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Elsass - Weinanbaugebiet, Haut-Rhin, Bas-Rhin


Inhaltsverzeichnis

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Das Elsass ist ein französisches Weinbaugebiet mit 15.000 ha Rebfläche im Osten Frankreichs. Jährlich werden im Elsass 1,2 Mio. Hektoliter Wein hergestellt. Die zur Herstellung zugelassenen Rebsorten sind strikt vorgeschrieben und die Höchsterträge liegen bei maximal 80 hl Wein/ha Rebfläche. Ein Unikum der Region sind die sogenannten Elsässer Weinflaschen, die als Flöten oder Flûtes bezeichnet werden.



Region

Die Weinberge des Elsass verlaufen entlang der Vogesen. Sie beginnen im Norden bei Marlenheim und erstrecken sich auf einer Länge von ungefähr 100 km in südlicher Richtung bis nach Thann. Auch die Rebflächen rund um die Stadt Wissembourg zählen noch zum gesetzlich festgelegten Weinbaugebiet. Die Weinberge fallen sanft zum Oberrheingraben ab und sind dadurch vor zu starkem Wind und vor übermäßigem Niederschlag geschützt.

Die Weinberge liegen zwischen dem 47,5. und dem 48,5. nördlichen Breitangrad und sind klimatisch mit dem deutschen Weinbaugebiet Baden zu vergleichen. Es dominieren sehr warme und trockene Sommer, welche teilweise auch Dürreperioden mit sich bringen können.

Die Böden sind von deutlichen Unterschieden geprägt. In den steileren Hanglagen findet man Böden aus Urgestein, Schiefer, Gneis, Sand- und Vulkangestein, mit einer dünnen Erdauflage. Im Flachland verfügen die Böden meist über eine dickere Erdauflage und Untergründe aus Ton, Kalk oder Mergel.

Aufgrund der klimatischen und topografischen Unterschiede wird das Gebiet laut Weingesetz in die Bereiche Haut-Rhin und Bas-Rhin gegliedert.

Haut-Rhin

© David Espin / fotolia.com

Die Weinbauorte im Süden des Elsass werden zum Département Haut-Rhin gezählt.

Bas-Rhin

Das Département Bas-Rhin umfasst die Weinbauorte im Norden des Elsass.



Geschichte

Im Elsass wurde schon vor den Römern durch die Kelten erstmals Weinbau betrieben. Doch wie in vielen Ländern Europas perfektionierten und optimierten auch hier die Römer die bereits vorhandenen Weinbaumethoden und verhalfen der Region zu einer Blütezeit. Mit dem Einfall der Germanen im 5. Jhd. wurde der Aufstieg des Weinbaus aber schlagartig gestoppt.

Durch die Ansiedlung zahlreicher Mönchsorden im weiteren Verlauf der Jahrhunderte konnte sich die Region aber wieder erholen. Schon Bischof Gregor von Tours lobte den Geschmack der Weine, der dafür ausschlaggebend war, dass die Elsässer Gewächse im Mittelalter zu den gefragtesten und teuersten der Welt zählten. Bis ins 16. Jhd. setzte sich die Erfolgsgeschichte fort, damals waren die Rebflächen fast mehr als doppelt so groß wie heute.

Den nächsten groben Rückschlag übte der Dreißigjährige Krieg (von 1618 bis 1648) auf die Region aus. Während dieser Zeit wurden fast alle Rebflächen zerstört. Bis ins 19. Jhd. hatte das Elsass mit den Folgen zu kämpfen und es wurden nur mittelmäßige Weine hergestellt, die nach Deutschland exportiert wurden um dort mit anderen Weinen verschnitten zu werden. Durch den Anschluss des Elsass an Deutschland und durch den Einfall der Reblaus gaben die Winzer Ende des 19. Jhd. dann fast alle hochqualitativen Steillagen auf und pflanzten nur noch im Flachland Reben an.

Einen Aufschwung erlebte der Weinbau erst mit der Rückgabe des Elsass an Frankreich im Jahr 1919. In Folge wurden die Hybridreben gerodet und man begann die Steillagen wieder mit gepfropften Rebsorten neu zu bestocken.



Rebsorten des Elsass

Offiziell sind im Elsass nur 9 Rebsorten zur Weinherstellung zugelassen, dennoch stehen vereinzelt auch noch einige vom Aussterben bedrohte Sorten zur Verwendung. Die populärste Rebe ist der Riesling, der mehr als ein Fünftel der Rebflächen bedeckt. An zweiter Stelle rangiert Pinot Blanc, der im Elsass auch als Klevner bezeichnet wird, mit einem Anteil von 20 % an der Gesamtrebfläche. Darauf folgen der Gewürztraminer und der Pinot Gris. Zudem sind Muskateller, Sylvaner, Chasselas und Auxerrois von Bedeutung.

Für einen Anteil von 9 % an der Gesamtrebfläche zeichnen die Rotweinrebsorten verantwortlich. Die Einzige zur Herstellung zugelassene Rotweinrebsorte ist Pinot Noir.



Eigenschaften

Bekannt ist das Elsass vor allem für seine Weißweine, die den deutschen Weinen stark ähneln. Allerdings werden die Elsässer Weine fast immer durchgegoren und kommen dadurch völlig trocken ausgebaut in den Handel. Sie dürfen einen maximalen Restzuckergehalt von 4g/l Wein nicht überschreiten. Die Weißweine sind aufgrund ihrer trockenen Art und ihrer kernigen, fein strukturierten Säure ein idealer Speisenbegleiter vor allem für schwere und fettreiche Gerichte, wie sie in der Region typisch sind. Weiters verfügen die Weißweine über ein blumiges Aroma, eine feine Würze und ein üppiges Bukett. Generell sollten die Weine nicht zu jung getrunken werden, da sie in jungen Jahren noch nicht ihre ganze Güte offenbaren können.

Die Rotweine des Elsass sind international kaum von Bedeutung. Kennzeichnend sind eine blassrote an Roséweine erinnernde Farbe, ein mildes Beerenaroma und ein sanft strukturierter Tanningehalt. Sie sollten relativ kühl getrunken werden, um ihr volles Aroma entfalten zu können.

Neben den Weiß- und Rotweinen sind aber auch noch der Crèmant d'Alsace, der Edelzwicker und die Vendange Tardive von Bedeutung. Nur äußerst selten bekommt man aus dem Elsass auch einen Vin de Paille oder einen Eiswein.



Gesetzliche Grundlagen

Aufgrund der langen Zugehörigkeit zu Deutschland fallen die Weine nicht direkt in den Rahmen des französischen Weingesetzes. Aus diesem Grund wurde die Region erst spät zur A.O.C. deklariert. Um die Weine unter dem A.O.C. vermarkten zu können, müssen diese zur Gänze aus einer Rebsorte gekeltert werden, welche dann auch auf dem Etikett angegeben werden muss.

Die Bestlagen des Elsass wurden im Jahr 1983 unter dem Namen Alsace Grand Cru deklariert.

Die höchste Qualitätsstufe der Elsässer Weine wird am Etikett unter dem Namen Sélection des Grains Nobles gekennzeichnet.



Wichtige Winzer aus dem Elsass


Rebsorten aus Elsass

Rebsorten die in Elsass angebaut werden:



Zusammenfassung und Kurzinfos



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 »
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 »
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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