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Paprika, Gemüsepaprika, Spanischer Pfeffer, Süßpaprika, Tomatenpaprika, Gewürzpaprika


Wissenschaftliche Bezeichnung: Capsicum annumm L.
Englisch: Bell pepper, Sweet pepper, Capsicum
Französisch: Piment doux, Poivron
Spanisch: Pimientos
Italienisch: Peperone

© Frank Massholder / foodlexicon.org



Die Paprika gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse (bot.: Solanaceae). Sie hat in Deutschland erst nach dem zweiten Weltkrieg an Popularität gewonnen. Vor allem durch die in Deutschland lebenden Italiener, Spanier, Griechen, Türken und Ungarn wurde sie bei uns bekannt und eingeführt. Die in diesen Ländern heimische Paprika braucht viel Licht und Wärme für ihre Kultivierung. In Deutschland und in anderen mitteleuropäischen Ländern, wie z.B. Holland gedeiht sie meist nur unter Glas und Folie. Nur einige Sorten sind an das, verhältnismäßig kühle Wetter in Mitelleuropa angepasst. Dementsprechend ist der Anbau in Deutschland, verglichen mit dem Verzehr sehr gering. Nur ca. 5 % des Verkaufs stammen aus Deutschland, der Rest wird vor allem aus den Niederlanden importiert. Dazu gehören auch Neuzüchtungen mit orangener, brauner, weißer, violetter und schwarzer Färbung. Der rote Farbstoff heißt Capsanthin und gehört zu den Carotinoiden. Lebensmittelzusatzstoffe dient Capsanthin als natürliche Lebensmittelfarbe.



Paprika: Inhaltsstoffe und Einteilung

Die verschiedenfarbigen Paprika unterscheiden sich nicht im Geschmack voneinander. Lediglich der Vitamin-C-Gehalt ist bei roten Früchten höher. Paprika hat einen sehr hohen Vitamin-C-Anteil. Der Vitamin-C-Gehalt variiert je nach Reifegrad zwischen 140 mg (grüner Paprika) und 400 mg (rote Tomatenpaprika aus Ungarn) pro 100g Fruchtfleisch. Nur unbehandelte frische Hagebutten mit 1250 - 1500 mg pro 100 g Fruchtfleisch und die Acerolakirsche mit 3000 mg pro 100 g Fruchtfleisch übertreffen die Werte der Paprika bei weitem. Der Stellenanteil von Hagebutten und Acerolakirsche ist in unserem täglichen Speisplan allerdings verschwindend gering. Enorm ist auch die große Formenvielfalt der Paprika.

© Frank Massholder / foodlexicon.org

Man unterscheidet in flachrund, rund, blockig, schmal dreieckig, dreieckig, herzförmig und trapezförmig. Des weiteren werden Paprika in milde Gemüse- und in scharfe Gewürzpaprika unterteilt. Bei der Gewürzpaprika ist der relativ hohe Anteil des Alkaloids Capsaicin verantwortlich für den scharfen Geschmack. Zu ihnen gehören z.B. auch die scharfen Chilis. Die milden Gemüsepaprika und Tomatenpaprika enthalten dagegen sehr wenig des Alkaloids. In der Pharmaindustrie wird das, vor allem in den Kernen und Scheidewänden der Fruchtkammern enthaltene Capsaicin zur Herstellung von schmerzlindernden Präparaten verwendet.



Paprika: Verwendung

Paprika ist bei der Zubereitung ein sehr vielfältiges Lebensmittel. Sehr lecker aber etwas arbeitsaufwendig ist eine mit Reis gefüllte Paprika, in Tomatensauce geschmort. Oder als Sauce zu Pasta und Reisgerichten. Beliebt sind auch Rohkostsalate mit Paprikastreifen.



Paprika: Tipps und Hinweise

Tipp: Beim Kochen von Paprika zu Saucen und Suppen ist es wichtig, keine säurehaltigen Zusätze wie Wein oder Zitrone zu verwenden, da sonst die leuchtenden Farben ins bräunliche umschlagen. Die Paprika (von einer Farbe) werden hierzu klein geschnitten und mit etwas Wasser zusammen weichgekocht. Jetzt braucht man die Paprika nur zu pürieren und durch ein Sieb passieren. Die gewünschten zusätzlichen Zutaten erst kurz vor dem Servieren dazugeben. Roh, als Salate ist Paprika besonders zu empfehlen, weil der Gehalt an Vitamin C nicht durch Hitzeeinwirkung vermindert wurde.

Tipp: Die Schale des Paprikas ist nur schwer zu verdauen. Man kann sie abziehen, indem man die ganze Frucht im Backofen bei 200-220 °C legt und solange wartet, bis sich die Haut als Blasen vom Fruchtfleisch löst und leicht gebräunt ist. Danach schreckt man die Paprika in Eiswasser ab und zieht die Haut vom Stiel zur Spitze hin ab. Jetzt wie gewohnt weiterverarbeiten.



Wie wird Paprika gehäutet

Es gibt drei unterschiedliche Methoden um Paprika zu häuten. Welche Methode angewendet werden soll, hängt vom Verwendungszweck ab.

  • Das Schälen eignet sich für Paprika die roh für knackige Salate verwendet werden soll. Dazu einfach die ganze Paprika mit einem Sparschäler dünn schälen.
  • Das Rösten im Backofen eignet sich, wenn die Paprika einen kräftigen Geschmack haben soll, zum Beispiel für die Zubereitung von Antipasti. Dazu die entkernte und geviertelte Paprikaschote mit der Haut nach oben auf ein Backblech  legen und bei starker Oberhitze so lange im Ofen lassen, bis die Haut Blasen wirft.
  • Das Kochen eignet sich für Gerichte, die geschmort werden, bei denen die Paprika aber ihre leuchtende Farbe behalten soll. Dazu die entkernte und geviertelte Paprikaschote 4-5 Minuten kochen und anschließend mit einem Messer die Haut abziehen. Wenn die Paprika nicht sofort verwendet werden soll, kann sie direkt nach dem Schälen in gesalzenem Eiswasser abgeschreckt werden.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Paprika: Hauptnährstoffe

Kalorien (kcal/kj): 19/80
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 0,3
Broteinheiten (BE): 0,25
Kohlenhydrate: 3,10 g
Ballaststoffe: 1,50 g
Eiweiß: 1 g
Wasser: 93,30 g
Fett: 0,30 g
MFU: + g
Cholesterin: 0 mg

Paprika: Vitamine

Retinol: * µg
Thiamin: 0,05 mg
Riboflavin: 0,04 mg
Niacin: 0,40 mg
Pyridoxin: 0,20 mg
Ascorbin: 105 mg
Tocopherol: 0,50 mg

Paprika: Mineralstoffe

Natrium: 1 mg
Kalium: 149 mg
Calcium: 9 mg
Phosphor: 20 mg
Magnesium: 11 mg
Eisen: 0,50 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 »
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 »
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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