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Österreich - Weinbauland





Österreich gehört zu den ältesten Weinbaukulturen Mitteleuropas. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern zählt Österreich mit nur 48.000 ha Rebfläche, die von ca. 32000 Winzern bewirtschaftet werden, allerdings zu den kleineren Weinbauländern. Die österreichischen Weiß-, Rot- und Süßweine sind für ihre hohe Qualität an bekannt und zählen mitunter zu der Spitze der europäischen und internationalen Weinszene.



Geschichte



Der österreichische Weinbau hat wahrscheinlich im kleinen burgenländischen Dorf Zagersdorf in der Nähe von Eisenstadt seinen Ursprung. Hier wurden in einem etwa 2700 Jahre alten Hügel aus der Hallstattzeit Traubenkerne entdeckt, die genetisch mit der Wilde Weinrebe (bot.: Vitis vinifera) übereinstimmen.

Schon die in der Antike, in Österreich siedelnden Kelten, wussten offensichtlich, dass Trauben nicht nur gesund waren, sondern sich auch exzellent zur Herstellung von alkoholischen Getränken, wie dem Wein eigneten. Nach den Kelten kamen die Römer nach Österreich und gründeten in den Ostalpen und im östlichen Alpenvorland die Provinzen Noricum und Pannonia superior, wo sie den bereits bekannten Weinbau stark förderten und perfektionierten. Nach dem Abzug der Römer und dem Untergang des römischen Imperiums im 5. Jh. kam der Weinbau in Österreich fast zum Stillstand, da die nun in Österreich vorherrschenden Völkerstämme der Slawen, Goten und Awaren kaum etwas über dieses Thema wussten. Der österreichische Weinbau erlebte erst wieder unter der Herrschaft der Franken eine Renaissance, da vor allem der Weinliebhaber Karl der Große dem österreichischen Weinbau wieder entscheidende Impulse versetzte. So legten im 11. und 12. Jh. Zisterziensermönche hunderte von Weinbergen an, die eine größere Fläche bedeckten als heute. Im Laufe der Zeit genoss der österreichische Wein immer größeres Ansehen und wurde weltweit geschätzt.

Die Qualität der Weine stieg fortlaufend bis zum Beginn der Neuzeit. So sollen im Jahre 1526 bereits im Burgenland Auslesen hergestellt worden sein. Gut 250 Jahre später schuf der österreichische Kaiser Josef II. die erste rechtliche Grundlage für den Weinanbau und den Vertrieb von Weinen. Im Jahre 1784 erlaubte der Kaiser auch den Ab-Hof-Verkauf von Weinen und legte damit den Grundstein für eine große Tradition, die der so genannten Buschenschanken, die nach der Art ihres Weines meist auch als Heurige bezeichnet werden.

Im 19. Jh. wurde der Weinbau dann durch die Eröffnung zahlreicher Weinschulen technisch und wissenschaftlich vorangetrieben. Der stetige Aufwärtstrend der österreichischen Weine wurde aber in den 1980er Jahren kurz unterbrochen, damals erschütterte ein großer Weinskandal die gesamte Weinwelt und zerstörte vorübergehend das Vertrauen in österreichische Weine. Der Auslöser für den Skandal waren Weine, die durch den Zusatz des verbotenen Stoffes Diethylenglykol gepanscht wurden. Der durch den Skandal ausgelöst Absatzeinbruch führte in Österreich zu einem noch strengeren Weingesetz und zu rigorosen Kontrollen der Winzer. So konnte für die Qualität der angebotenen Weine wieder garantiert werden und die österreichischen Weine wurden wieder zu dem was sie schon vor dem Skandal waren.



Topografie und Klima

Das in Österreich vorherrschende kontinentale Klima bevorzugt vor allem einen Weinanbau auf Ebenen unter 500 m, da die Trauben sonst nicht mehr reif werden können, deshalb sind Österreichs Rebflächen auch auf den Norden und den Osten des Landes beschränkt. Das hier vorherrschende Klima wird als kontinentales oder pannonisches Klima bezeichnet und kennzeichnet sich durch bitterkalte Winter und sehr trockene, durchwegs auch heiße Sommermonate und relativ wenig Niederschlag mit höchstens 800 ml/Jahr. Großen Einfluss auf das Klima haben auch große stehende und fließende Gewässer, wie die Donau oder der Neusiedlersee.

Die Böden Österreichs weisen durchwegs große Unterschiede auf, bestehen sie in manchen Teiles des Landes aus Löss, Kalk oder Schiefer so bestehen sie in anderen Teiles das Landes Mergel oder Sand. Doch diese Unterschiede manchen den Weinbau gerade so reizvoll.



Rebsorten

Man könnte Österreich auch als ein Weißweinland bezeichnen, da rund 70 % der gesamten Rebfläche mit weißen Rebsorten bedeckt sind. Rote Rebsorten kommen lediglich auf 30 %, rückten aber in den letzten Jahren deutlich mehr in den Vordergrund. Dennoch verfügt Österreich über eine der größten Rebsortenvielfalten in ganz Europa. Bekannt sind ca. 20 Weißweinrebsorten und 10 Rotweinrebsorten, manche davon sind in keinem anderen Teil der Welt zu finden.

