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Kaliumbenzoat, Kaliumsalz der Benzoesäure, E 212


Englisch: Phenylcarboxylic acid potassium salt, Benzoic acid potassium salt, Benzenecarboxylic acid potassium salt, Dracylic acid potassium salt, Potassium benzoate
Französisch: Benzoate de potassium, Sel de potassium de l'acide benzène-carboxylique
Spanisch: Sal potásica del ácido benzoico, Benzoato de potasio o benzoato potásico, Sal potásica del ácido fenil-carboxílico, Sal potásica del ácido dracílico, Sal potásica del ácido benceno-carboxílico
Italienisch: Potassio benzoato, Sale potassico dell'acido dracilico, Sale potassico acido fenilcarbossilico, Acido benzoico, Sale potassico dell'acido benzencarbossilico, Sale potassico



Kaliumbenzoat ist das Kaliumsalz der Benzoesäure und wird von der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoff eingesetzt. Natriumbenzoat trägt die europäische Zulassungsnummer E 212 für Lebensmittelzusatzstoffe. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln kann dieser Konservierungsstoff als Kaliumbenzoat oder auch einfach Benzoat deklariert werden.

Benzoesäure kommt natürlicherweise in vielen Beeren vor. Enthalten ist diese organische Säure [1] beispielsweise in Heidelbeeren, Preiselbeeren und Himbeeren sowie in Milchprodukten und Honig. Wenn Benzoesäure und ihre Salze jedoch als Konservierungsstoffe eingesetzt werden sollen, so werden diese in der Regel künstlich hergestellt. Kaliumbenzoat wirkt dem Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen entgegen und wirkt damit bakteriostatisch und fungistatisch. Allerdings wirkt Kaliumbenzoat nur dem Wachstum entgegen, der Konservierungsstoff hat keine keimabtötende Wirkung. Kaliumbenzoat kann Milchsäurebakterien und einigen Krankheitserregern nicht ausreichend entgegen wirken. Aus diesem Grund wird Kaliumbenzoat häufig mit anderen Konservierungsstoffen wie beispielsweise Sorbinsäure kombiniert. Auch Schwefelverbindungen werden in der Lebensmittelindustrie häufig gemeinsam mit Kaliumbenzoat eingesetzt. Benzoesäure und Benzoate wie das Kaliumbenzoat entfalten ihre Wirkung besonders gut in sauren Lebensmitteln.



Herstellung von Kaliumbenzoat

Die Herstellung von Kaliumbenzoat erfolgt durch chemische Synthese. Dafür wird zunächst Benzoesäure chemisch hergestellt. Aus der Benzoesäure kann dann das Kaliumsalz der Benzoesäure gewonnen werden. Es handelt sich daher um einen künstlich hergestellten Konservierungsstoff. Bei der Herstellung von Kaliumbenzoat kommen keine gentechnisch veränderten Organismen zum Einsatz.



Verwendung von Kaliumbenzoat

Für Kaliumbenzoat gelten die gleichen Zulassungsbestimmungen wie für Benzoesäure und ihre anderen Salze. Diese Konservierungsstoffe sind nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen und dürfen zudem nur bis zu genau bestimmten Höchstmengen zugesetzt werden. Für Lebensmittel, die unbehandelt in den Verkauf kommen sollen, ist Kaliumbenzoat nicht zugelassen. Auch Lebensmittel, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht mit Zusatzstoffen versetzt werden dürfen, dürfen nicht mit Kaliumbenzoat konserviert werden.

Verwendet wird Kaliumbenzoat beispielsweise für Lebensmittel wie Fischkonserven und andere Fischerzeugnisse, Mayonnaise, Ketchup, Senf, Saucen, Marmelade, Konfitüre, Gelee, Marinaden, Füllung von Kuchen, Milchprodukte, Fruchtsäfte, Diätlebensmittel, Fertiggerichte, Fertigsalate, eingelegtes Gemüse, Spirituosen, Aspik und Oliven. Kaliumbenzoat ist nicht als Konservierungsstoff für Biolebensmittel zugelassen.

© Birgit Brandlhuber / fotolia.com

Die konservierende Wirkung von Kaliumbenzoat und anderen Benzoaten wird nicht nur in der Lebensmittelindustrie geschätzt. Auch in der Pharma- und der Kosmetikindustrie kommt dieser Konservierungsstoff zum Einsatz.



Gesundheitliche Risiken von Kaliumbenzoat

Kaliumbenzoat sollte nicht in unbegrenzter Höhe verzehrt werden. Es wurde ein ADI-Wert von 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Dieser ADI-Wert gilt für die Summe aller über die Nahrung aufgenommener Benzoate einschließlich der Benzoesäure. Benzoesäure und Benzoate werden über den Darm aufgenommen und anschließend mithilfe eines Eiweißbausteins über die Nieren ausgeschieden. Es gibt Personen, die auf Benzoesäure und Benzoate wie das Kaliumbenzoat allergisch reagieren beziehungsweise pseudoallergische Reaktionen zeigen. Diese Überempfindlichkeit kann vor allem bei Personen auftreten, die auf Aspirin sowie Salicylsäure und deren Derivate allergisch reagieren. Allergische Symptome können zudem bei Personen auftreten, die unter Asthma leiden. Wenn Benzoate wie das Kaliumbenzoat über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen eingenommen werden, kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen. Auch Krämpfe und Beeinträchtigungen des Nervensystems wurden bereits im Zusammenhang mit dem Verzehr von Benzoaten beobachtet. Allergiker sollten daher vorsichtig sein. Grundsätzlich sollte dieser Zusatzstoff nur gelegentlich verzehrt werden.

[1] Organische Säuren sind organische chemische Verbindungen, die über eine funktionelle Gruppe [1a] verfügen, die mit Wasser oder anderen protonierbaren Lösungsmitteln eine Gleichgewichtsreaktion eingeht.
[1a] In der Chemie versteht man unter funktionellen Gruppen [1b] Atomgruppen in organischen Verbindungen (Organische Chemie [1c]), die die Stoffeigenschaften und das Reaktionsverhalten der sie tragenden Verbindungen maßgeblich bestimmen.
[1b] Funktionellen Gruppen sind Atomgruppen in organischen Verbindungen, die die Stoffeigenschaften und das Reaktionsverhalten der sie tragenden Verbindungen maßgeblich bestimmen.
[1c] Die organische Chemie (kurz: OC), häufig auch kurz Organik, ist ein Teilgebiet der Chemie, in dem die chemischen Verbindungen des Kohlenstoffs untersucht werden.



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