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Jura - Weinanbaugebiet



Inhaltsverzeichnis

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Das Jura ist ein französisches Weinbaugebiet im Osten Frankreichs und liegt zwischen Burgund, Beaujolais und der Schweizer Grenze. Die Rebflächen des Jura umfassen ca. 2.000 ha und erstrecken sich rund um das kleine Städtchen Arbois. Jährlich werden im Jura um die 90.000 hl Wein hergestellt, davon entfallen mehr als drei Viertel auf Weißwein verschiedenster Herstellungsarten. Der bekannteste Wein der Region ist der Vin Jaune, der sich schon im Mittelalter großer Beliebtheit erfreute.


Region



Im Jura regiert ein raues Klima, welches vor allem durch das Kalksteingebirge zwischen dem Burgund und der Schweiz geprägt wird. Die Winzer werden mit äußert kühlen Wintermonaten und extrem warmen Sommermonaten konfrontiert. Auf Höhen zwischen 250 und 500 m über dem Meer kann nur an wind- und wettergeschützten Stellen, mit optimaler Sonnenexposition, qualitativ hochwertiger Weinbau betrieben werden. Die Böden des Jura setzen sich aus blauem, rotem und schwarzem Mergel, teilweise auch aus Kalkgeröll und Schiefer zusammen.

Aufgrund der klimatischen und topografischen Unterschiede wird das Gebiet laut Weingesetz in die vier Bereiche Arbois, Château-Chalon, L'Etoile und Côtes du Jura gegliedert.

Arbois

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Rund um die mittelalterliche Stadt Arbois befindet sich das Weinbauzentrum des Jura. Hierbei handelt es sich auch um die erste im Jahr 1936 als A.O.C. anerkannte Appellation des Jura. Der Name kommt aus dem Keltischen und bedeutet soviel wie "fruchtbares Land". Auf knapp 843 ha, werden in insgesamt 13 Gemeinden Weißwein, Rotwein, Strohwein und Schaumwein hergestellt. Dabei entfallen je 30 % auf den Anbau von weißen Rebsorten und 70 % auf den Anbau von roten Rebsorten.

Château-Chalon

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Die Appellation Château-Chalon gilt als Wiege des berühmten Vin Jaune und ist auch die einzige Appellation, die ausschließlich für die Herstellung des Vin Jaune geschaffen wurde. Der Bereich wurde nach dem gleichnamigen in den Bergen befindenden Ort benannt. Bereits 1958 schlossen sich die Winzer aus dem Bereich zu einer Genossenschaft zusammen und bewirtschaften bis heute an die 50 ha Rebfläche. Die Kommission entscheidet dann jedes Jahr über den Zeitpunkt der Lese und ob Weine unter dem Namen der Appellation abgefüllt werden dürfen oder nicht. Wichtigster Anhaltspunkt für die Winzer ist der Restzuckergehalt der Trauben und ein daraus resultierender Alkoholgehalt von mindestens 12 % vol. Alle anderen Weine die in diesem Bereich hergestellt werden, müssen als Côte du Jura deklariert werden.

L'Etoile

Die Appellation L'Etoile verfügt über 80 ha Rebfläche, welche hauptsächlich zur Herstellung von Weißweinen genutzt wird. Die Palette reicht von stillen Weinen über Schaumweine bis hin zu Vin Jaunes oder Vins de Paille. Die Rebflächen verteilen sich auf 3 Gemeinden und verfügen jeweils über eine optimale Lage.

Côtes du Jura

Als Côtes du Jura bezeichnet man die zweitgrößte Appellation des Jura, welche über eine Gesamtrebfläche von 640 ha verfügt und direkt südlich an Arbois anschließt. Die Rebflächen verteilen sich auf mehr als 60 verschiedene Gemeinden, darunter bekannte Weinbauorte wie Poligny, Voiteur, Arlay, Le Vernois, Gevingey oder Rotalier. Unter der Appellation dürfen Weiß-, Rot- und Roséweine hergestellt werden. Zudem können auch Schaumweine, Vin Jaunes und Vins de Paille unter dem Namen verkauft werden. Die Oberhand haben aber die Weißweine mit einem Anteil von 80 % an der Gesamtproduktion.


Geschichte

Schon in der Antike wurde im Jura Weinbau betrieben. Wie aus den Aufzeichnungen von Plinius dem Jüngeren hervorgeht gründeten die Römer die ersten Weinberge. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches kam aber auch der Weinbau im Jura wieder zum Erliegen. Durch die Gründung von zahlreichen Klöstern konnte der Weinbau wieder belebt werden. Vor allem Heinrich der IV schätzte die Weine aus dem Jura, nicht nur wegen ihrer Güte sondern auch wegen ihres außergewöhnlichen Geschmackes. Bereits im Jahre 1732 wurde ein Dekret erlassen, welches den Winzern des Jura die zum Anbau verwendeten Rebsorten vorschrieb um eine hohe und vor allem stabile Qualität der Weine sicherstellen zu können.

Im Laufe des 19. und 20. Jhd. wurden die Winzer des Jura aber mit zahlreichen Problemen wie Ernteausfällen und Rebkrankheiten konfrontiert und so schrumpften die Rebflächen von damals 20.000 ha auf heute nur mehr knapp 2.000 ha.


Rebsorten des Juras

Im Jura werden sowohl weiße als auch rote Rebsorten kultiviert. Dabei stehen die Weißweinrebsorten mit einem Anteil von 80 % an der Gesamtrebfläche an erster Stelle. Die beliebtesten weißen Rebsorten sind Chardonnay und Savagnin. Die aus Savagnin-Trauben hergestellten Weine verfügen über viel Kraft und Finesse aber auch über eine gewisse Eleganz und viel Fruchtigkeit. Im Gegensatz dazu bringt die Chardonnay-Traube leichtere, blumigere und fruchtigere Weine hervor.

Bei den Rotweinreben sind vor allem die autochthonen Rebsorten Poulsard und die Trousseau von Bedeutung. Seit Beginn der 1990er Jahre konnte sich auch die international bekannte Pinot noir-Traube etablieren. Bekannt aber äußerst rar ist auch die Béclan-Rebe.


Eigenschaften

Der Großteil der Weinproduktion des Jura entfällt auf Weißweine, welche über viel Frucht, Würze und Eleganz verfügen. Der bekannteste Vertreter unter den Weißweinen ist der weltberühmte Vin Jaune, welcher sich durch seine pikante Säure, seine Würze und seinen extrem langen Abgang kennzeichnet.

Die Rotweine zeichnen nur für ungefähr ein Viertel der Weinproduktion des Jura verantwortlich. Um ihr volles Aroma ausspielen zu können sollten rote Juraweine immer bei einer Temperatur zwischen 13 und 16 °C genossen werden. Sie können schon in jungen Jahren getrunken werden haben aber auch großes Alterungspotenzial das manchmal an die 30 Jahre reichen kann. Sie sind ein idealer Essensbegleiter und können sowohl als Aperitif, zu Fleisch oder zu Desserts serviert werden.

Darüber hinaus konnten sich auch der so genannte Crémant du Jura und der Macvin international gut verkaufen.


Wichtige Winzer des Juras




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