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Pastinake, Hammelsmöhre, Blasternak, Moorwurzel, Pasterna, Gartenpastinak, Pastinak, Pestnacke

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Wissenschaftliche Bezeichnung: Pastinaca sativa ssp. sativa
Englisch: Parsnip
Französisch: Patenais, Panais
Spanisch: Chirivía
Italienisch: Pastinaca

© FOOD-micro / fotolia.com




Die Pastinake gehört zu der botanischen Familie der Doldenblütler (bot.: Umbelliferae, Apicaceae) und ist ein Knollengemüse. Die Rübe der Pastinake erreicht zur Haupterntezeit eine Länge von bis zu 40 cm und ein Gewicht von und 800 bis 1.500 g. Sie sieht aus wie eine zu groß geratene Karotte oder Petersilienwurzel; Ist überwiegend walzenförmig oder spindelförmig mit dickem Kopf und spitz zulaufendem Ende. Wenn die Pastinakenwurzeln kugelig rund sind, deutet das auf zu stark verdichtete Bodenverhältnissen hin. Die Wurzel ist meist einfach oder nur wenig ästig und besitzt nur wenige und kleine Nebenwurzeln. Die Haut ist hellgelb-weiß bis gelb-braun, hell-beige gefärbt und zeigt mehr oder weniger dunklen Ringstreifen. Das Fleisch der Pastinake ist weiß, gelb bis bräunlich.

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Synonyme

Die Pastinake ist auch unter den Bezeichnungen Pasterna, Pastinak, Gartenpastinak, Moorwurzel, Blasternak, Hammelsmöhre sowie Pestnacke bekannt.


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Die Heimat der Pastinake

Die Wildform der Pastinake ist in ganz Europa und in Asien vom Kaukasus bis nach Sibirien verbreitet. Sie zählt zu den ältesten Sammelpflanzen der eurasischen Urbevölkerung. Kultiviert wird die Pastinake schon seit dem Altertum. Der Saft der Pastinake wurde in der Zeit der großen Pestepidemie im 14. Jahrhundert als Heilmittel eingesetzt, weshalb die Pflanze auch den Beinamen Pestnacke erhielt. Das Gemüse zählte bis Mitte des 18. Jahrhunderts zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in Deutschland. Erst durch die Einführung der Kartoffel und der Karotte wurde sie immer weiter ins Abseits gedrängt.


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Pastinakenanbau

Als Kulturflüchtling ist sie Rübe häufig an Straßenrändern und Feldrainen zu finden. Zum Anbau eignen sich am besten Standorte mit maritimen Klima. Der flächenmäßig größten Anbaustandorte befinden sich in England, Frankreich, den Niederlanden, Ungarn, Skandinavien und den USA. In Deutschland ist ihr Anbau verhältnismäßig gering. Ihr Anbau nimmt u. A. durch zu zunehmende Verbreitung der Vollwerternährung stetig zu.


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Verwendung der Pastinake

In der Naturküche hat sie wegen ihres würzig, scharfen Geschmacks schon lange einen festen Platz. Die weiß- bis cremefarbene Wurzel wird dort als Würzgemüse oder Suppengemüse geschätzt. Pastinaken dienen insbesondere für die Zubereitung von Eintöpfen, Soufflés oder Pürees als Beilage zu Roastbeef. Pastinakenmehl wird in England aus getrockneten Pastinakenwurzeln hergestellt. Aus dem Mehl werden pikanten Kuchen gebacken. Und schließlich werden die Blätter der Pastinake in der Küche wie Petersilie verwendet.
Die lebensmittelverarbeitende Industrie trocknet die Pastinaken und liefert sie an weiterverarbeitende Betriebe als Würze für Suppen, Saucen, Fleischwaren, Gemüsemischungen oder Säuglingsnahrung sowie an Gewürzmühlen.


