche gelagert werden. Im Gegensatz zu den wuchtigen Weinen aus dem Norden werden im Süden des Rhône-Tal meist auch leichtere Rotweine hergestellt, die auch in jungen Jahren zum Genuss geeignet sind.

Die im Weinbaugebiet hergestellten Weißweine spielen nur eine untergeordnete Rolle. Sie gelten als leicht, spritzig und fruchtig. Sie sollten jung getrunken werden.
Darüber hinaus sind auch die im Süden hergestellten Süßweine und die im ganzen Weinbaugebiet gekelterten Roséweine von guter Qualität.


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Region

Das Weinbaugebiet Côtes du Rhône wie es die Franzosen nennen beginnt ca. 30 km südlich der Metropole Lyon, bei Vienne und erstreckt über beinahe 200 km bis nach Avignon. Dabei teilt die Stadt Montélimar die Region in ihren nördlichen und ihren südlichen Teil. Beide Bereiche unterscheiden sich deutlich voneinander, da auch die Herstellungsverfahren in den beiden Bereichen konträr sind.

AC Côtes du Rhône

Als AC Côtes du Rhône bezeichnet man eine flächenübergreifende Appellation unter der theoretisch Weine auch dem gesamten Weinbaugebiet verkauft werden können. Die hochwertigen Gewächse aus dem Norden verfügen aber meist über eigene, höherwertige Herkunftsbezeichnungen. Die unter dieser Appellation vermarkteten Weine sind fast ausschließlich Rotweine die aus den Rebsorten, Grenache, Syrah, Cinsault und Mourvèdre hergestellt werden. Die Weine verfügen über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und gelten als robust, süffig, kraftvoll und körperreich. Es können aber auch Weiß- oder Roséweine unter dieser Appellation vermarktet werden.

Die

Ebenfalls zum Rhône-Tal gehört die Appellation Die. Die Rebflächen der Appellation befinden sich etwas abgelegen am Unterlauf der Drôme. In diesem Bereich werden hauptsächlich weiße Rebsorten wie Clairette und Muscat Blanc und Petits Grains in einem etwas kühleren Klima kultiviert und zur Herstellung von Schaumweinen verwendet.

Nördliche Rhône, Rhône Septentrional

Der nördliche Teil der Rhône gilt als Aushängeschild des gesamten Weinbaugebietes. Hier werden die teuersten und bekanntesten Weine an der Rhône hergestellt. Die Weinberge sind in Form von Terrassen entlang des Flusses angelegt. Aufgrund der Steilheit der einzelnen Reblagen können gewisse Bereiche nur mittels Seilwinden manuell bewirtschaftet werden. Insgesamt stehen an die 2.500 ha Rebfläche zur Verfügung.

Klimatisch gesehen wird der nördliche Teil der Rhône von einem kontinentalen Klima beherrscht. In schlechten Jahren können Spätfröste dazu führen, dass das Traubengut nicht zur Gänze ausreifen kann. Dies ist auch ein Grund dafür, das an der nördlichen Rhône eine Chaptalisation der Weine noch gesetzlich zugelassen ist.

Die nördliche Rhône gilt als Heimat der Syrah-Traube. Sie ist die einzige Rebsorte, die hier zur Herstellung von Rotweinen zugelassen ist. Auf sie entfällt auch der Großteil der Rebflächen. Nur ein kleiner Teil der Rebflächen wird von weißen Rebsorten wie Viognier, Marsanne und Roussanne bedeckt.

Trotz seines heutigen Renommees konnte sich der Weinbaubereich erst ab der Mitte des 20. Jhd. wieder etablieren. Engagierte Winzer wendeten sich dem Anbau von Früchten ab und beschäftigten sich wieder mit Weinbau. Sie begannen die durch die Reblaus oder den 2. Weltkrieg zerstörten Rebflächen wieder aufzubauen und deutlich zu vergrößern.

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen und topografischen Gegebenheiten wird der Bereich der nördlichen Rhône in 8 eigenständige Appellationen eingeteilt.

