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Himbeere, Himpelbeere, Honigbeere



Wissenschaftliche Bezeichnung: Rubus idaeus
Englisch: raspberry
Französisch: Ronce du mont Ida, framboisier
Spanisch: frambueso
Italienisch: lampone
Schwedisch: hallon
Polnisch: malina właściwa
Portugiesisch: framboesa


Inhaltsverzeichnis

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Die Himbeere (bot. Rubus idaeus) ist eine Pflanzenart aus der Untergattung Idaeobatus in der Gattung Rubus innerhalb der Familie der Rosengewächse (bot.: Rosaceae). Als Synonyme werden manchmal auch Honigbeere oder Himpelbeere genannt. Die Pflanze ist ein sommergrüner, bis zu 2 m hoch wachsender Scheinstrauch. Aus weißen bis rosafarbenen Blüten entwickeln sich runde bis kegelförmige, 1 bis 3 cm große, innen hole und fein behaarte Früchte. Die reifen Früchte sind meist rot. Daneben werden im Handel aber auch weiße, hellgelbe, schwarze, bernstein- oder orangefarbene Varietäten angeboten. Im Unterschied zu anderen Arten der Gattung Rubus sind die reifen Früchte der Himbeere nur lose an den Blütenboden gebunden und lassen sich leicht abziehen.

Die Frucht der Himbeerpflanze ist aus botanischer Sicht keine Beerenfrucht, sondern eine Sammelsteinfrucht, die sich aus den einzelnen Fruchtblättern entwickelt. Eine Sammelsteinfrucht ist eine spezielle Fruchtform. Sie besteht aus untereinander zusammenhaftenden einzelnen Steinfrüchten, die sich entlang der vorgewölbten Blütenachse ausbilden.


Etymologie

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Der deutsche Name der Himbeere entwickelte sich durch Lautangleichung aus der althochdeutschen Bezeichnung Hintperi und leitet sich aus der altnordischen und angelsächsischen Vokabel hind für Hirschkuh ab.


Himbeersorten

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Es wird zwischen so genannten sommer-tragenden (einmal pro Saison tragenden) und sommer-herbst-tragenden (mehrmals pro Saison tragenden) Sorten unterschieden. Die zwei-mal-tragenden Sorten werden auch als immertragende oder remontierende Sorten bezeichnet. Sommerhimbeeren tragen jedoch nur an zweijährigen Ruten Früchte.
Der überwiegende Teil der Himbeeren gehört zu den sommer-tragenden Sorten. Bei diesen Sorten wachsen die Früchte an den im Vorjahr gewachsenen Ruten.
Remontierende Sorten tragen im Sommer an Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind und im Herbst an Ruten, die im gleichen Jahr gewachsenen sind. Die Ernte von Sommerhimbeeren fällt meist reichlicher aus als bei Herbsthimbeeren.
Werden die im Sommer wachsenden Früchte nicht geerntet und stattdessen die Ruten zurückgeschnitten, so fällt die Haupternte der Himbeeren auf den Herbst.

Für den Frischmarkt werden Sorten bevorzugt, die den Verbraucherwünschen entsprechen. Sie sollten groß, fest und einheitliche mittelrot gefärbt sein. Die wichtigsten internationale Sorten sind.
Anmerkung: Die Namen einiger Sorten sind von ihren Züchtern als Markenname registriert. Aus Gründen der Lesbarkeit wurde auf einen entsprechenden Hinweis verzichtet.

Frühsorten

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Mittelfrühe Sorten

Mittelspäte Sorten

Spätsorten

Remontierende Sorten

Zu den wichtigen Sorten, die im europäischen Ausland angebaut werden gehören:

Frankreich

Schweiz


Geschichte

Sehr wahrscheinlich wurde die Himbeere schon während der Jungsteinzeit von Menschen gesammelt. Die Pflanze wächst in lichten Laubwäldern in Mittel- und Nordeuropa, Nordamerika und Asien und ist von der Ebene bis ins Gebirge anzutreffen. Im Altertum wurde sie als Heilpflanze geschätzt und in römischen Schriften erwähnt. Ab dem Mittelalter wurde die Himbeere von Mönchen in Klostern kultiviert und gezüchtet.


