Zuckerglyceride, E 474


Englisch: Sugarglycerides
Französisch: Sucroglycérides
Spanisch: Glicéridos de azúcar
Italienisch: Zliceridi dello zucchero


Inhaltsverzeichnis
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Zuckerglyceride sind Lebensmittelzusatzstoffe und tragen die europäische Zulassungsnummer E 474. In der Lebensmittelindustrie werden Zuckerglyceride in den Funktionsklassen der Mehlbehandlungsmittel und der Emulgatoren geführt.

Bei Zuckerglyceriden handelt es sich um chemische Verbindungen, die künstlich hergestellt werden. Dieser Zusatzstoff ist eine Mischung aus Zuckerestern von Speisefettsäuren und Glycerinfettsäureestern. Die Lebensmittelindustrie setzt E 474 als Mehlbehandlungsmittel und Emulgator ein. Die emulgierende Wirkung der Zuckerglyceride hängt davon ab, wie hoch der Anteil an Zucker und Speisefettsäuren ist, der für die Herstellung der Zuckerester genutzt wurde. Zuckerglyceride beeinflussen wie Zuckerester die Verkleisterungseigenschaften von Mehl und werden beispielsweise in Backwaren eingesetzt. Schokoladenmassen erhalten durch den Zusatz von Zuckerglyceriden eine bessere Fließfähigkeit. Die Fließfähigkeit ist insbesondere bei der maschinellen, industriellen Verarbeitung wichtig, beispielsweise beim Transport durch Rohrleitungen oder beim Abfüllen.


Verwendung

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© HandmadePictures / fotolia.com

Zuckerglyceride sind nicht für Lebensmittel allgemein zugelassen. Erlaubt ist der Zusatz von E 474 nur für bestimmte Lebensmittel bis zu einer genau festgelegten Höchstbeschränkung.

Verwendet werden dürfen Zuckerglyceride beispielsweise für abgepackten flüssigen Kaffee (maximal 1 g/l), Speiseeis, Süßwaren, Desserts (maximal 10 g/kg), Kaffeeweißer (maximal 20 g/kg), Kekse, Kuchen, Blätterteiggebäck (maximal 10 g/kg) und für die Oberflächenbehandlung von Obst.

Neben der Lebensmittelindustrie verwendet auch die Kosmetikindustrie Zuckerglyceride für die Herstellung ihrer Produkte.


Herstellung

E 474 entsteht durch die Veresterung von Saccharose und Speisefettsäuren. Für die Herstellung von Zuckerglyceriden werden in der Regel Rohstoffe pflanzlicher Herkunft verwendet. Sojaöl und andere pflanzliche Öle dienen häufig als Ausgangsbasis. Es können jedoch auch Fette und Fettsäuren tierischer Herkunft für die Herstellung dieses Zusatzstoffes genutzt werden. In der Regel lässt sich am Lebensmittelzusatzstoff selbst nicht feststellen, welche Rohstoffe verwendet wurden. Da für die Herstellung dieses Zusatzstoffes auch Sojaöl verwendet wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass dabei gentechnisch veränderte, so genannte gv-Sojabohnen zum Einsatz kommen.

Herstellung aus gentechnisch veränderten Pflanzen

Wenn zur Herstellung von E 474 Sojabohnen verwendet werden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Bohnen ganz oder anteilig aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. Sojabohnen sind eine international gehandelte Ware. Die gv-Sojabohnen stammen beispielsweise ausArgentinien und den USA, wo sie großflächig angebaut und in die EU importiert werden. Selbst bei "gentechnik-frei" deklarierten Lebensmittel aus Unternehmen die ausschließlich herkömmliche Soja-Rohstoffe verarbeiten, kann ein geringer Anteil an GVO enthalten sein. Das liegt daran, dass eine Trennung zwischen konventionellen und gv-Sojabohnen über alle Verarbeitungsstufen hinweg technisch nicht möglich ist.

Kennzeichnung von GVO-Zusatzstoffen

Alle Zusatzstoffe, die unmittelbar aus gentechnisch veränderten Sojabohnen gewonnen werden, sind generell kennzeichnungspflichtig. Allerdings ist rechtlich nicht geklärt, ob das auch für Zusatzstoffe gilt, die während ihrer Herstellung mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen haben. In der Praxis jedenfalls werden solche Zusatzstoffe, nicht gekennzeichnet. Darüber hinaus müssen zufällige, technisch unvermeidbare GVO-Beimischungen in den Rohstoffen bis zu einem Anteil von 0,9 % sowie die daraus hergestellten Lebensmittel nicht den Hinweis auf GVO tragen.


Gesundheitliche Risiken

Zuckerglyceride werden als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Der ADI-Wert liegt bei 30 mg/kg Körpergewicht. Zu beachten ist hierbei, dass der ADI-Wert für die Summe aller über die Nahrung aufgenommenen Zuckerglyceride und Zuckerester gilt. Im Körper werden die Bestandteile dieses Lebensmittelzusatzstoffes verstoffwechselt und ausgeschieden beziehungsweise verdaut. Bei der Aufnahme großer Mengen E 474 kann diese chemische Substanz abführend wirken.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Zuckerglyceride gilt als gesundheitlich unbedenklich
  • Zuckerglyceride haben einen ADI-Wert von 30 mg/kg Körpergewicht
  • Zuckerglyceride kann hergestellt sein aus tierischen Fetten, pflanzlichen Fetten
  • Zuckerglyceride können hergestellt sein aus Sojaöl, genetisch veränderten Organismen, Sojabohnen
  • Zuckerglyceride sind Emulgatoren, Lebensmittelzusatzstoffe, Mehlbehandlungsmittel
  • Zuckerglyceride tragen die E-Nummer E 474
  • Zuckerglyceride werden hergestellt aus Saccharose, Speisefettsäuren
  • Zuckerglyceride werden verwendet für Backwaren, Schokoladenmassen, Kaffee, Speiseeis, Süßwaren, Desserts, Kaffeeweißer, Keksen, Kuchen, Blätterteiggebäck
  • Zuckerglyceride wird verwendet für Nahrungsergänzungsmitteln



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben