lebensmittellexikon.de - Wissen, wass man isst!



Du bist hier: LebensmittelGetreide

Hirse

h0000460


Englisch: Sorghum, Millet
Französisch: Millet, Mil
Spanisch: Panizo, Sorgo, Mijo
Italienisch: Miglio

© eyeblink / fotolia.com



Hirse ist ein Sammelbegriff für kleinfruchtiges Spelzgetreide bzw. Getreidearten, die überwiegend in Tropischen und Subtropischen Gebieten angebaut werden. Weltweit existieren über 600 Hirse-Arten. Die Samen der Hirsepflanzen sind klein, rundlich und besitzen keine Längsfurche. Die Farbe variiert je nach Art zwischen Weißgrau, Gelb und Rotbraun.
Die Bezeichnung Hirse kommt vom althochdeutschen hirsi; Das Wort ist mit dem Begriff Ceres (Göttin der Feldfrüchte) verwandt.
Aufgrund ihrer Dürreresistenz und Anspruchslosigkeit ist Hirse insbesondere in den afrikanischen Ländern eine wirtschaftlich bedeutende Kulturpflanze und gilt als wichtiges Grundnahrungsmittel und wird insbesonder zu Hirsebrei (Ogi) und Fladenbrot verarbeitet. In Europa und Amerika hingegen wird Hirse vorwiegend als Futterpflanze und für technische Zwecke angebaut.



Hauptgruppen

Die Einteilung der Hirse erfolgt in zwei Hauptgruppen:



(Unter-) Familien der Hirse

© Mushy & Africa Studio / fotolia.com

Die Hirse erstreckt sich im wesentlichen auf drei Unterfamilien der Gräserfamilie (bot.: Poaceae oder Gramineae).



Geschichte

Hirse ist das älteste Getreide auf dessen Basis schon vor 8.000 Jahren ungesäuertes Fladenbrot gebacken wurde. Früheste nachweisbare Ursprünge sind China, insbesondere Ostasien bis hin nach Mittelasien. Aber auch der ostafrikanische Mittelmeerraum wird Ursprung genannt. In Asien wurde Hirse bereits als eine der ersten Getreidearten angebaut. Hirsebrei stellte im Mittelalter ein bis nach Mitteleuropa verbreitetes Grundnahrungsmittel dar. Sie wurde vor allem zu Hirsebrei verarbeitet. Heute wie damals liegen die bedeutendsten Anbauländer in Asien und Afrika, Sie produzieren rund 90 % der heutigen Welternte. In den Entwicklungsländern gehört Hirse zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. In Europa und den USA wird sie meist nur als Viehfutter verwendet.



Hirsearten



Inhaltsstoffe

Hirse kann wesentlich mehr unerwünschte Substanzen wie Phytinsäure, Oxalsäure oder Kieselsäure enthalten als andere Getreidearten. Diese Substanzen befinden sich hauptsächlich in der Schale. Darum wird von einem Verzehr von Vollkornprodukten aus Hirse abgeraten. Zudem hinterlässt die harte Schälkleie einen unangenehmen Kaueindruck und besitzt gleichzeitig einen herb-bitteren Geschmack. Darüber hinaus ist geschälte Hirse wesentlich leichter zu verdauen als ungeschälte. Geschälte Hirsekörner enthalten im Mittel 65 bis 69 % Kohlenhydrate, 8 bis 20 % Eiweiß, 10,6 % Ballaststoffe, 3 bis 5 % Fett und 1,4 % Mineralstoffe sowie bedeutende Mengen an B-Vitaminen. Hirse enthält keine Gluten und ist darum für Personen mit Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) für den Verzehr geeignet.
Hirse hat vor allem einen nennenswert hohen Gehalt an Tannin, Ferulasäure und Flavonoiden. Diese Inhaltsstoffe verringern insbesondere die Verfügbarkeit von Protein während der Verstoffwechslung. Der hohe Gehalt an Tannin wurde bei neueren Hirse-Sorten herausgezüchtet. Die Proteine der Hirse bestehen überwiegend aus Prolamin und Glutelin. Diese Eiweiße können keinen backfähigen Kleber bilden. Hirse eignet sich daher nicht zum Backen von Brot.



Verwendung von Hirse

Die bekanntesten Produkte aus geschälter Hirse sind u.a. Mehl , Grieß, Grütze oder Flocken . Hirse eignet sich zudem für die Zubereitung einer Beilage zu Fisch oder Fleisch. Mann kann nahezu jedes Rezept mit Reis für Hirse verwenden. Jedoch quellen Hirsekörner beim Kochen stärker auf. Da Hirse kein Kleber enthält ist es zum Backen von Brotlaiben ungeeignet. Es lassen sich aber Fladenbrote aus Hirse backen.
Vor allem in den afrikanischen Anbauländern werden als Hirseersatz die rotbraunen Früchte der Dumpalme bzw. Doumpalme (bot.: Hyphaene thebaica) verwendet.

Hirsegetränke

Aus Sorghumhirse wird das so genannte Sorghumbier hergestellt. Zudem wird aus Hirse Braga, ein dem Kwass ähnliches alkoholhaltiges Getränk hergestellt. Es entsteht durch gleichzeitiger alkoholischer und milchsaurer Gärung. Das Getränk wird vorwiegend in den Balkanländern und dem vorderen Orient hergestellt und trägt je nach Herstellungsort verschiedenen Bezeichnungen:

In Westafrika wird Kundu hori hergestellt, ein süßes Getränk aus Zuckerhirse.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Hirse: Hauptnährstoffe

Kalorien (kcal/kj): 117,48/490,82
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 2,2
Broteinheiten (BE): 1,83
Kohlenhydrate: 22,9 g
Ballaststoffe: 1,26 g
Eiweiß: 3,52 g
Wasser: 70,52 g
Fett: 1,29 g
MFU: 0,63 g
Cholesterin: 0 mg

Hirse: Vitamine

Retinol: 0 µg
Thiamin: 0,143 mg
Riboflavin: 0,037 mg
Niacin: 0,597 mg
Pyridoxin: 0,173 mg
Ascorbin: 0 mg
Tocopherol: 0,133 mg

Hirse: Mineralstoffe

Natrium: 0,996 mg
Kalium: 57,412 mg
Calcium: 3,319 mg
Phosphor: 91,261 mg
Magnesium: 40,819 mg
Eisen: 2,29 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!



Zusammenfassung und Kurzinfos









Bücher zum Nachlesen, Nachkochen und Stöbern

   



Author @ google+

follow me






Lexikon @ google+

follow me