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Château-Grillet

Als Château-Grillet bezeichnet man eine nur 5 ha Rebfläche umfassende Appellation im Bereich der nördlichen Rhône innerhalb der Appellation Condrieu. Die Appellation steht im Besitz der Familie Neyret-Gachet und gehört zu den kleinsten Appellationen Frankreichs. Aufgrund der äußerst speziellen Topografie, welche die Reben besonders vor kalten Nordwinden schützt, bekam der Bereich den A.O.C.-Status verliehen. Hier wird ausschließlich die weiße Rebsorte Viognier angebaut. Die Reben werden aber deutlich früher als im restlichen Condrieu geerntet und lange im Fass ausgebaut. Durch den langen Ausbau verfügen die Weine über ein enormes Alterungspotenzial.

Condrieu

Die Appellation Condrieu schließt im Süden an die Côte Rôtie an und setzt sich aus 50 ha Rebfläche zusammen. Die Weinberge verfügen über eine südliche Ausrichtung und sind durch die einzelnen, sehr steilen Terrassen gekennzeichnet. Im Gegensatz zur Côte Rôtie werden in der Appellation Condrieu hauptsächlich Weißweinrebsorten wie Viognier kultiviert. Die Weine gelten als kräftig, ausdrucksstark und fruchtig. Sie verfügen über einen hohen Alkoholgehalt sollten aber dennoch in jungen Jahren getrunken werden, da sie sonst an Frische verlieren.

Cornas

Die kleine, ca. 80 ha Rebfläche umfassende Appellation Cornas liegt am Westufer der Rhône nahe der Stadt Valence. Wie auch im restlichen nördlichen Teil der Rhône sind die Weinberge äußerst steil und in Form von Terrassen angelegt. Vorwiegend wird die rote Syrah-Traube kultiviert. Sie bringt im Cornas kräftige, alkoholstrake und körperreiche Weine hervor. Die Weine sollten mind. 5 Jahre in der Flasche gelagert werden, da sie in jungen Jahren einen leicht erdigen Geschmack haben, der sich aber mit zunehmender Reife legt.

Côte Rôtie

Die bekannte Appellation Côte Rôtie zählt zu den besten Lagen an der nördlichen Rhône. Die Appellation befindet sich südlich der Stadt Vienne und verfügt über eine Gesamtrebfläche von 150 ha. Die Weinberge der Côte Rôtie verfügen über eine südliche Ausrichtung und sind in Form von Terrassen angelegt. Daher kommt auch der Name der Appellation, welcher zu Deutsch so viel bedeutet wie "gerösteter Hügel".

Die Rebflächen der Appellation gliedern sich in 2 Bereiche. Die Côte Blonde und die Côte Brune. An der Côte Blonde werden Weine hergestellt, die einen Anteil von bis zu 20 % der weißen Rebsorte Viognier enthalten und dadurch leicht zugänglich sind. Die Weine der Côte Brune werden zur Gänze aus der roten Syrah-Traube hergestellt. Aufgrund der vorhandenen Schieferböden mit hohem Eisenanteil verfügen die Weine über einen hohen Gerbstoffgehalt. Aufgrund dessen sollten die Weine vor dem Genuss mindestens 10 Jahre in der Flasche gelagert werden, um ihren Gerbstoffgehalt verringern und ihre Komplexität und ihren süßen Schmelz optimal ausspielen zu können.

Crozes-Hermitage

Die Appellation Crozes-Hermitage ist die Größte im Bereich der nördlichen Rhône und umfasst ca. 1.200 ha Rebfläche. Insgesamt sind 11 Gemeinden zur Herstellung von Weinen zugelassen. Hauptsächlich wird die rote Rebsorte Syrah kultiviert, welche kräftige und tanninreiche Weine hervorbringt, die jedoch nicht so schwer ausfallen wie jene aus dem Hermitage. Die Weine können bereits in jungen Jahren genossen werden. Die Ausnahmen bilden nur einige im Holzfass ausgebaute Weine die einer längeren Flaschenlagerung bedürfen.

