Christmas Pudding, Plumpudding, Weihnachtspudding


Englisch: Christmas Pudding, Plum pudding, pud
Französisch: Christmas pudding, ou pudding de Noël
Spanisch: Christmas pudding, plum pudding
Italienisch: Christmas pudding, plum pudding, plum duff


Inhaltsverzeichnis
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© philip kinsey / fotolia.com

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Ein Christmas Pudding (Weihnachtspudding) oder auch Plumpudding ist eine aus England stammende Süßspeise und zählt zu den Puddingen mit Rindernierenfett als Grundlage. Christmas Pudding wird traditionell als Teil des Weihnachtsessens am ersten Weihnachtsfeiertag in Großbritannien und Irland serviert.


Herkunft

Seinen Ursprung hat der Christmas Pudding im mittelalterlichen England. Die Bezeichnung "Plumpudding" bedeutet "Pflaumenpudding". Trotzdem enthält der Pudding keine Pflaumen, denn der Begriff Plumpudding ist eine vorviktorianische Bezeichnung, wo das Worte Plum nicht für Pflaum sondern für Rosine steht. Darum enthält Plumpudding traditionell keine Pflaumen. Der Pudding besteht im Wesentlichen aus Trockenfrüchten (insbesondere Rosinen), Orangeat und/oder Zitronat, die mit Eiern und Rindernierenfett vermischt werden. Bei Abwandlungen des Rezepts verwenden statt des Rinderfettes auch Butter oder Margarine verwendet.


Zutaten

Viele Haushalte haben ihr eigenes Rezept für Plumpudding, das mitunter schon seit Generationen weitergegeben wird. Im Wesentlichen vereinen jedoch alle Rezepte Zutaten, die früher traditionell teuer oder luxuriös waren. Hierzu zählen vor allem die Gewürze, die für die Entwicklung des für den Plumpudding unverwechselbaren Aromas so wichtig sind. Häufig wird die Masse auch mit Treacle, einem dunkel-goldenen Sirup oder Melasse 🛒 angereichert. Der dunkle Zucker sowie die lange Zubereitungszeit verleihen dem Pudding eine sehr dunkele, fast schwarze Färbung. Zum Würzen des Plumpuddings dienen Zimt, Muskat, Nelken, Ingwer und andere Gewürze sowie reichlich Rum, Cognac, Brandy oder Whisky. Der Pudding wird für einen Monat oder länger, manchmal sogar bis zu einem Jahr vor dem Verzehr zubereitet.

Serviert wird Christmas Pudding aufgewärmt, mitunter flambiert und mit à part gereichter Brandy Butter.


Rezept nach Richard Hering

Im "Herings Lexikon der Küche" wird Plumpudding so beschrieben:

Gebackenes Rindernierenfett, vermischt mit Sultaninen, Korinthen, gewürfeltem Orangeat und Zitronat, Panierbrot, Apfelwürfelchen 🛒, weing Mehl und Eiern, gewürzt Ingwer, Zimt, Muskat, Rum oder Weinbrand, gut durchgearbeitet, in gefettete Puddingformen oder Tücher gefüllt, mehrere Stunden gekocht; gestürzt, mit Zuckerstücken belegt, mit warmem Rum, Weinbrand oder Whiskey übergossen, brennend angerichtet; englische Sauce mit Whiskey, Rum oder Weinbrand aromatisiert oder Cognacbutter à part serviert.


Geschichte

Nach einem populären Mythos, geht die Verbindung zwischen Plumpudding und Weihnachten auf einen mittelalterlichen englischen Brauch zurück. Demnach sollte der Plumpudding um Christus und seine 12 Apostel darzustellen mit 13 Zutaten am 25. Sonntag nach Pfingsten (etwa im November) zubereitet werden. Dabei soll jedes Familienmitglied die Puddingmasse von Ost nach West rühren. Die Tradition des gemeinschaftlichen Umrührens bei der Zubereitung geht auf die Worte eines Kollektengebets für den Sonntag vor dem Advent im Gebetbuch der Kirche von England zurück:

Stir up, we beseech thee, O Lord, the wills of thy faithful people; that they, plenteously bringing forth the fruit of good works...

Was letztlich dazu führte, dass an diesem Tag der Christmas Pudding zubereitet wurde und der Tag als "Stir-up Sunday" bekannt wurde.

