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Meerrettich, Grien, Grä, Maressig, Mährrettich, Meerrettig, Kren, Mirch

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Wissenschaftliche Bezeichnung: Armoracia rusticana
Englisch: Horse-radish
Französisch: Cran, Mérédic, Raifort
Spanisch: Rábano picante, Rábano rusticano, Raíz picante
Italienisch: Ramolaccio, Rafano, Barbaforte, Cren

© Elzbieta Sekowska / fotolia.com




Der Meerrettich ist ein Wurzelgemüse und gehört zu der botanischen Familie der Kreuzblütler (bot.: Cruciferae oder Brassicaceae). Seine Heimat liegt in Ost- und Südeuropa. In den Steppen des östlichen Russlands und der Ukraine wächst noch die Wildform dieser Pflanze. Die hohe Konzentration an ätherischen Senfölen und seine zum Teil antibiotisch wirkenden Stoffe machten den Meerrettich zu einer weitverbreiteten Heil- und Gewürzpflanze. Sie wird in ganz Europa, in Asien und in Nordamerika kultiviert. In Deutschland wird die seit dem 12. Jahrhundert bekannte Pflanze nur noch auf knappen 200 ha angepflanzt. Um den Bedarf der hellbraunen, weißfleischigen Wurzel in Deutschland zu decken, wird Meerrettich aus Österreich, Ungarn und einigen südeuropäischen Ländern importiert.

Meerrettich ist eine bis zu 1,20 m hoch wachsende Staude. Die Rhizome, die Meerrettichwurzel oder auch Meerrettichstange genannt, wird bis 30 bis 40 cm lang (manchmal auch bis zu 60 cm) und 4 bis 6 cm dick. Die Wurzel trägt am Ende Seitentriebe, die auf mittelfränkisch Fechser oder Bizzi genannt werden. Von ihnen dienen die kräftigsten zur Vermehrung. Je älter die Wurzel wird, desto mehr verholzt sie im Inneren.

Meerrettich ist ein frostfestes Gemüse und wird von Ende September bis April frisch im Handel angeboten. Die Hauptsaison beginnt Ende Oktober - Anfang November. Er wird nach geographischer Herkunft gehandelt z.B. Badischer, Spreewälder oder Ungarischer Meerrettich.

Meerrettich diente auf Grund seiner Inhaltsstoffe Jahrhunderte lang als Heilpflanze. Zu den zahlreichen heilend wirkenden Stoffen zählen die bereits genannten, anitbiotisch wirkenden, schwefelhaltigen Senföle. Meerrettich ist zudem reich an Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten, Mineralien (Calcium, Kalium, Phosphor, Eisen), den Vitaminen B1, B2, Niacin und C. Meerrettich regt den Appetit an, fördert den Kreislauf und die Durchblutung der Schleimhäute, regt die Produktion von Verdauungssäften an und wirkt blutdrucksenkend. Landläufig ist er auch wirksam bei rheumatischen Beschwerden, Asthma, Gicht und Katarrhen (Entzündungen von Schleimhäuten; u.a. auch Heufieber).

Über die Nomenklatur des Meerrettichs gibt es zwei Meinungen. Nach der einen Version bedeutet Meerrettich mehr, bzw. großer Rettich, nach der zweiten Version leitet sich der Name nach dem Wort für Pferd, Mähre ab - Pferderettich. Auch im englischen bedeutet Meerrettich (horse-radish) Pferderettich. Wie dem auch sei, am Ende zählt nicht der Name, sondern die Qualität des Gewürzgemüses.

Meerrettichstangen sollen gerade gewachsen, frisch und ganz sein und weißes Fleisch haben. Graue Streifen sind unerwünscht. Die Wurzel darf maximal zwei Köpfe haben und muss mindestens 180 g wiegen.

Meerrettich lässt sich gut lagern. Im Boden, im Freien oder im Keller (in feuchtem Sand oder Erde eingehüllt) kann er ungewaschen bis zum Frühjahr gelagert werden. So kann er sein Aroma optimal behalten. Im Kühlschrank (im Gemüsefach) hält er sich bis zu zwölf Monate lang frisch. Wichtig dabei ist allerdings eine relativ hohe Luftfeuchte und eine konstante Temperatur von null bis ein Grad Celsius. Gewaschen kann er im Gemüsefach bis zu vier Wochen liegen bleiben.








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