Virtuelles Wasser in Lebensmitteln


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Ob in Lebensmittel, Getreide, Autos, Computern oder Rosen – Wasser verbirgt sich in fast allen Produkten. Der Wert, der angibt, wie viel Wasser nötig ist, um diese Produkte herzustellen, nennt man virtuelles Wasser.

Im Durchschnitt werden 4.000 Liter Wasser pro Einwohner und Tag gebraucht, um alle Waren herzustellen, die in Mitteleuropa täglich verkauft werden. 70 % des weltweit verbrauchten Wassers werden in der Landwirtschaft genutzt. Es fließen also riesige Mengen virtuelles Wasser mit den globalen Warenströmen. Die Nachhaltigkleit bei der Wassergewinnung und Wasserversorgung der Produktherstellung spielt bei der Bewertung der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Der weltweite Verbrauch von virtuellem Wasser mit der Nahrung liegt pro Kopf durchschnittlich über 2.300 Ltr. pro Tag. In Industrieländern liegt er aufgrund des höheren Fleischkonsums sogar bei etwa 4.000 Ltr. täglich.
Jede Kilokalorie pflanzlicher Nahrung braucht zum Wachsen etwa 1 Liter Wasser. Es verdunstet beim Stoffwechsel der Pflanze.

Deutschland gehört nach dieser Bilanz zu den Top-Ten der Nettoimporteure von virtuellem Wasser. Verbraucher können mit dem Wissen um den virtuellen Wasserverbrauch ihre Einkaufsgewohnheiten anpassen und so viel kostbares Wasser für die Produktion von Waren und Lebensmitteln reduzieren. Die folgenden Beispiele machen deutlich, dass der persönliche "Wasserfußabdruck" auch über eine bewusste Lebensmittelauswahl verbessert werden kann.


Virtuelles Wasser in Lebensmitteln

Der Weizenanbau benötigt weltweit 790 Mrd. Kubikmeter Wasser, das entspricht einem Anteil von 12 Prozent des Wasserbedarfs für Feldfrüchte. 1 Kilogramm Weizen wird mit einem Aufwand von 465 Litern in der Slowakei am effizientesten und in Somalia mit 18.000 Litern am aufwändigsten produziert.

Im Durchschnitt steckt so viel Wasser in 1 kg/Ltr...

Gelegentlich weichen verschieden Quellen mit ihren Angaben für den Wasserfußabdruck eines Lebensmittel stark voneinander ab. So liegen die Werte für Spanische Freilandtomaten zwischen 40 bis 148 Liter pro kg Tomaten. Offensichtlich beziehen nicht alle Quellen die selbe Berechnungsgrundlage oder/und beziehen unterschiedlich viele mögliche Faktoren in ihre Berechnung mit ein.


Der direkte Wasserverbrauch in Deutschland pro Kopf

In Deutschland liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch einer Person eines privaten Haushalts bei 122 Liter pro Tag. Der Verbrauch von virtuellem Wasser dagegen liegt bei 4.000 bis 5.000 Liter pro Tag. Ein Vegetarier verbraucht etwa 2.400 Liter virtuelles Wasser weniger am Tag als ein Mischköstler.


Der virtuelle Wasserverbrauch berechnet anhand des Einkommens

Der individuelle virtuelle Wasserverbrauch beim Kauf von Waren lässt sich anhand eine einfachen Faustregel berechnen. Pro 1000,- Euro Netto-Jahreseinkommen verbraucht ein Deutscher etwa 40.000 Liter virtuelles Wasser pro Jahr durch den Kauf von Handelswaren (ohne Lebensmittel). Das entspricht etwa 110 Liter Wasser pro Tag. Bei einem durchschnittlich Nettoeinkommen von 32.400,- Euro verbraucht jeder Deutsche pro Tag durchschnittlich etwa 3.500 Liter virtuelles Wasser durch den Kauf von Handelsgütern.


Weiterführende Links

Die nachfolgen aufgeführten Webseiten geben einen detaillierten Überblick zum Thema "Virtuelles Wasser" und "Wasserfußabdruck".



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 » Lebensmittelchemie
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 » Der große Larousse Gastronomique
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 » Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 » Lebensmittel-Lexikon