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Perlhuhn, Haus-Perlhuhn, Guinea-Huhn, Afrikanisches Huhn, Helm-Perlhuhn


Wissenschaftliche Bezeichnung: Numididae, Numida meleagris
Englisch: Guinea fowl, Guinea hen
Französisch: Pintandeau, Pintade
Spanisch: Pintata
Italienisch: Faraona


Inhaltsverzeichnis

© FOOD-micro / fotolia.com



Das Perlhuhn bildet aus zoologischer Sicht eine eigenständige Familie (zool.: Numididae) innerhalb der Ordnung der Hühnervögel (zool.: Galliformes). Die Stammform des heutigen Haus-Perlhuhns ist das Helm-Perlhuhn (zool.: Numida meleagris).

Das Perlhuhn stammt ursprünglich aus Afrika, wo es heute noch in freier Wildbahn anzutreffen ist. Erste Domestizierungsversuche des Perlhuhns waren wahrscheinlich bereits im alten Griechenland erfolgreich. Über Rom gelangte das Perlhuhn nach Frankreich und verbreitete sich schnell über die Europäischen Staaten mit gemäßigten klimatischen Bedingungen. Mit der Eroberung Amerikas gelangte auch das Perlhuhn in die Neue Welt. Heute ist allen voran Frankreich, mit rund 50 Millionen Perlhühnern pro Jahr, der weltgrößte Perlhuhnproduzent. Als bedeutendes Erzeuger- und Exportland von Perlhühnern ist auch Italien zu nennen.

Perlhühner haben einen rundlichen Körperbau. Ihre Flügel sind kurz und das Gefieder ist glatt und anliegend. Die kleinen weißen Tupfen des Gefieders erinnern an weiße Perlen.



Perlhuhnzucht

© Uwe Wittbrock / fotolia.com

Jede Zuchthenne legt durchschnittlich 170 Eier pro Jahr. Die jungen Küken der Perlhühner aus der Intensivmast werden bereits nach etwa sechs Wochen geschlachtet und wiegen ca. 600 g. Sie gelten als Ersatz für Rebhühner und werden als Portionstiere angeboten. Insgesamt werden Perlhühner in zwei Qualitätsstufen angeboten. Die Standard-Perlhühner werden im Alter von 10 bis 12 Wochen bei einem Lebendgewicht von 1,1 bis 1,3 kg geschlachtet; Label Rouge Perlhühner mit 1,3 bis 1,6 kg. Ausgewachsen können Perlhühner durchaus 2 kg wiegen. Die Aufzucht erfolgt in speziellen Ställen mit Stroh- oder Holzspaneinstreu. Französische Perlhühner aus bäuerlicher Aufzucht umfassen sowohl Perlhühner mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung aus der Drôme sowie Tiere mit dem Gütezeichen Label Rouge. Bei der Aufzucht und Mast der Tiere, die mit dem Label Rouge ausgezeichnet werden, müssen strenge Qualitätsmaßstäbe beachtet werden. Perlhühner werden erst geschlachtet, wenn die Tiere ausgewachsen sind. Die längere Zuchtdauer, das hochwertige Futter sowie eine geringe Tierdichte erklären den höheren Preis für Tiere, die das Label Rouge erhalten haben. Diese Tiere müssen ein Mindestalter von 94 Tagen haben und ca. 1,8 kg wiegen. Zudem ist hier die Freilandhaltung auf kräuterreichen Weiden vorgeschrieben. Dadurch wird das Fleisch noch schmackhafter. Gegen Ende der Mastzeit bekommen Perlhühner Mais zugefüttert.



Perlhuhn Inhaltsstoffe

Besonders hervorzuheben ist der außerordentlich geringe Anteil an Fett. Das Fleisch der Keule hat nur 2,7 Prozent und das Brustfleisch 1,1 Prozent Fett. Damit gehört es zum Hausgeflügel mit dem geringsten Fettgehalt überhaupt. Zudem verfügt es über einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und einen extrem niedrigen Cholesterin-Gehalt. Es enthält mehr Eiweiß als etwa Hühner- oder Rinderfleisch. Erwähnenswert ist der Gehalt an Vitaminen (B1, B2, E) sowie ein hoher Anteil der Mineralstoffe Magnesium, Calcium und Eisen.



Zubereitung und Verarbeitung Perlhuhn

Perlhuhn ist das ganze Jahr über erhältlich. Meist stammt es aus Frankreich oder aus Italien. Das dunkle Fleisch ist saftig und zart. Es erinnert an den Geschmack von Fasan. Darum lassen sich nahezu alle Rezepte vom Fasan auf junge Perlhühner übertragen.

Tipp: Um ältere Perlhühner braten zu können, legt man diese (am besten bridiert) ein bis zwei Tage in Buttermilch ein.



Perlhuhn mit Rahm

Ein Perlhuhn küchenfertig vorbereiten, dressieren und die Brust mit geräuchertem Speck  belegen. Anschließend innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen. Das Perlhuhn in einem Bräter  mit reichlich Butter von allen Seiten anbraten und wieder herausnehmen. Nun geschnittene Zwiebeln und Karotten dazugeben und braun anbraten. Das Perlhuhn wieder zurück in den Bräter zu den Zwieben und Karotten geben und mit Fleischbrühen ablöschen und in den Ofen geben. Das Huhn merhmals mit dem Bratensaft übergießen. Nach der Hälfte der Garzeit Sahne hinzugebenund das Perlhhhn fertig garen. Das fertig gegarte Perlhuhn aus dem Bräter nehmen, die Sauce passieren und reduzieren lassen und mit dem Perlhuhn servieren.



Perlhuhn gedämpft

Das küchenfertige und dressierte Perlhuhn mit Salz und Pfeffer würzen, derssieren und mit grünem Speck belegen. Dann den Boden eines Bräter mit gut schließendem Deckel mit Frühstücksspeck belegen und darauf Butterflocken verteilen. Das Perlhuhn mit Wurzelwerk daraufgeben und mit Fleischbrühe angießen. Das Huhn soll zur Hälfte in Brühe stehen. Abgedeckt in den Ofen geben. Wenn Das Perlhuhn gar ist aus dem Bräter nehmen und die Sauce passieren und reduzieren lassen. Die Suace gegebenenfalls mit einer weißen Mehlschwitze und einem halben Glas Weißwein abbinden. Mit einem Spritzer Zitronensaft abgeschmecken und über das angerichtete Geflügel geben.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Perlhuhn: Hauptnährstoffe

Kalorien (kcal/kj): 146/612
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 0
Broteinheiten (BE): 0
Kohlenhydrate: * g
Ballaststoffe: * g
Eiweiß: 20,1 g
Wasser: 71,5 g
Fett: 7,3 g
MFU: 1,118 g
Cholesterin: 75 mg

Perlhuhn: Vitamine

Retinol: 10 µg
Thiamin: 08 mg
Riboflavin: 0,016 mg
Niacin: 0,7 mg
Pyridoxin: 0,035 mg
Ascorbin: * mg
Tocopherol: 0,7 mg

Perlhuhn: Mineralstoffe

Natrium: 80 mg
Kalium: 350 mg
Calcium: 11 mg
Phosphor: 180 mg
Magnesium: 30 mg
Eisen: 02 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!



Zu Perlhuhn passende Weine

Zu Perlhuhn passen Weine, die aus folgenden Rebsorten gekeltert werden:



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 »
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 »
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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