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Verkauf von Pastinaken

Die auf dem Markt angebotenen Wurzeln der Pastinake sind durchschnittlich etwa 20 cm lang, bis zu 6 cm dick und bis zu 300 g schwer. Frische qualitativ gut Ware erkennt man an einer festen, glatten Haut. Frische Wurzeln liegen schwer in der Hand und geben bei Druck nicht nach. Die Auslieferung erfolgt in Steigen. Pastinaken werden lose nach Gewicht und gelegentlich auch stückweise verkauft.
Von lokalen Anbauern werden Pastinaken nur in geringen Mengen ab Oktober, Anfang November bis Mai auf dem Markt angeboten. Die Wurzeln werden häufig von Hand mit einer Grabgabel oder auch Zuckerrüben- oder Möhrenrodegerät gerodet. Pastinaken sind allerdings ganzjährig durch Importe aus England, Holland und Ungarn bei uns auf dem Markt erhältlich.


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Lagerung von Pastinaken

Die Wurzeln sind Frosthart und können über den Winter im Boden bleiben. Jedoch sollten sie bei strenger Kälte zusätzlich mit Laub bzw. Stroh oder locker mit Erde abgedeckt werden, um jederzeit Wurzeln ernten zu können. In Mieten oder im Keller, eingeschlagen wie Karotten halten sich Pastinaken mehrere Monate lang. Im Kühlschrank bei 0 bis 1 °C und und 95 % Luftfeuchtigkeit halten sich die Pastinakenwurzeln ebenfalls mehrere Monate lang frisch. Lagertemperaturen über 2 °C lassen die Wurzeln pelzig-schwammig werden.
Pastinakenblätter enthalten Cumarinverbindungen, die in Kombination mit dem Sonnenlicht Irritationen der Haut hervorrufen können. Bei empfindlichen Menschen kann die Berührung mit den Blättern und bei gleichzeitiger Sonnenbestrahlung innerhalb 1 bis 2 Tagen zu Rötungen der Haut mit Blasenbildung und großem Juckreiz führen. Die Blasen heilen i. d. R. Nach 2 bis 3 Wochen ab. Allerdings kann an der betroffenen Hautstelle zu einer starken Pigmentierung kommen, die über mehrere Monate sichtbar bleiben kann. Daher empfiehlt es bei der Feldarbeit mit Pastinaken entsprechende Kleidung und Arbeitshandschuhe zu tragen. Die Wurzeln der Pastinaken verursachen diese Reaktionen nicht.


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Inhaltsstoffe der Pastinake

Der Nährwert der Pastinake übertrifft sowohl die der Mohrrübe als auch die der Kohlrübe. Die wesentlichen Inhaltsstoffe sind Zucker, Stärke, Pektin, Protein, Fett, Calcium, Kalium, Phosphor, Eisen, Provitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6 und Vitamin C. Die Pastinake enthält darüber hinaus nennenswerte Mengen an Inulin.
Ihr aromatischer, angenehm würziger Geschmack wird durch den Gehalt an ätherischen Ölen bestimmt. Gelegentlich wird behauptet, dass der Geschmack sich erst voll entfalten kann, wenn die Wurzeln einige Wochen Lagerung oder die ersten Nachtfröste hinter sich haben. Der Frost jedenfalls soll den Geschmack der Wurzel milder und süßer werden lassen.


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Pastinake als Heilpflanze

In der Pflanzenheilkunde wird ein Pastinaken-Teeaufguss gegen Magenschmerzen, Schlaflosigkeit und Fieber empfohlen. In der Volksheilkunde wird die frische Wurzel bei Fieber und als harntreibendes und verdauungsförderndes Mittel verabreicht. Das Öl der getrockneten Früchte soll bei Blasenerkrankung und Magenleiden helfen. Zudem solle getrocknete Pastinaken bei Nierenerkrankungen eingesetzt werden können.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Pastinake: Hauptnährstoffe

Kalorien (kcal/kj): 58/244
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 1,2
Broteinheiten (BE): 1
Kohlenhydrate: 12,10 g
Ballaststoffe: 2,10 g
Eiweiß: 1,30 g
Wasser: 80,20 g
Fett: 0,40 g
MFU: 0,30 g
Cholesterin: 0 mg

Pastinake: Vitamine

Retinol: 4 µg
Thiamin: 0,08 mg
Riboflavin: 0,13 mg
Niacin: 0,90 mg
Pyridoxin: 0,10 mg
Ascorbin: 18 mg
Tocopherol: 1 mg

Pastinake: Mineralstoffe

Natrium: 8 mg
Kalium: 523 mg
Calcium: 51 mg
Phosphor: 73 mg
Magnesium: 26 mg
Eisen: 0,60 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

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