Erste Rezepte für Plumpuddings erscheinen jedoch erst im 17. Jh. Die sollen ihren Ursprung aufgrund verschiedener Zutaten und Zubereitungsmethoden aus älteren, damals bereits bekannten Pudding-Rezepten wie Crustade (ein Pie mit Fleisch als Hauptzutat), Malaches whyte und Creme boiled (jeweils ein Pie mit Eiern als Hauptzutat bzw. eine Art gerührter Custard) oder Sippets (ein "kleines Stück von etwas", vor allem ein Stück Toast oder gebratene Bohnen mit Suppe oder Soße gegessen) haben. Diese Vorgänger des Christmas Puddings enthielten häufig auch Fleisch sowie süße Zutaten, die in einem Tierddarm oder -magen gefüllt und anschließend in einem Tuch eingewickelt gedämpft wurden. So wie beispielsweise die schottischen Haggis (eine Spezialität aus der schottischen Küche, aus Schafsmagen gefüllt mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Zwiebeln und Hafermehl).

Eines der ältesten Plumpuddingrezepte stammt von Mary Kettilby aus ihrem 1714 erschienenen Buch A Collection of above. Three Hundred Receipts in Cookery, Physick and Surgery. Das Buch beschreibt neben dem Plumpudding auch anderen Puddinge mit Nierenfett als Grundlage. Zudem dokumentiert das Buch die erste schriftliche Aufzeichnung einer Orangenmarmelade ohne Orangenstücke.

Eine weitere Erklärung warum Plumpudding zu Weihnachten serviert wird beruht auf einem populären aber unbestätigten Mythos. Demnach soll König George I (auch bekannt als der Pudding König) im Jahre 1714 verlangt haben, dass Plumpudding als Teil seines königlichen Festes an Weihnachten serviert wird.

Änderung der Zutaten

Insbesondere, da sich die Techniken zur Fleischkonservierung im 18. Jh. verbesserten, wurde Fleisch als Zutat immer weniger für die Zubereitung verwendet. Die Fleischzutaten wurden stattdessen mehr und mehr durch süße Zutaten ersetzt. Die vermehrte Verwendung von süßen Ztaten verdrängte aus den Rezepten zudem auch Pflaumen bei der Zubereitung des Plumpuddings. Zu den süßen Zutaten zählten anfangs vor allem Trockenfrüchte und Zucker hinzuzufügen.
Obwohl der Plumpudding immer ein Festgericht war, wurde es ursprünglich beim Erntedankfest gegessen und nicht zu Weihnachten. Erst in den dreißiger Jahren des 19. Jh. trat der Plumpudding, der übrigens den Spitznahmen Kanonenkugel aus Mehl trägt, in Erscheinung. Zu dieser Zeit bestanden die Hauptzutaten aus Früchten, Talg, Zucker und Gewürze. Der fertige Pudding wurde mit einem Stechpalmenzweig dekoriert.
Die erste schriftliche Erwähnung des Plumpuddings als "Christmas Pudding" stammt von der Köchin Eliza Acton aus Ostsussex, die den Plumpuddings in ihrem 1854 Buch Modern Cookery for Private Families erstmals als "Christmas Pudding" bezeichnete.

Ein Grund für die Beliebtheit und weite Verbreitung des Christmaspuddings war, dass er nicht in einem Ofen gegart werden musste. Denn die meisten Haushalte der unteren Klassen besaßen keinen Ofen.

Repräsentation des britischen Empires

Während der gesamten britischen Kolonialzeit stand der Plumpudding als ein Symbol der Einheit des gesamten britischen Empires. Im Jahr 1927 schrieb das Empire Marketing Board (EMB) einen Brief an den Meister des königlichen Haushalts und bat um eine Kopie des Rezepts, das zur Herstellung des Christmas Puddings für die königliche Familie verwendet wurde. Der König und die Königin gewährten Leo Amery, dem Leiter des EMB, die Erlaubnis, das Rezept in einer Veröffentlichung zu verwenden und wurde von André Cédard, dem königlichen Hofkoch, zur Verfügung gestellt.
Um das Rezept veröffentlichen zu können, musste das EMB so angepasst werden, dass es in Privathaushalten problemlos zubereitet werden konnte. Dazu wurde zunächst das Originalrezept, welches für 40 Personen ausgelegt war vom EMB so überarbeiten, dass es für 8 Personen passte. Zudem mussten die Zutaten für den Pudding geändert werden. Ziel war es, die Zutaten so zu wählen, dass sie das Britische Empire widerspiegeln. Dazu wurde der Ursprung der Zutat herangezogen. Die Zutaten sollten jede der vielen Kolonien des Reiches darstellen. So stand beispielsweise Brandy für Zypern und Muskatnuss für Westindien. Interessanterweise gab es eine Reihe von britischen Kolonien, die die gleichen Lebensmittel produzierten und es dadurch zu Überschneidungen kam, und nicht jede Kolonie angemessen in dem Rezept repräsentiert werden konnte. Das endgültige Rezept bestand schließlich aus australischen Johannisbeeren, südafrikanischen, entsteinten Rosinen, kanadischen Äpfeln 🛒, jamaikanischem Rum und englischem Bier sowie anderen Zutaten, die alle aus dem britischen Empire stammten.
Nach der Fertigstellung der Zutaten wurde das königliche Rezept an überregionale Zeitungen und an beliebte Frauenzeitschriften verschickt. Kopien wurden auch gedruckt und kostenlos an die Öffentlichkeit verteilt. Das Rezept war ein phänomenaler Erfolg, der tausende von Anfragen für das Rezept an das EMB-Büro mit sich brachte.


