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Sojabohne

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Wissenschaftliche Bezeichnung: Glycine max
Englisch: Soybean, Soya bean
Französisch: Graine de soja
Spanisch: Haba de soja
Italienisch: Seme di soia

© bedo / istockphoto.com



Die Sojabohne ist ein Gemüse, das zu den Hülsenfrüchten zählt und zu der botanischen Familie der Schmetterlingsblütler (bot. Leguminosae) gehört. Sie hat ihren Ursprung in China. Nach Meinung von einigen Experten ist ihr erstes Erscheinen als Kulturpflanze auf etwa 2.700 Jahre v. Chr. zu datieren. Andere Quellen belegen ihre Kultivierung erst ca. 800 Jahre v. Chr. Aber ungeachtet der Diskussion über die erste Kultivierung der Sojabohne entwickelte sie sich zum wirtschaftlich bedeutendsten Gemüse dieser Welt. Ende des 18. Jahrhunderts gelangte die Bohne nach Europa und Amerika. Heute ist sie über die ganze Welt verteilt. Ihre Hauptanbaugebiete sind China, Indien, Indonesien, Afrika, Philippinen, Süd- und Mittelamerika und Russland. Ihre vielfältige Verarbeitungs- und Einsatzmöglichkeit ließen sie weltweit zu der wichtigsten Wirtschaftspflanze werden.

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Die Sojabohne wächst buschig und wird bis zu 1,8 m hoch. Ihre gelben, grauen oder braunen bis schwarzen, 3 bis 6 cm langen Hülsen sind behaart und stehen meist in Trauben zu 3 bis 5 Hülsen zusammen. Jede Hülsen enthält bis zu 5 Samen. Die Samen variieren je nach Sorte in Form, Größe und Farbe. In der Regel sind sie aber cremefarben und haben eine kugelige Form. Daneben können die Samen auch eine flache, gewölbte, ei- oder nierenförmige Gestalt annehmen. Olivgelbe, grüne, rote, braune oder schwarze Samen werden seltener auf dem Markt angeboten. Die Samengröße variirt ebenfalls zwischen den einzelnen Sorten.

In Europa sind Sojabohnen weitgehend nur als Trockenbohnen bekannt. Asiaten und Amerikaner verarbeiten die Bohnen eher frisch. Die Samen werden dazu aus den Hülsen gepellt und wie Erbsen verarbeitet. Ausgereifte Bohnen, die kurz vor dem Aufplatzen der Hülsen geerntet werden, sind bei richtiger Lagerung so gut wie unbegrenzt haltbar.



Soja-Sorten

© ArtThailand / fotolia.com

Die riesige Sortenanzahl an Sojabohnen können in 3 Gruppen zusammengefasst werden:



Inhaltsstoffe der Sojabohne

Die Inhaltsstoffe, insbesondere der hohe Gehalt der Grundnährstoffe der Sojabohne lässt sie zu einem bedeutenden Nahrungsmittel werden. Sie stellt in vielen sogenannten Entwicklungsländer die Versorgung der Grundnährstoffe sicher. Laut "GU Nährwerttabelle" enthalten 100 g Sojabohnen:

Das Sojaeiweiß besitzt im Verhältnis zu anderen pflanzlichen Eiweißen eine höhere Biologische Wertigkeit, die jedoch durch Boden- und Klimabedinungen sowie sorteneigenschaften beeinflusst wird. So haben beispielsweise gelbsamige Sojabohnen einen niedrigeren Eiweißgehalt bei höherem Fettgehalt, während schwarzsamige Sojabohnen den höheren Eiweißgehalt beo niedrigerem Fettgehalt haben. Das Sojaeiweiß besteht überwiegend aus Globulinen und ist insbesondere ein Merkmal der verschiednen Soja-Trockenprodukte wie Sojamehl und Sojaflocken, die sich u. a. durch den Soja-Eiweißgehalt unterscheiden.



Sojaprodukte

Aus der Sojabohne werden zahlreiche Veredlungsprodukte hergestellt. Durch Pressen der Bohnen wird das einfache Sojaöl gewonnen. Es wird zu Brat-, Back- und Streichfetten verarbeitet. Sie enthält die essentielle, also lebensnotwendige Fettsäure Linolsäure. Ein Abfallprodukt bei der Ölgewinnung ist Lecithin (Sojalecithin). Es wird in der Lebensmittelindustrie als Emulgator verwendet. Der beim Pressen restliche Presskuchen dient zur Herstellung von Tofu, Miso eine salzige Paste aus Sojabohnen ist Grundlage für Suppen und Saucen, Fleischersatz wie Sojawürststchen wird auf Grundlage von TVP (en.: textured vegetable protein) erhestellt und andere Sojaeiweiß-Produkte Sojaflocken, Sojamilch, Sojamehl, Sojajoghurt, Sojasaucen, Sojacreme und Sojateigwaren aus Soja.
Ein beliebtes Erzeugnis aus der Sojapflanze sind die Sprossen bzw. Keimlinge, die sehr gut zu knackig, frischen Salaten passen und aus der asiatischen Küche nicht weg zu denken sind. (Siehe auch: Lunja und Sprossengemüse) Sojabohnen sind die Grundlage zur Herstellung von Tofu. Aus fermientiereten Tofu oder Sojabohnen wird sogenannter Sojakäse bzw. käseähnliche Produkte wie Hamanattō Nattō, Sufu oder Tempeh.
Darüber hianus werden - zu den O-Glycosiden zählende - Saponine, aus Sojabohnen gewonnen.

Geröstete Sojabohnen dienen als grundlage für die Herstellung von Diätetische Lebensmittel, Kaffee-Ersatz, Kekse, Knabbererzeugnisse, Sojanussbutter, Sojanüsse oder Süßwaren.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Sojabohne: Hauptnährstoffe

Kalorien (kcal/kj): 339/1424
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 0,6
Broteinheiten (BE): 0,5
Kohlenhydrate: 6,30 g
Ballaststoffe: 21,90 g
Eiweiß: 37,60 g
Wasser: 8,50 g
Fett: 18,30 g
MFU: 10,70 g
Cholesterin: * mg

Sojabohne: Vitamine

Retinol: 63 µg
Thiamin: 1 mg
Riboflavin: 0,50 mg
Niacin: 2,50 mg
Pyridoxin: 1 mg
Ascorbin: 0 mg
Tocopherol: 1,50 mg

Sojabohne: Mineralstoffe

Natrium: 5 mg
Kalium: 1799 mg
Calcium: 201 mg
Phosphor: 550 mg
Magnesium: 220 mg
Eisen: 6,60 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!



Zusammenfassung und Kurzinfos









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