Weiße Rebsorten

Rund ¾ der österreichischen Rebflächen sind mit Weißweinreben bestockt. Dabei wird die Rebsorte Grüner Veltliner auf über 17.500 ha kultiviert und gehört damit zu den wirtschaftlich wichtigen und häufigsten kultivierten Rebsorten Österreichs. Nach dem Grünen Veltliner teilen sind der Welschriesling und der Riesling die Plätze 2 und 3. Darüber hinaus werden noch die Rebsorten Müller-Thurgau, Chardonnay, Muskat-Ottonel, Roter Veltliner, Sauvignon Blanc, Grauburgunder, Gelber Muscateller, Neuburger, Rotgipfler, Zierfandler und teilweise auch Weißburgunder häufig angebaut.

Rote Rebsorten

Nur ca. ¼ der österreichischen Rebflächen sind mit roten Rebsorten bestockt. Die dominierende Stellung nimmt dabei der Blaue Zweigelt ein, der auf etwa 4500 ha Rebfläche angebaut wird. Nach dem Blauen Zweigelt werden vor allem noch der Blaufränkisch und der Blaue Portugieser angebaut. Zudem sind noch die Rebsorten Cabernet Sauvignon, St. Laurent, Blauburgunder, Blauer Wildbacher und Merlot bekannt aber nur in geringem Umfang vertreten.



Eigenschaften

Die österreichischen Weine bestechen vor allem durch ihre Qualität und ihre Finesse. So sind die Weißweine meist frisch, lebendig, spritzig und schon in jungen Jahren zugänglich obwohl sie durch die speziellen klimatischen Bedingungen auch großes Alterungspotenzial gewonnen haben.

Die Rotweine zeichnen sich durch Feinheit, Ausgewogenheit, Komplexität und Fruchtigkeit aus, sie können sowohl in jungen Jahren, als auch in großem Alter, ihr volles Potenzial ausspielen.

Daneben werden Süßweine, wie etwa die Auslesen, Beerenauslesen, Eisweine oder der Ruster Ausbruch gekeltert. Die Süßweine zeichnen sich durch eine markante Süße und leichte Säure sowie durch ihre Frucht aus.



Österreichische Weinbaugebiete



Klassifizierungen und gesetzliche Grundlagen

Eine erste Regelung des österreichischen Weinbaues gab es bereits im 3. Jh. und wurde vom römischen Kaiser Probus ins Leben gerufen. Ein paar Jahrhunderte später teilte dann erstmals Karl der Große die Rebsorten nach ihrer Güteklasse ein, wobei er die besten Reben als fränkisch und die schlechtesten als hunnisch bezeichnete.

Die Grundlage für den heutigen österreichischen Weinbau bildet das österreichische Weingesetz, es wurde 1985 durch den Weinskandal neu strukturiert und verschärft. Grundsätzlich ist es an das Deutsche Weingesetz angelehnt, ist aber in der Ausführung deutlich strenger. Im Unterschied zu Deutschland liegen die Anforderungen an die Weine im Bezug auf das Mostgewicht. Das Mostgewicht wird in Österreich in KMW gemessen. Dabei unterteilt das österreichische Weingesetz Weine in folgende Qualitätsstufen.

Qualitätsstufen beim österreichischen Wein

Das österreichische Weingesetz hat sich zudem an den französischen Weingesetzen orientiert. So sind in Österreich die maximalen Hektarerträge stark begrenzt. Es wurde ein Höchstbetrag von 9000 kg Trauben pro ha Rebfläche festgelegt. Dadurch können nur maximal 55 Hektoliter Wein pro ha Rebfläche gekeltert werden. Darum produziert Österreich auf etwa der Hälfte der Rebfläche von Deutschland 75 % weniger Wein als das Deutschland. Darüber hinaus müssen alle österreichischen Weine eine rot-weiß-rote Banderole am Flaschenhals, auf der Kapsel oder über dem Korken tragen. Damit kann der Konsument davon ausgehen, dass dieser Wein im Einklang mit dem österreichischen Weingesetz gekeltert wurde und von hoher Qualität zeugt.

Zudem muss die Geschmacksrichtung auf dem Etikett deutlich gekennzeichnet werden. Obergrenze für trockene Weine ist ein Restzuckergehalt von maximal 4 g/Ltr. Wein, eine Ausweitung auf 9 g/Ltr. wie in Deutschland ist verboten, diese Weine gelten in Österreich schon als halbtrocken. Weine mit einem Restzuckergehalt von bis zu 18 g/Ltr. werden als lieblich oder halbsüß; Weine ab einem Restzuckergehalt von 18 g/Ltr. werden als Süßweine deklariert. Weiters müssen österreichische Weine zu mindestens 85 % aus der einen oder aus den maximal 2 am Etikett angegebenen Rebsorten gekeltert werden und aus dem angegebenen Jahrgang stammen.









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