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Benzoesäure, Monophenylmethansäure, Benzolcarbonsäure, Phenylameisensäure, E 210

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Englisch: Dracylic acid, Benzenecarboxylic acid, Benzoic acid, Phenylcarboxylic acid
Französisch: Acide benzène-carboxylique, Acide benzoque
Spanisch: Acido benzoico, ácido fenil-carboxílico, ácido dracílico, Acido benceno-carboxilíco
Italienisch: Acido fenilcarbossilico, Acido dracilico, Acido benzencarbossilico, Acido Benzoico

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Benzoesäure ist eine aromatische [1] Carbonsäure [2] und wird von der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoff eingesetzt. Benzoesäure trägt die europäische Zulassungsnummer E 210 für Lebensmittelzusatzstoffe. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln kann dieser Konservierungsstoff als Benzoesäure oder unter seiner E-Nummer deklariert werden.

Bei Benzoesäure handelt es sich um einen farblosen Feststoff, der häufig Blättchen oder nadelförmige Kristalle ausbildet. In kaltem Wasser ist diese Carbonsäure eher schlecht löslich, in warmem Wasser löst sie sich etwas besser. In der Lebensmittelindustrie wird Benzoesäure vor allem als Konservierungsstoff eingesetzt, da diese organische Säure [3] eine pilztötende, antibakterielle Wirkung hat. Benzoesäure kommt auch in der Natur vor. Enthalten ist Benzoesäure beispielsweise in Himbeeren, Preiselbeeren, Pflaumen, Heidelbeeren und vielen anderen Früchten. Auch Honig, Sauermilch, Käse und Joghurt enthalten diese organische Säure. Benzoesäure entfaltet ihre konservierende Wirkung am besten in sauren Lebensmitteln. Wird Benzoesäure in sauren Lebensmitteln eingesetzt, so hemmt sie das Wachstum von Bakterien und Hefen. Oftmals wird Benzoesäure in Kombination mit Sorbinsäure eingesetzt, da Sorbinsäure zusätzlich gegen Schimmelpilze wirkt. Die antimikrobielle Wirkung der Benzoesäure kann durch Acetate [4], Sulfite und Kochsalz noch verstärkt werden. Aus diesem Grund wird dieser Konservierungsstoff häufig für essigsaure Lebensmittel genutzt. In Kombination mit Schwefelverbindungen (Sulfite) kommt dieser Konservierungsstoff ebenfalls sehr häufig zum Einsatz.



Herstellung und Vorkommen von Benzoesäure

Benzoesäure kommt zwar auch in der Natur vor, wenn diese Carbonsäure jedoch als Konservierungsstoff eingesetzt werden soll, wird diese in der Regel künstlich hergestellt. Die Synthetisierung für kommerzielle Zwecke dieser Säure erfolgt mittels Toluol [5], Sauerstoff und Katalysatoren. Gentechnisch veränderte Organismen werden für die Herstellung der Benzoesäure nicht verwendet.
Benzoesäure, Benzoate und Ester der Benzoesäure kommen in den meisten Früchten vor. Insbesondere Preiselbeeren enthalten sehr viel Benzoesäure. Zudem sind Benzoate auch in Pilzen, Zimt, Nelken und in manchen Milchprodukten (als Folge von bakterieller Fermentation) natürlicherweise enthalten.



Verwendung von Benzoesäure

Benzoesäure darf nur für bestimmte Lebensmittel in einer genau definierten Menge verwendet werden. Für Lebensmittel, die unbehandelt bleiben sollen beziehungsweise aufgrund geltender Gesetze keine Lebensmittelzusatzstoffe enthalten dürfen, darf Benzoesäure nicht eingesetzt werden.

Verwendet wird Benzoesäure beispielsweise in Lebensmitteln wie Spirituosen, Bier, Aspik, Oliven, Marmelade, Konfitüre, Gelee, Saucen, Ketchup, Wurst, Senf, Margarine, Kaugummi, Garnelen, Flüssigeier, Fischkonserven, Trockenfisch, Diätlebensmittel, kandierte Früchte, glasierte Früchte und eingelegtes Obst und Gemüse. Bei einigen dieser Lebensmittel wird Benzoesäure häufig in Kombination mit Sorbinsäure verwendet. Für die Herstellung von Biolebensmittel darf Benzoesäure nicht verwendet werden.

Die Benzoesäure wird allerdings nicht nur in der Lebensmittelindustrie genutzt. Auch in der Kosmetik- und der Tabakindustrie wird gerne auf diesen Konservierungsstoff zurückgegriffen. Benzoesäure kommt beispielsweise auch in Parfüm vor.



Benzoesäure Gesundheitliche Risiken



Für den Konservierungsstoff Benzoesäure wurde ein ADI-Wert von 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Dieser ADI-Wert bezieht sich auf die Summe aller verzehrten Benzoate [6] und Benzoesäure. Die Benzoesäure und ihre Salze und Ester werden im menschlichen Organismus verwertet. Die Konservierungsstoffe werden im Darm aufgenommen und anschließend über die Niere ausgeschieden. Benzoesäure und auch Benzoate können bei empfindlichen Personen Allergien beziehungsweise pseudoallergische Reaktionen auslösen. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits eine Allergie gegen Aspirin beziehungsweise Salicylsäure und ihre Derivate vorliegt. Auch wer unter Asthma leidet, kann eventuell empfindlich auf Benzoesäure und Benzoate reagieren. Wenn Benzoesäure und ihre Salze und Ester über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen verzehrt werden, können diese Konservierungsstoffe auch zu Verdauungsbeschwerden führen und Krämpfe auslösen. Beeinträchtigungen des Nervensystems können ebenfalls eine Folge eines zu hohen Verzehrs dieser Konservierungsstoffe sein. Von einem häufigen Verzehr wird daher abgeraten.

[1] Aromatische Verbindungen, kurz auch Aromaten, sind eine Stoffklasse [1a] in der organischen Chemie [1b]. Ihr Name stammt vom aromatischen Geruch der zuerst entdeckten Verbindungen dieser Stoffklasse.
[1a] Stoffklassen sind Stoffe mit ähnlichen Eigenschaften.
[1b] Die organische Chemie (kurz: OC), häufig auch kurz Organik, ist ein Teilgebiet der Chemie, in dem die chemischen Verbindungen des Kohlenstoffs untersucht werden.
[2] Carbonsäuren (veraltet auch Karbonsäuren) sind organische Verbindungen, die eine oder mehrere Carboxygruppen (COOH) tragen.
[3] Organische Säuren sind organische chemische Verbindungen, die über eine funktionelle Gruppe [3a]verfügen, die mit Wasser oder anderen protonierbaren Lösungsmitteln eine Gleichgewichtsreaktion eingeht.
[3a] In der Chemie versteht man unter funktionellen Gruppen Atomgruppen in organischen Verbindungen (Organische Chemie), die die Stoffeigenschaften und das Reaktionsverhalten der sie tragenden Verbindungen maßgeblich bestimmen.
[4] Als Acetate werden die Salze und Ester der Essigsäure bezeichnet.
[5] Toluol ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff, häufig ersetzt es als Lösungsmittel das giftige Benzol.
[6] Die Salze und Ester der Benzoesäure werden Benzoate genannt.



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