Anbau

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In dem großen Verbreitungsgebiet (Europa, Nordamerika und Asien) wird die Himbeere auch erwerbsmäßig angebaut. 85 5 der Weltproduktion stammt aus Europa. großes Anbauland ist die Russischen Föderation. Danach Folgen der Anbaumenge nach Serbien-Montenegro, Polen, USA, Deutschland, Kanada, Ungarn, Großbritannien, Ukraine und Frankreich.

Himbeer-Anbaugebiete in Deutschland sind vor allem:

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Die weltweite Anbaumenge von Himbeeren stieg stetig von 1961 bis 2014 von 134.115 auf 612.571 Tonnen pro Jahr an. Im gleichen Zeitraum viel die Erntemenge in Deutschland von 20.212 auf 5.563 Tonnen pro Jahr an. Wobei die Erntemenge bis 1999 auf 35.500 Tonnen Pro Jahr anstieg und dann innerhalb weniger Jahre auf das Niveau von heute abfiel. Der weltweit größte Himbeerproduzent ist die Russische Föderation mit 144.000, gefolgt von Polen mit 125.859 und den USA mit 103.510 Tonnen pro Jahr.
Obwohl die weltweite Anbaumenge über die Jahre hinweg stieg, blieb der weltweite durchschnittliche Ertrag pro Hektar weitestgehend um die 60.000 Hektogramm stabil. (1 Kilogramm entsprechen 10 Hektogramm). Den höchsten Ernteertrag pro Hektar Anbauflächen hat Mexiko mit 152.122, die Russische Föderation kommt auf 86.747 und Deutschland hat 50.435 Hektogramm pro Hektar.


Ernte und Angebotsformen



Himbeeren werden direkt in die zum Verkauf vorgesehenen Schalen hinein gepflückt. Übliche Gebindegrößen sind Faserschalen mit 200, 250 und 500 g Einwaage. Importe aus Übersee hingegen werden in mit Folie abgedeckte 125 g-Plastikschalen in den Handel gebracht.


Saison

In Deutschland können frische Himbeeren für den Einzelhandel von früh-reifenden Sorten ab Mitte Juli bis August und ab Mitte, Ende August bis in den Spätherbst (November) hinein angeboten. Mit den ersten Frösten endet die Saison von frischen Himbeeren. Importiert werden Himbeeren überwiegend aus Polen, Österreich, Ungarn, Frankreich und der Ukraine. Spanische Importe werden aus Deutscher Sicht vorsaisonal ab Anfang Juni im deutschen Einzelhandel angeboten. Im Winter kommen die meisten frisch importierten Himbeeren aus Chile auf dem Markt kommen. Kleinstmengen können auch aus Guatemala, den USA, Neuseeland oder Mexiko stammen.
Für den Bedarf der lebensmittelverarbeitenden Betriebe kommen rohe Himbeeren als Importe aus Polen, Ungarn, Rumänien, Mazedonien, Serbien, Montenegro und den Niederlanden. Die Ware wird dann in großen Gebinden, Fässern mit 200 kg Inhalt oder in Tankwagen nach Deutschland transportiert. Tiefgefrorene Himbeeren werden vor allem aus Mazedonien, Chile, Polen, den Niederlanden, Ungarn und Belgien importiert.


Einkauf und Lagerung

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Während der Haupterntezeit im Juli schmecken Himbeeren am besten. Frische Himbeeren sollten trocken und schimmelfrei sein. Denn der Schimmel breitet sich sehr schnell über eine ganze Verpackungseinheit aus. Da die zarten Früchte sehr druckempfindlich sind, sollten sie ganz, unversehrt und am besten nicht übereinander liegend in Schalen gekauft werden. Frische Himbeeren werden schnell überreif und faulen. Darum können sie nur für kurze Zeit gelagert werden. Im Kühlschrank, idealerweise bei 0 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95 % halte sie sich für 1 bis 3 Tage frisch. Ausschlaggebend für die Lagerdauer ist ein schnelles Abkühlen direkt nach der Ernte von 1 bis 2 °C. Kalte Lagertemperaturen verringern die Atmungstemperatur der Himbeeren und verzögern deren Stoffwechselfunktionen und sind damit länger Haltbar als ungekühlte Früchte.

Die Aktivität der Mikroflora auf der Frucht, die für Schimmel und Fäulnis verantwortlich ist, kann in professionellen Lagerräumen durch eine CO2-Luft-Konzentration von 20 bis 25 % herabgesetzt werden.

Im Haushalt bietet es sich an frische Himbeeren nebeneinander auf ein Küchentuch zu legen und mit einem angefeuchteten Tuch so abzudecken, dass das Tuch nicht auf den Früchten aufliegt.

