Inosinsäure, Inosinmonophosphat, E 630, Inosin-5'-monophosphat, Inosinat


Englisch: Inosine monophosphate, 5'-Inosinic acid, Hypoxanthine ribotide, Inosinic acid, IMP
Französisch: Acide inosinique
Spanisch: Inosina monofosfato, ácido inosínico
Italienisch: Acido inosinico


Inhaltsverzeichnis
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Inosinsäure ist ein Abkömmling (1) des Purins. Sie kommt im Kern jeder lebenden Zelle vor, besonders aber in Muskelgewebe. Entdeckt wurde Inosinsäure 1847 von Justus von Liebig als eine Säure im Fleischsaft. Heute wird Inosinsäure in der Lebensmittelindustrie als Geschmacksverstärker eingesetzt. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Inosinsäure mit der europäischen Zulassungsnummer E 630 zugelassen und wird gelegentlich auch als Inosinat deklariert. Inosinsäure ist auch unter den wissenschaftlichen Bezeichnungen Inosinmonophosphat und Inosin-5'-monophosphat bekannt.


Eigenschaften von Inosinsäure

Inosinsäure löst sich leicht in Wasser aber nicht in Alkohol. Sie zersetzt sich beim Erhitzen und bei längerem Kochen und ihr Geschmack erinnert an eine Fleischbrühe. Inosinmonophosphat hat, wie die aus ihr hergestellten Inosinate eine appetitanregende Wirkung. Zudem entwickelt Inosinat ihre geschmacksverstärkende Eigenschaft besonders in salzigen Lebensmitteln und ist etwa zehn- bis zwanzigfach so hoch wie die der Glutaminsäure (E 620). Darüber hinaus verstärkt sich die geschmacksverstärkende Eigenschaft von Glutaminsäure und Inosinsäure, wenn beide Stoffe in Kombination eingesetzt werden.


Verwendung von Inosinsäure

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© emuck / fotolia.com

Inosinsäure wird in der Lebensmittelindustrie vornehmlich bei der Herstellung von Suppen, Saucen, Würzmitteln, Fertiggerichten, Tiefkühlprodukten, Knabbererzeugnissen sowie Produkten aus Fleisch und Gemüse eingesetzt. Sie darf allerdings nicht in unbehandelten Lebensmitteln und solchen, die nicht durch Zusatzstoffe verändert werden sollen verwendet werden. Dazu zählen beispielsweise Butter, Milch und Teigwaren.


Herstellung von Inosinsäure

Inosinsäure wird biotechnologisch mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt. Dazu werden mitunter auch gentechnisch veränderte Organismen eingesetzt. Anmerkung: Laut den Begriffsbestimmungen von Artikel 2 der europäischen Freisetzungsrichtlinie (Richtlinie 2001/18/EG) ist ein Organismus gentechnisch verändert, wenn dessen genetisches Material so verändert worden ist, wie es auf natürliche Weise durch Kreuzen und/oder natürliche Rekombination nicht möglich ist.


Inosinsäure: Zugelassene Höchstmenge

Inosinat ist in einer Menge von maximal 500 mg pro Kilogramm Lebensmittel zugelassen und gilt als unbedenklich. Als ADI, ("acceptable daily intake", also "duldbare tägliche Aufnahme" oder "Erlaubte Tagesdosis") ist kein Wert festgelegt.
Aus Inosinsäure werden die so genannten Inosinate, Kaliuminosinat (E 632), Calciuminosinat (E 633) und Natriuminosinat (E 631) hergestellt. Sie dienen der Lebensmittelindustrie ebenfalls als Geschmacksverstärker.

(1): Ein Abkömmling ist ein Begriff aus der Chemie und beschreibt einen chemischen Stoff oder ein Derivat, der aus einem bestimmten Ausgangsstoff hergestellt wurde. In diesem Fall Purin.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Geschmacksverstärker können hergestellt sein auf Basis von Inosinsäure
  • Inosinsäure besitzt keine Empfehlung für einen ADI-Wert
  • Inosinsäure ist ein Geschmacksverstärker, Lebensmittelzusatzstoff
  • Inosinsäure ist eine Säure
  • Kaliuminosinat wird hergestellt aus Inosinsäure, Natriuminosinat
  • Inosinsäure wird verwendet für Suppen, Saucen, Würzmittel, Fertiggerichte, Tiefkühlprodukte, Knabbererzeugnisse, Fleischprodukte, Gemüseprodukte



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben