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Wien Weinanbauregion


Inhaltsverzeichnis


Wien ist die kleinste der vier österreichischen Weinbauregionen, und befindet sich im Großraum der Stadt Wien, der österreichischen Bundeshauptstadt. Hier bewirtschaften etwa 450 Winzer ungefähr 700 ha Rebfläche. Die Wiener Winzer kreierten die nur regional geltende Qualitätskennzeichnung Vienna Classic. Sie wird nur den besten Weinen der Region verliehen und soll für höchste Qualität garantieren.



Region

Das Weinbaugebiet Wien liegt wie eine Insel inmitten des großen Weinbaulandes Niederösterreich. Im Westen grenzen die Rebflächen an das Donautal, im Norden an das Weinviertel, im Osten an Carnuntum und im Westen an die Thermenregion. Die Weinbauregion Wien kennzeichnet insbesondere durch ihre Bodenvielfalt, bestehend aus Schiefer-, Schotter, Lehm- und Lössboden aus. Zu den bekanntesten Weinbauorte Wiens zählen Heiligenstadt, Nussdorf, Sievering, Neustift am Walde und Grinzing.



Weinbauregion Wien: Geschichte

Früher wurde auch im Stadtzentrum von Wien Wein angebaut. Noch im Jahr 1547 gab es einige Weinanbauflächen in der Nähe der Hofburg.

Der Wiener Weinbau ist wahrscheinlich genauso alt wie die Stadt Wien selbst. Schon in der keltischen Siedlung Vedunia und später im römischen Militärlager Vindobona gab es, wie antike Traubenkernfunde zeigen, schon zahlreiche Rebkulturen. Die ältesten, nachweisbaren Wiener Weingärten werden aber erst auf das Jahr 1132 datiert. Der Weinbau war in Wien aber schon seit jeher populär und so war im späten Mittelalter schon ein Großteil Wiens mit Reben bestockt.

Einen Erlass von Kaiser Joseph II. im Jahre 1784, der den Winzern das Recht gab ihre Weine ab Hof zu verkaufen, beflügelte die Wiener Weinkultur. Überall in der Stadt wurden so genannte Heuriger eröffnet, die den gleichnamigen jungen Wein ab Hof verkauften. Einige Jahre später erließ Joseph II. zudem noch ein weiteres Gesetz. Es erlaubte den Weinbauern die Preise für ihren Wein selbst festzusetzen. Dieses Gesetz war der Auslöser für die Entwicklung der Wiener Weinkultur.

Doch der Wiener Weinbau geriet Mitte des 19. Jh. stark unter Druck. Die Nachfrage nach Wein sank so sehr, dass zahlreiche Winzer nicht mehr profitabel wirtschaften konnten und ihre Betriebe schließen mussten. Erst ab dem Ende der 1950er Jahre erlebte der Wiener Weinbau eine Renaissance und wurde wieder annähernd so populär wie zuvor.



Weinbauregion Wien: Rebsorten

Wie in fast allen österreichischen Weinbauregionen dominieren auch in Wein die weißen Rebsorten. Auf über 85 % der Wiener Gesamtrebfläche mit 679 ha werden weiße Rebsorten kultiviert. Die am häufigsten angebaute weiße Rebsorte ist mit über 200 ha Rebfläche der Grüne Veltliner, mit beträchtlichem folgt von Riesling 88 ha, Chardonnay 85 ha. Weitere vorherrschende weiße Rebsorten Welschriesling, Müller-Thurgau, Neuburger und andere. Etwa 74 ha der Rebflächen werden mit dem so genannten gemischten Satz bewirtschaftet. Beim Gemischten Satz werden nach alter Tradition verschiedene Rebsorten im Weinberg gemischt kultiviert und zusammen zu dem typischen Wiener Heurigenwein gekeltert.

Bei den roten Rebsorten ist der Blaue Zweigelt mit 38 ha, die am häufigsten angebaute Rebsorte. Darauf folgen Pinot noir (13 ha), Blaue Portugieser (11 ha), Blauburgunder (11 ha) und St. Laurent, (8 ha). In geringem Unfang werden zudem Blaufränkisch, Merlot, Cabernet Franc und Blauer Wildbacher kultiviert. Etwa 5,5 ha der Rebflächen werden mit dem so genannten Gemischten Satz bewirtschaftet.



Weinbauregion Wien: Eigenschaften

Die Weinbauregion Wien zeichnet sich durch ihre herausragenden Weißweine aus den Rebsorten Grünen Veltliner, Riesling oder Weißburgunder aus. Sie gelten als rassig, von kräftiger Struktur und robustem Körper. Mitunter sind sie qualitativ mit den benachbarten Weißweinen aus Niederösterreich zu vergleichen. Die in Wien hergestellten Rotweine sind eher leicht, haben wenig Tannin und können problemlos auch schon in jungen Jahren getrunken werden. Die wichtigste Stellung nimmt in Wien der Heurigewein ein. Er zählt zu den beliebtesten Getränken der Wiener.



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 »
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 »
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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