Verbreitung

Der Brauch, Christmas Pudding zu essen, wurde von britischen Kolonisten in viele Teile der Welt getragen. So wird Christmas Pudding auch heute noch in Irland, Australien, Neuseeland, Südafrika und den USA gegessen.
In den USA wird der Weihnachtspudding auch als Figgy Pudding (Feigen Pudding) aus dem Weihnachtslied "We wish you a Merry Christmas" genannt, bei dem die Weihnachtsinger an der Tür verlangen, dass der Hausbesitzer ihnen etwas Figgy Pudding bringt. Obwohl Plumpudding als Feigen-Pudding, also Figgy Pudding bezeichnet wird, enthält er keine Feigen.
Der Pudding ist übrigens auch aus Charles Dickens Buch "A Christmas Carol" bekannt, in dem Ebenizer Scrooge durch das Fenster von Tiny Tims Haus schaut und sieht, wie Mrs. Chrachit ihn ihrer Familie serviert.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Christmas Pudding: Hauptnährstoffe
Kalorien (kcal/kj): 350,51/1470,38
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 4,5
Broteinheiten (BE): 3,75
Kohlenhydrate: 45,33 g
Ballaststoffe: 8,2 g
Eiweiß: 2,7 g
Wasser: 24,47 g
Fett: 13,56 g
MFU: 0,56 g
Cholesterin: 13,33 mg

Christmas Pudding: Vitamine
Retinol: 84 µg
Thiamin: 0,04 mg
Riboflavin: 0,03 mg
Niacin: 0,24 mg
Pyridoxin: 0,05 mg
Ascorbin: 6 mg
Tocopherol: 0,4 mg

Christmas Pudding: Mineralstoffe
Natrium: 13,43 mg
Kalium: 273,73 mg
Calcium: 26,33 mg
Phosphor: 38,98 mg
Magnesium: 12,97 mg
Eisen: 0,82 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!


Zutaten für Christmas Pudding

Die oben gemachten Nährwertangaben beziehen sich auf eine Rezeptur mit folgenden Zutaten
85 g Mehl, Weizen, Type 405
140 g Rindertalg
85 g Semmelbrösel
140 g Zucker
140 g Rosinen
140 g Sultaninen, getrocknet
140 g Johannisbeere, rot, roh
20 g Zitronat
20 g Orangeat
5 g Zitronenschale, gerieben
5 g Orangenschale, gerieben
25 g Belegkirsche
25 g Karotte, roh
30 g Karamellzucker
50 g Weinbrand, 38°



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Nierenfettteig wird verwendet für die Herstellung von Plumpudding
  • Christmas Pudding für die Zubereitung benötigt man 2 Schüsseln
  • Christmas Pudding für die Zubereitung benötigt man ein Küchentuch
  • Christmas Pudding für die Zubereitung benötigt man eine Auflaufform, Puddingform
  • Christmas Pudding für die Zubereitung benötigt man einen Kochlöffel, Herd, Topf
  • Christmas Pudding ist ein Pudding, Englischer Pudding
  • Christmas Pudding ist eine Süßspeise
  • Christmas Pudding wird flambiert
  • Christmas Pudding wird serviert mit Englischer Sauce
  • Christmas Pudding wird zubereitet mit Zucker, Mehl, Butter, Rindernierenfett, Sultaninen, Korinthen, Orangeat, Zitronat, Paniermehl, Äpfeln, Eiern, Ingwer, Zimt, Muskat, Rum, Weinbrand, Cognac, Cognacbutter, Whiskey



Quellen


  • Richard Hering, F. Jürgen Herrmann: Herings Lexikon der Küche. Nikol, 2016 » Herings Lexikon der Küche