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Nisin, E 234, Nisol


Englisch: Nisin
Französisch: Nisine
Spanisch: Nisina
Italienisch: Nisina



Nisin ist ein antibiotisch wirksames Peptid [1] aus der Gruppe der Lantibiotika [2]. In der Lebensmittelindustrie wird Nisin als Konservierungsstoff eingesetzt und trägt die europäische Zulassungsnummer E 234 für Lebensmittelzusatzstoffe. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln kann dieser Lebensmittelzusatzstoff auch als Nisol angegeben werden.

Aufgrund der antibiotischen Wirkung wird Nisin in der Lebensmittelindustrie zur Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt. Es hindert bestimmte Bakterien an der Vermehrung und steigert zudem deren Empfindlichkeit gegenüber Hitze. Der Konservierungsstoff Nisin wirkt ausschließlich gegen grampositive Bakterien [3] und kommt auch in roher Milch vor.

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Verwendung von Nisin

Der Lebensmittelzusatzstoff Nisin darf nur für bestimmte Lebensmittel verwendet werden. Zudem wurde für jedes Lebensmittel eine Höchstmenge festgelegt, die nicht überschritten werden darf. Für Biolebensmittel darf Nisin nicht eingesetzt werden. Auch Lebensmittel, die grundsätzlich nicht mit Lebensmittelzusatzstoffen behandelt werden dürfen, dürfen nicht mit Nisin konserviert werden.

Verwendet werden darf Nisin beispielsweise für

Nisin wird vor allem in hitzeempfindlichen Produkten, die natürlich nicht mithilfe von Hitze konserviert werden können, eingesetzt. Die Eiweißverbindung wirkt beispielsweise den gefährlichen Clostridien entgegen. Die therapeutische Wirkung von Nisin wird als gering eingeschätzt. Zudem soll dieser Konservierungsstoff nicht schädlich sein, da er von gesunden Menschen schnell abgebaut werden kann.

In der Medizin wird Nisin ebenfalls eingesetzt und kommt daher beispielsweise auch als Wirkstoff in therapeutisch eingesetzten Antibiotika vor.



Herstellung von Nisin

Der Konservierungsstoff Nisin wird mithilfe der Biotechnologie hergestellt. Als Grundlage für die Herstellung von Nisin dienen Bakterienkulturen. Häufig werden Milchsäurebakterien (Streptococcus lactis) genutzt. Bei der Herstellung von Nisin können gentechnisch veränderte Organismen zum Einsatz kommen. Ob gentechnisch veränderte Organismen eingesetzt wurden, ist für den Verbraucher jedoch oftmals nicht durchschaubar.



Gesundheitliche Risiken von Nisin

Nisin wird in der Regel als unbedenklich eingestuft. Der ADI-Wert für diese diesen Lebensmittelzusatzstoff liegt bei 0,3 mg pro Kilogramm Körpergewicht. In der Regel wird Nisin im menschlichen Organismus schnell und gründlich abgebaut. Allergiker können nach dem Verzehr dieses Lebensmittelzusatzstoffes allergische Reaktionen zeigen. Bislang konnte nicht nachgewiesen werden, dass dieser Lebensmittelzusatzstoff sich negativ auf den Einsatz von therapeutisch wirkenden Antibiotika auswirkt. Einige Verbraucherschützer raten dennoch zur Vorsicht und empfehlen, Lebensmittel, die Nisin enthalten, nicht allzu häufig zu verzehren.

[1] Ein Peptid ist ein kleines Protein, eine organische Verbindung, die aus einer Verknüpfung mehrerer Aminosäuren entstanden ist.
[1a] Die organische Chemie (kurz: OC), häufig auch kurz Organik, ist ein Teilgebiet der Chemie, in dem die chemischen Verbindungen des Kohlenstoffs untersucht werden.
[2] Lantibiotika sind eine Gruppe antibakteriell wirkender Eiweißstoffe (Peptid-Antibiotika), die nach der Aminosäure Lanthionin benannt sind.
[3] Bakterien können nach dem Aufbau ihrer Zellwände unterscheiden werden. Der dänische Bakteriologe Hans Christian Gram entwickelte eine Färbemethode, bei der Bakterien zwei verschiedene Farben annehmen können. Je nach Färbung können die Bakterien dann als gramnegative oder grampositive Bakterien erkannt werden. Die unterscheidung ist aus medizinischer sicht notwendig, da grampositive und gramnegative Bakterien oft nur mit unterschiedlichen Antibiotika bekämpft werden können.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Nisin kann hergestellt sein aus genetisch veränderten Organismen
  • Nisin werden eingesetzt zur Konservierung



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »








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