Hermitage

Die weltberühmte Appellation Hermitage liegt am östlichen Ufer der Rhône direkt gegenüber der Appellation Saint-Joseph. Das Landschaftsbild dominiert der auch für den Namen der Appellation verantwortliche Berg, der hinter dem Ort Tain in die Höhe ragt. An die 150 ha Rebfläche stehen im Hermitage für die Winzer zur Verfügung. Die Weinberge sind in Form von Terrassen angelegt, haben einen Untergrund aus Granit und verfügen über eine südliche Ausrichtung. Die Rebflächen sind zu 2 Dritteln mit Syrah bestockt, das verbleibende Drittel verteilt sich auf die Rebsorten Marsanne und Roussanne. Die Hermitage-Weine verfügen über viel Bukett, sind sehr konzentriert und kräftig im Aroma. Die Weine sollten mind. 10 Jahre in der Flasche reifen, um das in jungen Weinen vorhandene, undurchdringliche Tanningerüst abbauen zu können und ihre ganze geschmackliche Vielfalt zu offenbaren.

Saint-Joseph

Südlich der Appellation Condrieu liegt die ca. 900 ha Rebfläche Appellation Saint-Joseph am rechten Ufer der Rhône. In der Appellation dominiert wie in vielen Teilen der nördlichen Rhône die Syrah-Traube. Die besten Reblagen liegen dem Hermitage gegenüber. Die Weine ähneln auch in ihren Eigenschaften den Nachbarn, sind kräftig, tanninreich und verfügen über viel Charakter.

Saint-Péray

Die südlichste Appellation an der Rhône Septentrional ist Saint-Péray. Die Appellation schließt an Cornas an und verfügt über eine Größe von ca. 60 ha. Vor allem Weißweinrebsorten wie Marsanne oder Roussanne befinden sich im Anbau und werden als körperreiche Schaumweine mit goldener Farbe gekeltert. Nicht so bekannt wie die Schaumweine sind die stillen Weißweine die aber auch von guter Qualität sind.

Südliche Rhône, Rhône Méridional

Der Weinbau an der südlichen Rhône gilt als viel einfacher als jener des Nordens. In diesem Bereich findet man keine in terrassenform an steilen Hängen angelegten Rebflächen. Das Gros der Weingärten ist im Flachland angesiedelt, verfügt über Schwemmland- oder Sandebenen und ist leicht maschinell zu bewirtschaften. Im Unterschied zum nördlichen Teil der Rhône dominiert hier ein mediterranes Klima, das die Einflüsse der Provence näher bringt. Einziges Manko ist der Mistral, ein kalter Nordwind, der die Reife der Trauben negativ beeinflussen kann.

Auch im Bereich der südlichen Rhône werden überwiegend rote Rebsorten angebaut, die sowohl als Rot- als auch als Roséwein ausgebaut werden. Die Weine werden aber nicht wie im Norden sortenrein ausgebaut, sondern immer miteinander verschnitten. Zum Verschnitt können bis zu 13 Rebsorten herangezogen werden. Darunter Grenache, Carignan, Cinsault, Syrah, Mourvèdre, Roussanne und Ugni Blanc.

Der Großteil der Rebflächen liegt in der Hand von Genossenschaften nur ein kleiner Teil fällt auf privat agierende Winzerfamilien.

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen und topografischen Gegebenheiten wird der Bereich der südlichen Rhône in 11 eigenständige Appellationen eingeteilt.

Beaumes-de-Venise

In der Appellation Beaumes-de-Venise werden vorwiegend Rot- und Süßweine hergestellt. Dabei dürfen aber nur die Süßweine unter dem Namen der Appellation verkauft werden. Die Rotweine müssen als Côtes du Rhône-Villages bezeichnet werden. Das Aushängeschild der Appellation ist der Vin Doux Naturel der ausschließlich aus der Rebsorte Muscat Blanc à Petits Grains hergestellt werden darf. Weiters darf die Gärung der Weine erst nach dem Erreichen einer Mindestsüße von 110 g/Liter durch die Zugabe von Alkohol gestoppt werden.

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Châteauneuf-du-Pape

Die kleine aber weltbekannte Appellation Châteauneuf-du-Pape liegt ca. 10 km nördlich von Avignon direkt am Ufer der Rhône und verfügt über eine Gesamtrebfläche von ca. 3.000 ha. Erstmals wurde die Appellation in der Zeit von Papst Klemens V erwähnt, damals aber noch unter dem Namen Calcernier. Die Umbenennung erfolgte erst durch den Nachfolger von Klemens V. nämlich Johannes XXII.

In der Appellation wird fast ausschließlich Rotwein hergestellt. Insgesamt sind 13 Rebsorten für die Weinherstellung zugelassen, doch spielen nur Grenache, Syrah, Cinsault und Mourvèdre eine bedeutende Rolle. Die Reben bringen auf den vorherrschenden Kiesböden einen mächtigen, alkoholstarken, körperreichen, konzentrierten und tiefgründigen Wein hervor, der weit über die Grenzen des Landes bekannt ist. Die Weine müssen vor dem Genuss mind. 10 Jahre in der Flasche reifen, um ihre Güte optimal ausspielen zu können. Mit dem Ende des 20. Jhd. setzten sich einige Winzer für modernere Herstellungsmethoden ein. So werden heute einige Weine der Appellation nach der Methode der Macération Carbonique so hergestellt, dass sie schon noch wenigen Jahren Flaschenreife ihre ganze Opulenz offenbaren können.

Coteaux du Tricastin

Südlich der Stadt Montélimar befindet sich die ca. 2.000 ha große Appellation Coteaux du Tricastin. In einem etwas kühleren Klima werden vorwiegend aus den Rebsorten Grenache und Syrah leichte und jugendlich anmutende Rotweine hergestellt. Die süffigen Weine werden in den Gaststätten der Region an die Touristen ausgeschenkt und kommen nur selten in den Handel.

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Côtes du Lubéron

In der ca. 3.000 ha große Appellation Côtes du Lubéron sind 36 Winzer-Gemeinden zugelassenen. Sie bildet den südlichen Abschluss des Rhône-Tales und markiert den Übergang zur Provence. Dieser Bereich wurde 1988 als A.O.C. klassifiziert und ist vor allem für die Herstellung von Rot-, Weiß- und Roséweinen bekannt. Die Ertragsbeschränkung liegt bei 50 Hektoliter/Hektar. Alle Weine müssen einen Mindestalkoholgehalt von 11 Volumenprozent aufweisen.

Côtes du Rhône-Villages

Als Côtes du Rhône-Villages bezeichnet man eine Sammelappellation an der südlichen Rhône. An die 70 Weinbaugemeinden dürfen ihre Weine unter dieser Kennzeichnung im Handel anbieten. Vorwiegend werden unter der Bezeichnung Rotweine aus den Rebsorten Grenache, Syrah, Cinsault und Mourvèdre hergestellt. Sie gelten den einfacheren Côtes du Rhône aber vor allem durch strengere Regelungen wie etwas höhere Mostgewichte oder geringere Erntemengen als qualitativ überlegen. Die Weine sollten in jungen Jahren getrunken werden können aber in besonders guten Jahrgängen durch eine bis zu 5 Jahre andauernde Flaschenreife noch an Feinheit gewinnen.

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Côtes du Ventoux

Die 7.000 ha Rebfläche umfassende Appellation Côtes du Ventoux grenzt an den Kernbereich der südlichen Rhône und breitet sich von diesem in südlicher Richtung bis an die Grenzen der Côtes du Lubéron aus. Die Rebflächen sind in der Umgebung des Mont Ventoux angesiedelt. Das durch die Lage etwas gemäßigtere Klima führt zu leichteren und jugendlicheren Weinen. Darum darf seit dem 15. November 1967 der Côtes du Ventoux auch als Primeur, also als sehr junger Wein vermarktet werden. Die Ertragsbeschränkung liegt generell bei 50 Hektoliter/Hektar. Die Weine müssen einen Mindestalkoholgehalt von 11 Volumenprozent aufweisen. Im Übrigen beliefert insbesondere die Gegend um die Gemeinde Gordes den lokalen Markt mit Oliven, Kirschen, Mandeln, Trüffeln, Lavendel, Tafeltrauben und Eichenholz für Fassbinder.

Gigondas

Nordöstlich der Appellation Châteauneuf-du-Pape befindet sich die kleine Appellation Gigondas. Die Weine werden im Verschnitt der lokalen Rebsorten gekeltert, ähneln denen aus dem Nachbarbereich und verfügen stets über ein würziges Bukett, eine starke Tanninstruktur und einen großen Charakter.

Lirac

Die Appellation Lirac liegt ganz im Süden der Rhône Méridional am rechten Ufer des Flusses nördlich der Stadt Avignon. In der Appellation werden sowohl Rot- als auch Weiß- und Roséweine hergestellt. Die Weine werden aus lokalen Rebsorten gekeltert, wobei der Anteil von Grenache an den Weinen per Gesetz auf einen Anteil von 40 % limitiert ist.

