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Phosphatiertes Distärkephosphat, E 1413


Englisch: Phosphated distarch phosphate, Phosphorylated di-starch phosphate


Inhaltsverzeichnis


Phosphatiertes Distärkephosphat ist eine Phosphatstärke und gehört zu den chemisch modifizierten Stärken, die von der Lebensmittelindustrie als Lebensmittelzusatzstoff als Verdickungsmittel, Stabilisator und Trägerstoff verwendet wird. Als Zusatzstoff trägt phosphatiertes Distärkephosphat die europäische Zulassungsnummer E 1413. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln kann phosphatiertes Distärkephosphat auch lediglich als modifizierte Stärke oder chemisch modifizierte Stärke deklariert sein.



Eigenschaften von phosphatiertem Distärkephosphat

Phosphatiertes Distärkephosphat is ein Abkömmling des Distärkephosphats. Die Stärkeketten dieses Zusatzstoffes sind zum einen mit Phosphaten verestert und zum anderen über Phosphatgruppen vernetzt. Aufgrund seiner chemischen Struktur verbindet dieser Zusatzstoff die Eigenschaften von Distärkephosphat und Monostärkephosphat. Phosphatiertes Distärkephosphat zeigt sich besonders stabil gegenüber hohen Temperaturen, Säuren und mechanischer Belastung. Dieser Zusatzstoff hat die Fähigkeit Wasser zu binden und ist auch beim Auftauen und Einfrieren stabil. Diese Eigenschaft macht sich die Lebensmittelindustrie insbesondere für die Herstellung von Tiefkühlprodukten zu eigen.



Herstellung von phosphatiertem Distärkephosphat

Phosphatiertes Distärkephosphat wird mittels einer chemischen Reaktion von Phosphoroxychlorid [1] und Distärkephosphat gewonnen. Die Basis für Distärkephosphat sind natürliche Stärken, die aus Weizen, Kartoffeln und Mais gewonnen werden können. Bei der Herstellung von phosphatiertem Distärkephosphat könnte auch Stärke von gentechnisch veränderten Kartoffeln, Mais oder Weizen (siehe auch: Liste genetisch veränderter Zusatzstoffe) zum Einsatz kommen.



Kennzeichnung von phosphatiertem Distärkephosphat

Phosphatiertes Distärkephosphat muss auf der Zutatenliste nach der Angabe des Verwendungszwecks (Verdickungsmittel, Stabilisator oder Trägerstoff) oder mit der E-Nummer (E 1413), als phosphatiertes Distärkephosphat, modifizierte Stärke oder chemisch modifizierte Stärke auf der Zutatenliste vermerkt sein. Stammt phosphatiertes Distärkephosphat aus genetisch veränderten Quellen, so kann dies angegeben werden. In der Praxis wird phosphatiertes Distärkephosphat, das aus genetisch veränderter Stärke hergestellt wurde allerdings nicht als solche gekennzeichnet. Die Gesetzgebung gibt an dieser Stelle keine klaren Vorgaben.



Verwendung von phosphatiertem Distärkephosphat

Phosphatiertes Distärkephosphat ist grundsätzlich für alle Lebensmittel zugelassen. Ausgenommen sind lediglich Lebensmittel, die unbehandelt bleiben sollen und solche, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen keine Zusatzstoffe enthalten dürfen. Mit Ausnahme von Säuglings- und Kleinkindnahrung gibt es für E 1413 keine Höchstmengenbeschränkung. Dieser Zusatzstoff darf bis zur ausreichenden Menge (quantum satis) verwendet werden. Das bedeutet es darf gerade so viel phosphatiertes Distärkephosphat zur Herstellung von Lebensmitteln verwendet werden, wie es zur Produktion notwendig ist. Verwendet wird E 1413 zur Herstellung von Brot, Backwaren, Saucen, Fertiggerichten, Tiefkühlprodukten, Trockensuppen, Dressings, Puddingpulver und Milcherzeugnisse.



Phosphatiertes Distärkephosphat: Gesundheitliche Risiken

Ein ADI-Wert wurde für phosphatiertes Distärkephosphat nicht festgelegt. Der Zusatzstoff gilt als gesundheitlich unbedenklich und wird wie natürliche Stärke in den Kohlenhydratkreislauf aufgenommen.

[1] Phosphoroxychlorid ist eine giftige, an der Luft stark rauchende Flüssigkeit, die formal das Trichlorid der Phosphorsäure darstellt.



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 »
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 »
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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