Azorubin, E 122, Carmoisin


Englisch: Brillantcarmoisin O, Azorubin S, Food Red 3, Carmoisine, Azorubine, C.I. 14720, Acid Red 14
Französisch: Carmoisine, Azorubine
Spanisch: Carmoisina, Azorrubina
Italienisch: Carmoisina, Azorubina


Inhaltsverzeichnis



Azorubin ist ein synthetischer Lebensmittelfarbstoff, der die europäische Zulassungsnummer E 122 für Lebensmittelzusatzstoffe trägt. Neben der Bezeichnung Azorubin kann man auf der Zutatenliste auch die Bezeichnung Carmoisin zu finden sein.

Azorubin färbt Lebensmittel rot und gehört zur Gruppe der Azofarbstoffe. Azorubin ist dem Azofarbstoff Amaranth von seiner chemischen Struktur her sehr ähnlich, ist wasserlöslich und zeigt sich beständig gegen Fruchtsäuren, Hitze und Licht.


Verwendung

a0002270-86.358244365362

© Corinna Gissemann / fotolia.com

Der Lebensmittelfarbstoff Azorubin darf nur für die Färbung bestimmter Lebensmittel verwendet werden. Eingesetzt wird Azorubin bei Surimi, Lachsersatz, Senf, Nahrungsergänzungsmitteln, Knabbererzeugnisse, Schmelzkäse 🛒, Brause, Brausepulver, Sirup, Fischersatzprodukten, Fleischersatzprodukten, Fruchtweinen, Obstweinen, Spirituosen, Desserts, Pudding, Flammeri, Speiseeis, Obstkonserven, Biskuitrollen, Süßwaren, Keksen, Kuchen, Blätterteiggebäck, Paniermehl, Fertigsuppen, Fertigsausen, Fruchtzubereitungen, Marmelade und Konfitüre.

Der Zusatz von Azorubin wird für das jeweilige Lebensmittel auf eine bestimmte Höchstmenge begrenzt. Die Grenzen liegen zwischen 50 und 500 mg pro Kilogramm Lebensmittel. Der Lebensmittelfarbstoff wird auch eingesetzt, um in Verbindung mit anderen Farbstoffen unterschiedliche Braun- und Violetttöne zu erreichen. Zugelassen ist Azorubin zudem für die Einfärbung von Arzneimitteln, Kosmetika und Textilien.


Herstellung

Für die Herstellung von Azorubin ist ein mehrstufiger Prozess notwendig. In der sogenannten Azokupplung [1] wird dieser Azofarbstoff chemisch synthetisiert. Hierbei entsteht die für Azofarbstoffe so typische Azogruppen [2], die aus zwei Stickstoffatomen besteht. Im Allgemeinen wird unter der Bezeichnung Azorubin das Natriumsalz aus dieser Verbindung verstanden. Andere Teile der Verbindung sind jedoch ebenfalls zugelassen.


Kennzeichnung

Wird E 122 als Farbstoff eingesetzt und direkt Lebensmitteln zugeführt, muss es als Zusatzstoff deklariert werden. Seit dem 20. Juli 2010 müssen Lebensmittel, die mit Azorubin gefärbt wurden den Warnhinweis "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen." auf der Verpackung tragen.


Gesundheitliche Risiken

Der ADI-Wert von Azorubin liegt bei 0 bis 4 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Azorubin kann vor allem bei empfindlichen Menschen Pseudoallergien auslösen. Wer bereits unter einer Allergie gegen Salicylsäure leidet, hat ein erhöhtes Risiko, mit pseudoallergischen Symptomen auf Azorubin zu reagieren. Besonders betroffen sind dann die Atemwege und die Haut. Auch wer empfindlich auf Benzoesäure reagiert, könnte pseudoallergische Symptome zeigen. Lebensmittel, die den Farbstoff Azorubin enthalten, müssen mittlerweile mit einem Warnhinweis versehen werden, der besagt, dass dieser Farbstoff die Aufmerksamkeit und die Aktivität bei Kindern beeinträchtigen kann. Für die Färbung von Bio-Lebensmittel wird dieser Farbstoff nicht verwendet.

[1] Eine Azokupplung ist eine elektrophile aromatische Substitutionsreaktion. Aromaten sind eine Stoffklasse in der organischen Chemie. Die elektrophile Substitution ist ein Reaktionsmechanismus in der organischen Chemie.
[2] In der Chemie bezeichnet die Azogruppe eine funktionelle Gruppe, die aus zwei durch eine Doppelbindung verbundenen Stickstoff-Atomen (–N=N–) besteht.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Azorubin hat einen ADI-Wert von 4 mg/kg Körpergewicht
  • Azorubin ist ein Farbstoff, Lebensmittelzusatzstoff
  • Azorubin kann Auslöser sein für Pseudoallergien
  • Azorubin werden eingesetzt für die Herstellung von Schmelzkäse, Brause
  • Azorubin wird verwendet für Surimi, Lachsersatz, Senf, Nahrungsergänzungsmitteln, Knabbererzeugnisse, Brausepulver, Sirup, Fischersatzprodukte, Fleischersatzprodukte, Fruchtwein, Obstwein, Spirituosen, Desserts, Pudding, Flammeri, Speiseeis, Obstkonserven, Biskuitrollen, Süßwaren, Keksen, Kuchen, Blätterteiggebäck, Paniermehl, Fertigsuppen, Fertigsausen, Fruchtzubereitungen, Marmelade, Konfitüre



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 » Lebensmittelchemie
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 » Der große Larousse Gastronomique
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 » Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 » Lebensmittel-Lexikon