Magnesiumverbindungen der Speisefettsäure, E 470 b, Magnesium-Stearat


Englisch: Magnesium salts of fatty acids
Französisch: Sels de magnésium d'acide gras
Spanisch: Sales de magnesio de ácidos grasos
Italienisch: Sali di magnesio degli acidi grassi


Inhaltsverzeichnis



Magnesiumverbindungen der Speisefettsäuren werden zu den Emulgatoren gezählt und tragen die europäische Zulassungsnummer E 470 b für Lebensmittelzusatzstoffe. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln kann dieser Zusatzstoff auch als Magnesium-Stearat deklariert sein. In der Lebensmittelindustrie werden Magnesiumverbindungen der Speisefettsäuren in den Funktionsklassen der Überzugsmitteln, Trennmittel, Trägerstoffe und Emulgatoren geführt.

Die Magnesiumverbindungen der Speisefettsäuren sind unter anderem auch im menschlichen Körper zu finden. Sie entstehen als Zwischenprodukt des Fettstoffwechsels. Die Magnesiumsalze der Speisefettsäuren eignen sich sehr gut als Trennmittel, da das feine Pulver gute Hafteigenschaften hat. Als Riesel- und Mahlhilfe wird es ebenfalls genutzt. Die Magnesiumsalze der Speisefettsäuren entstehen durch die Behandlung mit Laugen. Auf diese Weise werden die Fette an einer Seite wasserlöslich und sind anschließend in der Lage, Wasser-Fett-Mischungen zu stabilisieren.


Verwendung

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Die Magnesiumverbindungen der Speisefettsäuren sind ohne Beschränkung der Höchstmenge für alle Lebensmittel zugelassen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Lebensmittel, die unbehandelt angeboten werden sollen, und solche, die aufgrund gesetzlicher Richtlinien nicht mit Zusatzstoffen behandelt werden dürfen.

Verwendet wird E 470 b beispielsweise für Gewürzgranulat, Dekorzucker, Pudding, Margarine, Backmischungen, Backwaren und Backpulver.

Die Magnesiumsalze der Speisefettsäuren dienen zudem als Trägerstoff für Aromen und andere Lebensmittelzusatzstoffe. Neben der Lebensmittelindustrie verwendet auch die Kosmetikindustrie diese chemische Verbindung für die Herstellung ihrer Produkte.


Herstellung

Um die Magnesiumsalze der Speisefettsäuren herzustellen können tierische Fette; in der Regel aber pflanzliche Fette verseift. Versteift heißt, die Fette werden mit Laugen behandelt. Die pflanzlichen Fette zur Herstellung von E 470 b stammen zumeist Raps-, Mais- oder Sojaöl verwendet. Diese Öle können von gentechnisch veränderten Pflanzen stammen, insbesondere die von Sojabohnen. Sojabohnen sind eine international gehandelte Ware. Die gv-Sojabohnen stammen beispielsweise ausArgentinien und den USA, wo sie großflächig angebaut und in die EU importiert werden. Selbst bei "gentechnik-frei" deklarierten Lebensmittel aus Unternehmen die ausschließlich herkömmliche Soja-Rohstoffe verarbeiten, kann ein geringer Anteil an GVO enthalten sein. Das liegt daran, dass eine Trennung zwischen konventionellen und gv-Sojabohnen über alle Verarbeitungsstufen hinweg technisch nicht möglich ist.

Kennzeichnung von GVO-Zusatzstoffen

Alle Zusatzstoffe, die unmittelbar aus gentechnisch veränderten Sojabohnen gewonnen werden, sind generell kennzeichnungspflichtig. Allerdings ist rechtlich nicht geklärt, ob das auch für Zusatzstoffe gilt, die während ihrer Herstellung mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen haben. In der Praxis jedenfalls werden solche Zusatzstoffe, nicht gekennzeichnet. Darüber hinaus müssen zufällige, technisch unvermeidbare GVO-Beimischungen in den Rohstoffen bis zu einem Anteil von 0,9 % sowie die daraus hergestellten Lebensmittel nicht den Hinweis auf GVO tragen.


Gesundheitliche Risiken

Der Gesetzgeber hat die Magnesiumsalze der Speisefettsäuren als vollkommen unbedenklich eingestuft. Ein ADI-Wert wurde für E 470 b nicht festgelegt. Dieser Zusatzstoff wird im menschlichen Körper über den Fettstoffwechsel verdaut. Bei empfindlichen Personen können die Magnesiumverbindungen der Speisefettsäuren allergische Reaktionen auslösen. Wer komplett auf Gentechnik verzichten möchte, sollte diesen Zusatzstoff nicht verzehren.



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben