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Packgase


Englisch: Packaging gases
Französisch: Gaz d´emballage
Spanisch: Gases de envasado
Italienisch: Gas d'imballaggio

© Kayros Studio / fotolia.com



Packgase sind Gase, die als Lebensmittelzusatzstoffe bei der Verpackung von Lebensmitteln eingesetzt weden. Packgase haben die Aufgabe, empfindliche Lebensmittel vor dem Kontakt mit Sauerstoff zu schützen. Packgase werden genutzt, um den Sauerstoff (der für Zersetzungsvorgänge mit verantwortlich ist) zu verdrängen und dadurch die Lebensmittel länger haltbar zu machen. Unter den Zusatzstoffe stellen Packgase eine eigene Funktionsklasse dar.



Der Einsatz von Packgasen

Empfindliche Lebensmittel, die mit Sauerstoff in Kontakt kommen, verderben leicht. Sauerstoff leitet Oxidationsprozesse ein, was bedeutet, dass die Lebensmittel an Qualität verlieren. Farbe, Konsistenz und Geschmack können durch den Kontakt mit Sauerstoff ungünstig verändert werden. Zudem können sich verschiedene Mikroorganismen in einer sauerstoffreichen Atmosphäre wesentlich leichter vermehren und dazu führen, dass Verderbnisprozesse schneller einsetzen. Um das zu verhindern, werden Packgase eingesetzt. Packgase verhindern, dass Sauerstoff mit dem Lebensmittel in Kontakt kommt und werden vor, nach oder gemeinsam mit dem Lebensmittel in die Verpackung gefüllt. Auf diese Weise wird bereits vorhandener Sauerstoff erfolgreich verdrängt. In dichten Verpackungen, die weder Packgase freigeben noch Sauerstoff einlassen, bleiben Lebensmittel deutlich länger frisch. Der Schutz geht jedoch umgehend verloren, wenn die Verpackung geöffnet wird oder ein kleines Loch hat. Als Packgase kommen nur Gase zum Einsatz, die auch natürlich vorkommen.



Welche Packgase gibt es?

Zu den Packgasen gehören:

Am häufigsten werden Kohlendioxid und Stickstoff sowie Mischungen dieser Gase genutzt.



Wirkmechanismen der Packgase

Packgase wie Kohlendioxid und Stickstoff sowie Mischungen dieser Gase sorgen dafür, dass Sauerstoff verdrängt wird und somit keinen Kontakt zur Lebensmitteloberfläche hat.



Für welche Lebensmittel werden Packgase eingesetzt?

Packgase werden vor allem bei der Verpackung von Lebensmitteln wie Frischfleisch, Wurstwaren, aufgeschnittenem Obst und Gemüse, geschälten Kartoffeln, geräucherten und getrockneten Fleischprodukten, Frischfisch, Salat und Salatmischungen, Fertiggerichten, Milchprodukten, Kartoffeltrockenprodukten, Trockenfrüchten, Nüssen, gefriergetrocknete Produkten, Gewürzen, Backwaren, Käse und Schmelzkäse  verwendet. Packgase wie Kohlendioxid und Stickstoff gelten als gesundheitlich unbedenklich.



Zulassung der Packgase

Zusatzstoffe müssen in der Europäischen Union erst einmal zugelassen werden, ehe sie für die Herstellung von Lebensmitteln genutzt werden dürfen. Im Gegensatz zu anderen Zusatzstoffen gibt es für Packgase keine Höchstmengenbeschränkungen. Sie gelten als gesundheitlich unbedenklich und müssen auch nicht auf der Lebensmittelverpackung als Packgase deklariert werden. Wurden Packgase für die Verpackung des Lebensmittels verwendet, ist dies in der Regel an dem Zusatz "unter Schutzatmosphäre verpackt" zu erkennen.



Kritik

Packgase stehen durch die Nutzung von Schutzatmosphären bei der Verpackung von Fleisch in der Kritik. Denn die Packgase, insbesondere Sauerstoff sorgen dafür, dass Fleisch in der Verpackung auch dann noch frisch und rot erscheint, wenn es schon verdorben ist. Die Gase verhindern das Wachstums des Bakteriums Clostridium botulinum unter anaeroben Bedingungen. Dabei tritt jedoch die gegenteilige Wirkung ein und das Fleisch verdirbt schneller, Fett wird ranzig. Unter der Schutzatmosphären Verändert sich durch Oxidation das Cholesterin (Fett) im Fleisch und beeinträchtigt den Geschmack des Fleischs negativ. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung nach besteht nach derzeitigen Erkenntnissen kein gesundheitliches Risiko.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Kohlendioxid, Argon, Helium, Stickstoff und Sauerstoff ist ein Packgas
  • Packgase ist eine Funktionsklasse
  • Packgase sind Lebensmittelinhaltsstoffe
  • Packgase werden eingesetzt für die Herstellung von Fleisch, Wurstwaren, geschälten Kartoffeln, geräucherten Fleischprodukten, getrockneten Fleischprodukten, Fisch, Blattsalaten, Salatmischungen, Fertiggerichten, Milchprodukten, Kartoffeltrockenprodukten, Trockenfrüchten, Nüssen, gefriergetrockneten Produkten, Gewürzen, Backwaren, Käse, Schmelzkäse



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »








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