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Verzwergungskrankheit, Besenwüchsigkeit, Hexenbesen



Inhaltsverzeichnis



Die Verzwergungskrankheit, Hexenbesen oder Besenwüchsigkeit ist eine Pflanzenkrankheit ausgelöst durch Phytoplasmen. Phytoplasmen sind zellwandfreie Bakterien, die als Parasiten im pflanzlichen Phloem wachsen. Das Phloem, auch Siebteil genannt ist der Teil eines Leitbündels, der die Siebelemente und die sie begleitenden Parenchym- und Festigungszellen umfasst. Mit der Verzwergungskrankheit befallene Pflanzen bilden eine Vielzahl von neuen Trieben. Sie erhalten dadurch ein hexenbesenartiges Aussehen. Zudem tritt eine starke Vergrößerung der Blütenkelchblätter auf und aus Pflanzen mit kleinen Früchten wachsen Laubblätter oder weitere Früchte hervor. Aus dem Fruchtboden entwickeln sich zudem neue Stängel. Nach 4 bis 6 Jahren stirbt eine befallene Pflanzen üblicherweise ab.


Rubus-Stauche, Candidatus Phytoplasma rubi

Bei Pflanzen der Gattung Rubus ist die Krankheit unter der Bezeichnung Rubus-Stauche oder Verzwergungskrankheit der Brombeeren und Himbeeren (en.: Rubus stunt) bekannt. Betroffen sind vor allem wilde und kultivierte Früchte wie rote und schwarze Himbeeren , Brombeeren  oder Loganbeeren. Die Krankheit wird bei der Gattung Rubus vor allem durch Zikaden übertragen. Infizierte Pflanzen zeigen eine Vielzahl von Symptomen. Deutlich zu erkennen sind beispielsweise lange spitze Kelchblätter, schwere Anomalien von Blüten und Früchten, abnormes Wachstum, kurze Internodalsegmente, dem Austrieb von vielen kleinen und dünnen Ruten, der Bildung von vielen Seitenverzweigungen, aus einer Frucht entwickelt sich eine weitere Frucht.

Der Name Hexenbesen leitet sich von einem Symptom ab, bei dem aus den Wurzelknospen zahlreiche, dünne, dicht und aufrecht wachsende Ruten wachsen, an denen es zu einem verstärkten Austrieb der Achselknospen kommt. Begleitet durch einen Kümmerwuchs der Rute spießen aus den Achselknospe ganze Büschel von bis zu zehn gestauchten Seitentrieben. Das dichte Wachstum führt dazu, dass die Ruten wie Hexenbesen aussehen. Die Blätter erscheinen oft deutlich heller als gesunde Laubblätter.


Candidatus Phytoplasma solani

Neben der Gattung Rubus werden auch andere Nutzpflanzen von Phytoplasmen befallen. Candidatus Phytoplasma solani befällt beispielsweise Tomaten, Paprika, Karotten, Sellerie, Rettich, Spargel, Endivien, Erdbeeren , Petersilie, Weinreben, Pfirsiche, Avocados, Kirschen, Äpfel  und Birnen und andere. Weitere bekannte Wirtspflanzen die von Phytoplasma befallen werden können sind Nutzpflanzen wie Kokospalme, Zuckerrohr oder Reis.

In Spanien kommt Phytoplasma am häufigste in Weinbergen (Candidatus Phytoplasma vitis) vor und verursacht an Rebstöcken das so genannte schwarze Holz, auch Bois Noir genannt. Die Symptome dieser Phytoplasmainfektion an Weinreben sind Wickeln, Blattrollen und Gelbfärbung oder Rötung der Blätter. Die äußere Erscheinungsform der Symptome kann mit der Rebsorte variieren. Auch in Frankreich, Italien und Portugal sind Weinreben von Phytoplasma befallen.


Bekämpfung

Es sind keine wirksamen Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen von Phytoplasma-Erkrankungen bekannt. Beim Auftreten der Krankheit sollten die Pflanzen gerodet (inklusive der Wurzeln) und verbrannt werden. Herkömmlichen präventiven Behandlungen gegen die Symptome verringern normalerweise nicht das Auftreten der Krankheiten.



Zusammenfassung und Kurzinfos



Quellen








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