Himbeeren sind nichtklimakterische Früchte. Sie reifen also nach der Ernte nicht weiter auch wenn ihre Farbe während der Lagerung einen dunkleren Ton annimmt.

Himbeeren lassen sich sehr gut einfrieren. Als Tiefkühlware sind sie das ganze Jahr über erhältlich.


Verpackung

Himbeeren sollte so verpackt sein, dass die Verpackung den Beeren einen angemessenen Schutz gewährt. Kleine Packungen sowie das im Innern einer Verpackungseinheit verwendete Papier oder anderes Material sollte neu sein und nicht abfärben. Die Beeren sollten zudem nicht mit einen Aufdruck in Berührung kommen. Außerdem sollten die Beeren lediglich mit dem Verpackungsmaterial in Berührung kommen. Fremdkörper oder auch keine Pflanzenteile sollten nicht in den Verpackungseinheiten enthalten sein. Optimaler weise ist der Inhalt einer Verpackungseinheit gleichmäßig und es sind nur Erzeugnisse der gleichen Herkunft, Sorte und des gleichen Reifegrades enthalten.


Güteklassen und Qualität

Himbeeren von guter Qualität lassen sich wie folgt erkennen: Himbeeren sollten ohne Kelch und Fruchtboden angeboten werden und sollten nicht ausgetrocknet sein. Die Himbeeren sollten zudem ganz, gesund, sauber, frisch, frei von fremdem Geruch und Geschmack sowie frei von anomaler äußerer Feuchtigkeit sein.

Die Einteilung von Himbeeren erfolgt nach drei Güteklassen:


Verwendung

Aufgrund ihres einzigartigen Geschmacks werden Himbeeren häufig frisch verzehrt. Sie passen gut zu Müslis oder Fruchtquark und eignen sich beispielsweise zudem für die Zubereitung von:

In der Industrie werden Himbeeren meist zu Pulpe, Tiefkühlprodukten, Himbeerpulver, Konfitüre, Gelee oder Alkoholhaltige Getränke wie Likör, Fruchtwein oder Himbeergeist verarbeitet. Insbesondere getrocknete und zu Pulver verarbeitete Himbeeren werden für die Zubereitung von zahlreichen Fertigprodukten und Trockenprodukten industriell eingesetzt.


Zu Himbeeren passende Zutaten

Milch und Milchprodukte: Buttermilch, Frischkäse, Joghurt, Magerquark, Mascarpone, Milch, Quark, Ricotta, Sahne, Schmand.
Obst und Nüsse: Aprikosen, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kiwi, Macadamianüsse, Mandeln, Orangen, Pekannüsse, Pfirsiche, Walnüsse, Zitrone.
Getreideprodukte: Grieß, Mehl, Stärke.
Eier: Eigelb, Eiweiß, Vollei.
Speisefette: Butter, Margarine.
Alkoholhaltige Getränke: Himbeergeist, Himbeerlikör, Orangenlikör, Rotwein, Sekt, Weißwein.
Säfte: Limettensaft, Orangensaft, Zitronensaft.
Sonstiges: Backpulver, Himbeersirup, Honig, Kakaopulver, Kokosraspeln, Kuvertüre, Puderzucker, Schokolade, Vanilleeis, Vanilleschote, Vanillezucker, Zucker.


Produkte aus Himbeeren


Inhaltsstoffe

100 g Himbeeren enthalten Zitronensäure (1.300 mg), Kalium (190 mg), Apfelsäure (40 mg) und Vitamin C (25 mg). Darüber hinaus gehören zu den wertgebenden Inhaltsstoffen Zucker (7 g), Pektin. Zudem enthalten Himbeeren Himbeerketon. Das ist eine chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Ketone. Himbeerketon - auch Rheosmin genannt - ist neben etwa 250 weiteren chemischen Verbindungen für den typischen Himbeergeruch verantwortlich. Zu diesen 250 Verbindungen gehören u. a. Linalool, Geraniol, Jonon, Aldehyde oder Lactone. Himbeerketon ist zudem ein Bestandteil von Cranberries, Brombeeren  oder Loganbeeren Daneben ist es auch Bestandteil der Glucoside Lindleyin und Isolindleyin. Rheosmin kommt außerdem im Tabakrauch, jedoch nicht selbst im Tabak vor. Darüber hinaus sind die sekundären Pflanzenstoffe Ellagsäure, Ellagitannin, Quercetin, Gallsäure, Cyanidin, Pelargonidin, Catechin, Kaempferol und Salicylsäure wichtige Inhtaltsstoffe der Himbeere.
Schwarze und rote Himbeeren sind reich an Anthocyanidinen. Je nach Sorte liegt der Anthocyan-Gehalt bei schwarzen Himbeeren zwischen 80 bis 700 mg und bei roten Himbeeren bei 20 bis 230 mg pro 100 g Frucht. Cyanidin macht den Hauptanteil der in roten Himbeeren vorkommenden Anthocyanidinen aus. Anthocyane sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die zu den Flavonoiden gehören und zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen.