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Rasteau

Das Weinbaugebiet Rasteau ist eine nach dem gleichnamigen Ort benannte Appellation in der südlichen Rhône. Wie in der Appellation Beaumes-de-Venise werden auch in der Appellation Rasteau vorwiegend Süßweine hergestellt. Der einzige Unterschied liegt in der verwendeten Rebsorte. Während Weine in Beaumes-de-Venise aus der Rebe Muscat Blanc à Petits Grains hergestellt, so wird in der Appelation Rasteau die Rebsorte Grenache für die Herstellung der Süßweine verwendet. Unteranderem werden auch noch Rot- und Weißweine gekeltert, dürfen aber nur unter der Appellation Côtes du Rhône-Villages vermarktet werden. Die Ertragsbeschränkung der Appelation liegt generell bei 38 bis 42 Hektoliter/Hektar. Die Weine müssen einen Mindestalkoholgehalt von 12,5 Volumenprozent aufweisen.

Tavel

Die über 900 ha Rebfläche verfügende Appellation Travel liegt westlich von Avignon am rechten Ufer der Rhône. In der Appellation werden ausschließlich Roséweine hergestellt welche aus den Rebsorten Grenache und Cinsault bestehen müssen. Dabei darf der Anteil an Grenache aber nicht mehr als 60 % betragen. Weitere Unterschiede zu den anderen Appellation der südlichen Rhône findet man in den späten Lese der Trauben und den langen Maischezeiten in offenen Bottichen. Die Weine verfügen dadurch über großes Alterungspotenzial, sind sehr gehaltvoll und körperreich. Um sich dem modernen Konsumenten anzupassen werden seit Ende des 20. Jhd. aber auch leichte und süffige Roséweine hergestellt.

Vacqueyras

Die Appellation Vacqueyras liegt südlich der Appellation Gigondas. Nicht nur im Geschmack sondern auch in der Herstellung und in Bezug auf die verwendeten Rebsorten findet man bei diesen Appellation deutliche Übereinstimmungen.


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Geschichte

Der Weinbau hat im Rhône-Tal eine lange Tradition die bis in das 1. Jhd. v. Chr. zurückreicht. Erste archäologische Funde die den Beginn des Weinbaus auf diese Zeit datieren stammen von Tonamphoren die zum Transport der Weine genutzt wurden. Im 1. Jhd. n. Chr. berichteten römische Reisende, dass der lokale Stamm der Allobroger im nördlichen Rhône-Tal Reben zog. Im weiteren Verlauf der Jahrhunderte wurde der Weinbau im Rhône-Tal immer populärer und der Aufschwung konnte auch durch Ereignisse wie den Zerfall des Römischen Reiches oder den Einfall der Germanen nicht gestoppt werden. Bis ins Mittelalter standen die Weine aus dem Rhône-Tal aber meist im Schatten der Burgunder. Da das Herzogtum des Burgund verhindern wollte, dass die Weine aus dem Rhône-Tal nach Paris oder London auf die Märkte kamen, belegten sie die Weinen mit extrem hohen Zöllen und blockierten den Händeln sogar den Weg entlang der Saône, dem einzigen Verkehrsweg dieser Zeit. Erst als Papst Klemens V. seinen Sitz von Rom nach Avignon verlegte, bekamen die Weine des Rhône-Tals einen großen Schub. Auf Klemens V. folgte Johannes XXII. der unter seiner Regentschaft die Weinberge des noch heute bekannten Châteauneuf-du-Pape errichten ließ.

Den internationalen Durchbruch schafften die Weine des Rhône-Tals aber erst im 17. Jhd. durch die deutlich verbesserten Transportwege. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinien im 19. Jhd. wurden die Weine selbst in Paris immer gefragter. Der Trend zur Herstellung von Massenweinen die in Fässern verkauft wurden brachte dem Gebiet nach dem Ende des 2. Weltkrieges einen deutlichen Imageverlust. Erst in den 1980er Jahren besannen sich die Winzer auf das enorme Potenzial der Region und begannen wieder hochqualitative Weine herzustellen.


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Wichtige Produzenten




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