Argon, E 938


Englisch: Argon
Französisch: Argon
Italienisch: Argo, Argon
Spanisch: Argón


Inhaltsverzeichnis
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Argon ist ein Zusatzstoff für Lebensmittel mit der europäischen Zulassungsnummer E 938. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln kann Argon nach der Nennung der Funktionsklasse mit seiner E-Nummer oder seinem Klarnamen deklariert sein. In der Lebensmittelindustrie wird Argon in der Funktionsklasse der Packgase geführt.

Bei Argon handelt es sich um ein chemisches Element, das den Edelgasen zugeordnet wird. Wie auch die anderen Edelgase ist Argon ein farbloses und einatomiges Gas. Das Gas gilt als chemisch inert, da es mit anderen Stoffen keine Reaktion eingeht. Argon kommt zu einem geringen Anteil auch in der Atemluft vor. Mit einem Anteil von etwa 0,93 % an der Atmosphäre ist Argon das Edelgas, das am häufigsten auf der Erde vorkommt. Nach Sauerstoff und Stickstoff hat Argon den größten Anteil an der Luft. Dass dieses Edelgas so häufig auf der Erde vorkommt, hängt unter anderem mit dem Zerfall des Kaliumisotop 40 zusammen, bei dem Argon entsteht. Das geschmack-, geruch- und farblose Argon macht sich auch die Lebensmittelindustrie zunutze. Die Lebensmittelhersteller nutzen E 938 bei der Verpackung sehr sensibler Lebensmittel. Das Edelgas wird in die Verpackung geblasen, um den Sauerstoff zu verdrängen. Abbauprozesse, die durch das Vorhandensein von Sauerstoff begünstigt werden, werden auf diese Weise gehemmt. Aromen, Farben und Strukturen bleiben bestmöglich erhalten und auch Pilze und Bakterien finden weniger optimale Wachstumsbedingungen vor. In der Regel tragen mit Argon behandelte Lebensmittel den Hinweis Unter Schutzatmosphäre verpackt. Das Treib- und Schutzgas wird für zahlreiche Lebensmittel genutzt.


Verwendung

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© Kayros Studio / fotolia.com

Da in der gesamten EU die Gesetze für die Verwendung von Zusatzstoffen angeglichen wurden, darf E 938 seit 1998 auch in Deutschland für Lebensmittel allgemein verwendet werden. Das Edelgas wird genutzt, um den Sauerstoff beim Verpacken aus der Verpackung zu verdrängen. Sauerstoff fördert den Verderb durch Oxidation und Argon soll die Produkte sowohl vor einem vorzeitigen Verderb als auch vor Pilzen und Bakterien schützen. Die Verwendung von Argon als Zusatzstoff ist auch für Bio-Lebensmittel erlaubt.
Argon findet daneben in technischen Bereichen wie dem Schweißen, als Sicherheitsgas beim Tauchen und bei Arbeiten unter Überdruck Verwendung.


Herstellung

Argon wird ausschließlich aus der Luft gewonnen. Zu diesem Zweck wird die Luft in der Regel mittels des Linde-Verfahrens - eine 1895 von Carl von Linde entwickelte technische Methode zur Gastrennung - verflüssigt.


Gesundheitliche Risiken

Bislang wurden keine schädlichen Auswirkungen durch das als Schutzgas verwendete Argon festgestellt. Lebensmittel mit E 938 können ohne Bedenken verzehrt werden. Ein ADI-Wert wurde für Argon nicht bestimmt.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Argon besitzt keine Empfehlung für einen ADI-Wert
  • Argon ist ein Lebensmittelzusatzstoff, Treibgas, Packgas, Schutzgas
  • Argon ist zugelassen für Biolebensmittel



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 » Lebensmittelchemie
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 » Der große Larousse Gastronomique
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 » Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 » Lebensmittel-Lexikon