Hydrolisierbare Tannine

Himbeeren enthalten zudem hydrolisierbare Tannine. Diese Stoffe kommen vergleichsweise selten in Früchten vor. Ihr Vorkommen ist auf Früchte der Rosengewächse (bot.: Rosaceae) wie Himbeeren oder Brombeeren  sowie in Nüssen und Erdbeeren  beschränkt.


Gesundheitliche Aspekte

Die Himbeere gilt in der Volksmedizin als Heilpflanze. In der Naturheilkunde wird der kühlend wirkende Himbeersaft zur Fiebersenkung eingesetzt. Die Früchte sollen zudem eine schweißtreibende Wirkung besitzen. Himbeerblätter hingegen besitzen eine adstringierende Wirkung, die in der Volksheilkunde als Zusatz zum Gurgelwasser oder als Tee verabreicht wird. Himbeerblättertee soll eine blutreinigende Wirkung besitzen und gegen Durchfall helfen.

Fuchsbandwurm

Für den Menschen ist der Fuchsbandwurm ist der Auslöser einer lebensgefährlichen Wurmerkrankung, darum sollte in Gebieten mit Verdacht auf Fuchsbandwurm keine im Wald gesammelten Himbeeren roh verzehrt werden. Werden die Waldhimbeeren für meherere Minuten über 70 °C erhitzt, können die Früchte jedoch beispielsweise zu Konfitüre oder Fruchtsaucen verarbeitet werden.


Krankheiten und Schädlinge der Himbeerpflanze

An Himbeeren treten vor allem die Wurzelfäule der Himbeere sowie Himbeerrutenkrankheiten auf. Diese Krankheiten gehören zu den Pilzkrankheiten der Himbeere. Frühen Sorten sind meist anfälliger gegen Krankheiten und Schädlingsbefall. Sommerhimbeeren sind häufig von den Maden des Himbeerkäfer befallen. Herbsthimbeeren werden kaum vom Himbeerkäfer befallen, da der Käfer zur Blütezeit keine Eier mehr legt, die Früchte darum weitgehend madenfrei. Weitere Schädlinge an der Himbeere sind Blattläuse, Himbeergallmücken, Himbeerrutengallmücken, und Spinnmilben.


Internationale Namen



Pilzkrankheiten an Himbeeren

An Himbeeren treten vor allem die Wurzelfäule der Himbeere sowie Himbeerrutenkrankheiten auf.



Himbeerprodukte

Neben dem großen Markt für frischen Himbeeren während der Saison, werden Himbeeren vornehmlich zu Produkten verarbeitet die zu den Produktkategorien Tiefkühlprodukte, Trockenobst, Brotaufstriche und Gewürzmischungen gehören und über das ganze Jahr hinweg im Handel angeboten werden.


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Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Himbeere: Hauptnährstoffe
Kalorien (kcal/kj): 33/140
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 0,4
Broteinheiten (BE): 0,33
Kohlenhydrate: 4,80 g
Ballaststoffe: 4,70 g
Eiweiß: 1,30 g
Wasser: 84,50 g
Fett: 0,30 g
MFU: 0,20 g
Cholesterin: 0 mg

Himbeere: Vitamine
Retinol: 4 µg
Thiamin: 0,03 mg
Riboflavin: 0,07 mg
Niacin: 0,30 mg
Pyridoxin: 0,08 mg
Ascorbin: 25 mg
Tocopherol: 0,900 mg

Himbeere: Mineralstoffe
Natrium: 1 mg
Kalium: 200 mg
Calcium: 40 mg
Phosphor: 44 mg
Magnesium: 30 mg
Eisen: 1 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!



Zusammenfassung und Kurzinfos



Quellen








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