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Aragonien - Weinanbaugebiet



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Aragonien ist eine ca. 40.000 ha große Weinbauregion im Nordosten Spaniens, die durch die Pyrenäen im Norden und das Iberische Randgebirge im Westen begrenzt wird.



Die Region Aragonien

In Aragonien findet man sowohl vom topografischen, als auch vom klimatischen Standpunkt aus betrachtet, ideale Bedingungen für hochqualitativen und vor allem modernen Weinbau. Die umliegenden Bergmassive schützen die Rebstöcke vor kalten Nordwinden. Weiters wirken sich die Gewässer, allen voran der Ebro, positiv auf die Rebkulturen aus, da sie, das ohnehin schon mediterrane Klima noch zusätzlich unterstützen, indem sie die Sonneneinstrahlung auf die Weinberge reflektieren und so die Trauben noch besser reifen lassen.

Aufgrund der zahlreichen klimatischen und topografischen Unterschiede wird die Region laut spanischem Weingesetz in die 4 autonomen, jeweils als D.O. klassifizierte Bereiche Campo de Borja, Calatayud, Cariñena und Somontano gegliedert.

Campo de Borja

Der Weinbaubereich Campo de Borja liegt südlich der Weinbauregionen Navarra und Rioja, an den Ufern des Ebro und ist schon 1980 in den Status eines D.O.-Gebietes erhoben worden. Der Bereich verfügt über eine 600 Jahre alte Geschichte und erstreckt sich heute auf einer Gesamtrebfläche von mehr als 8.000 ha. Capo de Borja ist durch ein raues Klima geprägt, das sehr kalte Winter- und extrem heiße Sommermonate mit sich bringt. Daraus resultieren auf der einen Seite sehr geringe Erträge und manchmal sogar Ernteausfälle, andererseits aber auch stark konzentrierte und hochwertige Rotweine.

Calatayud

Als Calatayud bezeichnet man einen international eher weniger bekannten Weinbaubereich Aragoniens, der über eine Gesamtrebfläche von ca. 6.000 ha verfügt, auf der meist Rot- oder Roséweine hergestellt werden. Der Bereich wurde 1990 als D.O.-Gebiet deklariert. Der Name der Region kommt aus dem Arabischen und bezieht sich auf die Burg (arabisch: kalat) des Ayud. Der Weinbaubereich ist vor allem durch seine hügelige Landschaft und seine schroffen, semiariden Böden gekennzeichnet. Der Großteil der Rebflächen befindet sich dabei an den steilen Abhängen entlang des Río Jalon. Hier herrschen kältere und niederschlagsreichere Bedingungen als im restlichen Aragonien, deswegen sind die Erntemengen sehr gering und liegen nur um die 20 hl Wein/ha Rebfläche.

Cariñena

Der älteste Weinbaubereich Aragoniens ist Cariñenaist. Er ist mit einer Rebfläche von knapp 18.000 ha auch das größte Weinbaubereich Aragoniens und liegt östlich von Calatayud, und wurde schon zu Beginn der 1980er Jahre als D.O.-Gebiet klassifiziert. Der Großteil der Rebflächen befindet sich auf welligen, teils steinigen Plateaus, die durch die Ausläufer der Pyrenäen von kalten Nordwinden geschützt werden. Das durch die abgeschirmte Lage etwas wärmere Klima sorgt für äußerst alkoholhaltige und tanninbetonte Weine. Der gesamte Weinbaubereich wurde nach der Lieblingsrebsorte der Winzer, der roten Cariñena-Traube benannt, die auch auf mehr als der Hälfte der Rebflächen kultiviert wird.

Somontano

Als Somontano, zu Deutsch "unter dem Gebirge", bezeichnet man den jüngsten und gleichzeitig auch den kleinsten Weinbaubereich Aragoniens, der nur über eine Gesamtrebfläche von ca. 4.000 ha verfügt und 1985 in den Status eines D.O.-Gebietes erhoben wurde. Die Weine aus dem Somontano sind mit den restlichen Gewächsen Aragoniens kaum zu vergleichen. Das vorherrschende, ausgewogene und maritime Klima sorgt mit seinen zahlreichen Niederschlägen für optimale Bedingungen. Im Somontano wird hauptsächlich in den flachen Flusstälern Weinbau betrieben. Die Böden sind reich an Mineralien und haben zum Teil auch vulkanischen Ursprung. Dadurch entwickeln die Weine deutlich mehr Frucht, Säure und Finesse und haben einen geringeren Alkoholgehalt als andere nordspanische Gewächse.



Geschichte des Weinbaubereichs Aragonien

Aragonien setzt sich aus den Überresten eines mächtigen, im 13. Jh. vorherrschenden Königreichs zusammen, welches sich damals von den Pyrenäen bis zur Mittelmeerküste der Levante erstreckte. Durch eine Vereinigung mit dem benachbarten Königreich Kastilien ist 1479 der spanische Nationalstaat entstanden, der für die Vielfalt und die Qualität seiner Weine weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt war.



Rebsorten Aragoniens

Aragonien ist ein wahrhaftes Rotweinparadies. Mehr als 75 % der gesamten Rebfläche sind mit roten Rebsorten bestockt. Dabei dominiert die in Spanien äußerst beliebte Rebsorte Garnacha mit einem Anteil von mehr als 50 %. Zudem sind auch noch die roten Rebsorten Tempranillo, Cariñena, Mazuela, Monastrell, Pinot Negro, Merlot und Cabernet sauvignon gebräuchlich.

Der Anteil an Weißweinrebsorten ist leicht rückläufig. Die meistkultivierten weißen Rebsorten sind Viura, Macabeo und Moscatel. Vermehrt werden auch international bekannte Reben wie Gewürztraminer, Chenin blanc oder Chardonnay angebaut. Das Gros der Weißweinreben wird aber nicht zur Herstellung von Qualitätsweinen, sondern zur Produktion von Tischweinen, Landweinen oder Schaumweinen verwendet.



Eigenschaften des Weinbaubereichs Aragonien

Aragonien genießt vor allem wegen seiner Rotweine internationales Renommee. Sie zählen zu den schwersten und üppigsten des gesamten Landes. Trotz des großen Erfolges werden aber auch leichtere und fruchtigere Weine hergestellt, die auch über großes Potenzial verfügen. Auch die hergestellten Weiß-, Rosé- und Schaumweine sind von guter Qualität und verfügen über ein passables Preis-Leistungs-Verhältnis.



Wichtige Weinproduzenten Aragoniens





Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 »
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 »
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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