Ackerbohne, Viehbohne, Faberbohne, Saubohne, Puffbohne, Schweinsbohne, Favabohne, Dicke Bohne, Große Bohne, Pferdebohne


Wissenschaftliche Bezeichnung: Vicia faba
Englisch: broad bean, fava bean, faba bean
Französisch: Vicia faba
Italienisch: Vicia faba, fava
Spanisch: Vicia faba, haba
Portugiesisch: fava-italiana, fava, fava-comum, feijão-fava, fava silvestre
Grichisch: γεωργία φασόλια
Türkisch: bakla
Dänisch: hestebønne, også kendt som favabønne, valsk bønne, vælsk bønne
Schwedisch: favaböna, bondböna
Norwegisch: jordbruk bønne
Finnisch: maatalous papu
Ungarisch: mezőgazdaság bab
Polnisch: bób
Tschechisch: zěmědelství fazolové
Thailändisch: ถั่วการเกษตร
Japanisch: ソラマメ
Chinesisch: 蚕豆


Inhaltsverzeichnis
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Die Ackerbohne, Saubohne, Schweinsbohne, Favabohne, Dicke Bohne, Große Bohne, Pferdebohne, Viehbohne, Faberbohne oder auch Puffbohne ist ein Gemüse und zählt zu den Hülsenfrüchten und zum Fruchtgemüse. Aus botanischer Sicht gehört die Ackerbohne nicht zu den Bohnen sondern zur Gattung der Wicken (bot.: Vicia), die zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (bot.: Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (bot.: Fabaceae) gehört und wiederum zur Ordnung der Schmetterlingsblütenartigen (bot.: Fabales) zählt.


Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Ackerbohne ist eine einjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhen von 0,3 bis zu 2 m. Die Pflanze bildet eine tiefgehende Pfahlwurzel. Die Wurzel wächst also vertikal wie ein Pfahl in den Boden und kann dabei bis zu 1 m tief in den Erdboden reichen. Der obere Bereich der Wurzel ist stark verzweigt.
Der oberirdische Teil der Pflanze besteht aus einem vierkantigen, hohlen, kahlen, aufrechten und unverzweigten Stängel.
Die Laubblätter sind paarig gefiedert mit einer grannenartigen Spitze. Sie besitzen meist zwei bis drei Paare Fiederblättchen, also völlig getrennte Abschnitte der Blattspreite. Die blaugrünen, etwas fleischigen und nicht behaarten Fiederblättchen sind breit und oval und zwischen 3 bis 10 cm lang sowie 1 bis 4 cm breit. Am Blattgrund wachsen große, zwischen 10 und 17 mm lange, ganzrandige oder an der Spitze leicht gezähnte blattähnliche Auswüchse, die so genannten Nebenblätter (bot.: Stipulae oder Stipeln). Oft finden sich hier auch auch extraflorale, violettbraune Nektarien auch Honigdrüse oder Nektardrüse genannt. Das sind Saftdrüsen bei Blütenpflanzen, die einen zuckerhaltigen Saft, den Nektar abscheidet.
In den oberen Blattachseln wachsen 1 oder 6 büschelig beieinanderstehene, wohlriechende, an kurzen Stielen stehende Blüten. Die Blüten sind entweder reinweiß oder schwarzweiß.
Aus den Blüten entwickeln sich (je nach Quelle) 4 bis 14 cm oder 8 bis 20 cm lange und 1 bis 3 cm dicken, aufrechtstehende oder hängende Hülsen. Die Hülsen sind dickschalig und unbehaart. Die Hülsenfrüchte enthalten zwei bis sechs Samen, sind anfangs grünlich und färben sich mit zunehmendem Alter bzw. bei Vollreife braun bis schwarz.
Je nach Sorte sind die glatten Samen verschieden geformt. Die Samen können zwischen 1 bis 2,5 cm lang und 4,5 bis 9 mm dick werden. Die Farben der Samen reichen von hell rötlich-braun und von hell bis dunkel grünlich-braun oder von hell bis dunkel purpurfarben. Häufig sind die Samen gefleckt oder gepunktet. Wobei die Farben der Punkte und Flecken mehr oder weniger stark von der Grundfarbe der Samen abweichend können.


Geschichte und Herkunft

Ackerbohnen wurden bereits in Ausgrabungen einer etwa auf 6.500 v. Chr. datierten Steinzeitsiedlung in der Nähe der Stadt Nazareth in Israel gefunden. Die Samen, die häufig auch als Kerne bezeichnet werden, waren jedoch deutlich kleiner als die der heutigen Sorten. Die Heimat der kleinsamigen Ackerbohne wird im Orient, in Zentral- und Südwestasien vermutet, die der großsamigen Formen in den nordafrikanischen Mittelmeerländern.
Bereits im antiken Rom war Ackerbohnen weit verbreitet und galten als Arme-Leute-Essen. Mit den Römern gelangten die Bohnen nach Mitteleuropa und verbreiteten sich insbesondere rund um die Nordsee stark. Mit der Einführung von Gartenbohnen, also Busch- und Stangenbohnen, der Feuerbohne sowie der Kartoffel im 17. Jhd. wurde die Dicke Bohne immer stärker vom Speiseplan verdrängt. Die daraufhin vorwiegend als Viehfutter angebaut wurde.


Sorten

Ackerbohnen werden in zwei Gruppen unterteilt. Die beiden Gruppen lassen sich anhand der Blütenfarbe erkennen.

  • Sorten mit weißen Blüten: Die frischen Samen der weißblütigen Dicken Bohnen behalten ihre grüne oder weiße Farbe beim Erhitzen. Die Bohnen haben nicht den typischen Saubohnengeschmack. Zu diesen Bohnen zählen laut der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamts von 1987:
    • Bianka
    • Dreifach weiße
    • Eureka
    • Metissa
    • Osnaweiß
  • Sorten mit weiß-schwarzen Blüten: Die frischen Samen verfärben sich beim Erhitzen grau oder grau-braun. Sie enthalten mehr Gerbstoffe als die weißblütigen Bohnen und besitzen den charakteristischen Geschmack von Dicken Bohnen. Zu diesen weiß-schwarz-Blühenden Ackerbohnen zählen laut der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamts von 1987:
    • Felix
    • Frühe Weißkeimige
    • Hangdown Grünkernig
    • Hedosa
    • Osnabrücker Markt
    • Proprix
    • Statissa


Kennzeichnung und Verpackung

Dicke Bohnen werden meist unsortiert und häufig als tiefgefrorene Erzeugnisse aus nicht ausgereiften Samen der Art Vicia faba L. in den Handel gebracht. Auf die Verwendung von kleineren Bohnenkernen wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung mit "klein" oder "fein" hingewiesen. Die frischen Samen werden von der Hülse befreit, gewaschen, ausreichend blanchiert und in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren.


Güteklassen

Tiefgefrorene Dicke Bohnen sind praktisch frei von Keimen, von losgelösten Keimen, von Samenschalen oder Teilen von Samenschalen und von fleckigen Bohnen. Die gegarten Dicken Bohnen haben eine blassgrüne Farbe, einen feinen, typischen Geruch und Geschmack und eine zarte, nicht mehlige Konsistenz. Geruch und Geschmack sind ohne Fremdnoten. Die Samenschale ist zart.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Ackerbohne ist ein Gemüse, Fruchtgemüse
  • Ackerbohne ist eine Hülsenfrucht



Quellen


  • Günther Liebster: Warenkunde Obst & Gemüse. Hädecke, 2002 » Warenkunde Obst & Gemüse