Goabohne, Flügelbohne, Manilabohne


Wissenschaftliche Bezeichnung: Psophocarpus tetragonolobus
Englisch: four-cornered bean, winged bean, dragon bean, Manila bean, Goa bean, four-angled bean
Französisch: haricot ailé, pois carré
Italienisch: fagioli Goa
Spanisch: frijol Goa
Portugiesisch: Goa feijão
Grichisch: Γκόα φασόλια, Nkóa fasólia
Türkisch: Goa fasulye
Dänisch: Goa bønne
Schwedisch: Goa böna
Norwegisch: Goa bønne
Finnisch: Goa papu
Ungarisch: Goa bab
Polnisch: fasola goa
Tschechisch: Goa bean
Thailändisch: Kạ̄w ạh̀w
Japanisch: ゴア豆, Goa mame
Chinesisch: Dòu guǒ, 豆果


Inhaltsverzeichnis
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Die Goabohne, Flügelbohne oder auch Manilabohne (bot.: Psophocarpus tetragonolobus) ist ein Gemüse und zählt zu den Hülsenfrüchten und zum Fruchtgemüse. Aus botanischer Sicht gehört die Goabohne zu der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (bot.: Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (bot.: Fabaceae), die zu der Ordnung der Schmetterlingsblütenartigen (bot.: Fabales) zählt.
Die deutsche Bezeichnung "Flügelbohne" bezieht sich auf die 4, an der Hülse längs verlaufenden Flügel.
Die in Deutschland erhältlichen Goabohnen sind überwiegend Importware aus Thailand.
Der Geschmack und Geruch von Goabohnen erinnern an Zuckerschoten.


Pflanzenbeschreibung

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Als Nutzpflanze wird die Goabohne als einjährig angebaut. Sie ist jedoch eine mehrjährige Staude.

Die Goabohne ist eine reich verzweigte, linkswindende, ausdauernde, krautige Staude. Die Wurzeln der Goabohne bilden Knollen. Die kletternden und rankenden Triebe der Goabohne werden 2 bis 3 m lang und bis zu 1 cm dick und benötigen ein stabiles Stützgerüst. Die Laubblätter sind etwa 8 bis 15 cm lang und 4 bis 12 cm breit und trifoliat. Trifoliat bedeutet, dass die Blätter in drei, leicht schräg eiförmige Teilblätter gegliedert sind. Die zugespitzten, ganzrandigen oder gelegentlich auch gelappten Teilblätter sind zwischen 5 und 14 cm lang und 3 bis 9 cm breit.

Die Blüten stehen meist achselständig an 2 bis 10 cm langen Blütenstandsstielen in dichten traubigen Blütenständen; können gelegentlich aber auch einzeln stehen. Die Blüten sind in fünfzählig und bestehen aus fünf unterschiedlich strukturierten Kronblätter. Die Kronblätter (bot.: Petalen) sind blassgrün, weiß, gelb-rosa, violett bis hellblau gefärbt. Die Blütenstände umfassen 2 bis 10 Blüten in 15 cm langen Trauben und stehen in den Achseln der Blätter. Das mittlere obere Kronblatt der Blüte ist vergrößert und nach oben gebogen und wird Fahne (bot.: Vexillum) genannt. Die Fahne steht meist aufrecht und ist etwa 2,5 cm breit.

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Die Hülsenfrüchte sind 6 bis 40 cm lang. Entlang der Nähte stehen zwei wellig geformte Flügel mit einer Breite von etwa 5 mm. Meist sind die Hülsen durchgängig grün gefärbt. Einige Sorten besitzen gelblich-grüne Hülsen mit bräunlich, bordeauxrot bis violetten Flügeln. Die Hülsenfrüchte enthalten zwischen 5 und 20 manchmal bis zu 40 Samen. Die glatten, glänzenden, rundlich-ovalen, weißen, gelben, braunen oder schwarzen Samen haben einen Durchmesser von 7 bis 8 mm. Der Nabel (bot.: Hilum) der Samen ist hell bis cremefarben mit einem dunklen Rand.


Herkunft

Der Ursprung der Goabohne ist nicht geklärt er wird in Südostasien, Neuseeland oder Afrika vermutet. Die Pflanze verträgt viel Nässe und wird darum vor allem in den feuchten Tropen und Subtropen angebaut. Angebaut wird die Flügelbohne bereits seit Jahrhunderten in Asien, vom südlichen Indien über Malaysia, bis zu den Philippinen, sowie in Neuguinea, Westafrika, Ghana, Nigeria, Tansania und in der Karibik.


Ernte

Die Ernte der ersten unreifen Hülsen beginnt 60 bis 80 Tage nach der Aussaat. Dann sind die Hülsen der Flügelbohnen etwa 15 bis 20 cm lang und haben einen Durchmesser von 2 bis 2,5 cm. Die Wurzeln sind nach 120 bis 140 Tagen erntereif. Sie sind dann zwischen 7,5 uns 12 12 lang und haben einen Durchmesser von etwa 2 bis 2,5 cm.


Einkauf

Frische Goabohnen sind vor allem in gut sortierten Asialäden zu finden. Beim Einkauf sollten Bohnen gleichmäßig gefärbt sein und keine Flecken aufweisen. Einwandfreie Goabohnen erkennt man auch, wenn am Saum, also an den äußeren Rändern der Hülsen keine gelblichen Verfärbungen sichtbar sind. Als Konserven werden Flügelbohnen bei uns im Handel selten angeboten.


Lagerung

Lagerphysilogische Besonderheiten

Reifevorgänge und Fäulnisgefahr bestimmen bei höheren Lagertemperaturen das physiologische Verhalten von lagernden Goabohnen. Niedrige Lagertemperaturen hingegen beeinflussen nichtparasitäre Kaltlagerkrankheiten.

Frisch sind die Hülsen etwa zwei Tage im Kühlschrank haltbar. Bei optimaler Lagerung, also bei konstant 10 °C und 90 % relativer Luftfeuchtigkeit halten sich die Hülsen der Flügelbohnen bis zu 3 Wochen lang frisch. Allerdings verlieren die Hülsen während dieser Zeit bis zu 20 % an Gewicht. Ein CO2-Gehalt in der Lageratmosphäre von 5 bis 10 % verhindert bei längerer Lagerung den Abbau der grünen Hülsenfarbe.
Oberflächliche Eindellungen auf den Hülsen oder Rostflecken könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Bohnen zu Kalt gelagert wurden. Lagertemperaturen bei 0 bis 4 °C führen bei Bohnen mitunter zum Abbau von Stärke zu Zucker sowie einer Degeneration der Chromoplasten.
Bei langen Lagerzeiten und Temperaturen über 4 deg;C hingegen baut sich aus Zucker Stärke auf. Zudem treten Nachreifeerscheinungen, Fäulnis und Welke auf.


Verarbeitung und Zubereitung

Von der Goabohne können die zarten Triebe, Hülsen, Samen, Blüten, Blätter und Wurzeln als Nahrungsmittel, bzw. gekochtes Gemüse genutzt werden. Das Hauptprodukt sind jedoch die unreifen, grünen Hülsen. In einigen Ländern Südostasiens und in Indien werden Goabohnen ausschließlich wegen der Hülsen kultiviert.

Die Samen werden auf Java beispielsweise geröstet und mit Reis serviert. Häufig wird aus den Samen auch Mehl und Öl gewonnen.

Die Hülsen von Goabohnen werden häufig entweder kurz in kochendem Wasser blanchieren und dann abgeschreckt oder direkt im Wok gegart. So zubereitet, eignen sich Goabohnen auch für Salate. In Thailand werden Goabohnen gedünstet oder gebraten zu den beliebten Nam phrik (th.: น้ำพริก) serviert.

In Burma werden die Wurzeln wie Knollengemüse beispielsweise Kartoffeln gegart und zubereitet oder auch roh verzehrt.

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Die Blätter der Goabohnen können wie Spinat zubereitet und gegessen werden kann.

Die farbigen Blüten der Goabohne können als Zutat für Salate verwendet werden oder auch als Färbemittel für Gebäck, Reis und Süßigkeiten.

Die Goabohne hat darüber hinaus auch Bedeutung als Viehfutter.


Inhaltsstoffe

Die grünen Hülsen der Flügelbohne enthalten mit etwa 33 % sehr viel Eiweiß. Zudem sind sie reich an Eisen, Calcium, Vitamin A und Vitamin C.
Die Samen der Goabohne enthalten darüber hinaus nennenswerte Mengen an Phosphor, Kalium und Calcium.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Goabohne: Hauptnährstoffe
Kalorien (kcal/kj): 354/1482
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 0,7
Broteinheiten (BE): 0,58
Kohlenhydrate: 7,79 g
Ballaststoffe: 23 g
Eiweiß: 33,1 g
Wasser: 10,35 g
Fett: 16,2 g
MFU: 3,75 g
Cholesterin: * mg

Goabohne: Vitamine
Retinol: * µg
Thiamin: 1 mg
Riboflavin: 0,3 mg
Niacin: 8,5 mg
Pyridoxin: 0,4 mg
Ascorbin: 1 mg
Tocopherol: 10 mg

Goabohne: Mineralstoffe
Natrium: 50 mg
Kalium: 1020 mg
Calcium: 530 mg
Phosphor: 480 mg
Magnesium: 170 mg
Eisen: 14,5 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Goabohne enthält viel Eiweiß
  • Goabohne ist ein Gemüse, Fruchtgemüse
  • Goabohne schmeckt nach Zuckerschoten
  • Goabohne sind Hülsenfrüchte
  • Goabohne wird verarbeitet zu Mehl
  • Goabohne wird verwendet für die Zubereitung von Nam phrik



Quellen


  • Günther Liebster: Warenkunde Obst & Gemüse. Hädecke, 2002 » Warenkunde Obst & Gemüse
  • Horst Böttcher: Handbuch der Lebensmitteltechnologie. Frischhaltung und Lagerung von Gemüse. Ulmer Verlag, 1996 » Handbuch der Lebensmitteltechnologie. Frischhaltung und Lagerung von Gemüse