Kaliumferrocyanid, E 536, KaliumhexacyanidoferratII, KaliumhexacyanoferratII, Gelbes Blutlaugensalz, Gelbkali


Englisch: Yellow prussiate of potash, Potassium hexacyanoferrate II trihydrate, Tetrapotassium ferrocyanide trihydrate, Ferrate hexacyano tetrapotassium trihydrate, Potassium ferrocyanide, Potassium hexacyanoferrateII
Französisch: Ferrocyanure de potassium, Hexacyanoferrate II de tétrapotassium
Italienisch: Ferrocianuro di potassio, Potassio esacianoferrato II, Hexacyanoferrate II de tétrapotassium
Spanisch: Ferrocianuro de potasio, Hexacianoferrato II de potasio trihidratado


Inhaltsverzeichnis

Kaliumferrocyanid ist ein Lebensmittelzusatzstoff und trägt die europäische Zulassungsnummer E 536. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln kann Kaliumferrocyanid auch als gelbes Blutlaugensalz oder unter seiner E-Nummer deklariert sein. In der Lebensmittelindustrie wird Kaliumferrocyanid in der Funktionsklasse der Trennmittel geführt. Andere Bezeichnungen für Kaliumferrocyanid lauten Kaliumhexacyanidoferrat(II), Kaliumhexacyanoferrat(II) oder Gelbkali.

Bei Kaliumferrocyanid handelt es sich um ein Salz. Bekannt ist dieses Salz auch als Gelbes Blutlaugensalz und Gelbkali. In Wasser und Aceton ist Kaliumferrocyanid gut löslich. In Ether und Ethanol löst sich das Salz dagegen nicht. In der Lebensmittelindustrie wird Kaliumferrocyanid unter der Nummer E 536 als Trennmittel eingesetzt. Kaliumferrocyanid wird auch als Kaliumverbindung des Ferrocyanids bezeichnet. Bei Ferrocyaniden handelt es sich um Verbindungen von Cyanid-Ionen mit Eisen. Bei den Cyaniden handelt es sich um die Salze der Blausäure. Cyanide gelten als hochgiftig. Allerdings geht man davon aus, dass Kaliumferrocyanid nicht dieselbe Gefährlichkeit besitzt, da hier eine feste Bindung zum Eisen besteht.


Verwendung von Kaliumferrocyanid

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Der Lebensmittelzusatzstoff Kaliumferrocyanid ist nur sehr eingeschränkt für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassen und wird für die gleichen Einsatzzwecke wie Natriumferrocyanid (E 535) genutzt. So ist der Zusatzstoffe als Trennmittel für Kochsalz und Kochsalzersatz zugelassen. Dabei ist die Höchstmenge auf 20 mg/kg Salz beschränkt. In diesen Produkten dient E 536 als Rieselhilfe. Trennmittel beeinflussen die Eigenschaften von Salzkristallen und sorgen dafür, dass diese weniger verklumpen und rieselfähig bleiben.
Zudem darf Kaliumferrocyanid zum Schönen von Weinen verwendet werden. Allerdings gilt der Zusatzstoff in diesem Fall als technischer Hilfsstoff und muss nicht deklariert werden, da technische Hilfsstoffe im Endprodukt nicht mehr enthalten sein dürfen. Kaliumferrocyanid wird zum Schönen von Wein eingesetzt weil das Ferrocyanid mit Schwermetallen unlösliche Verbindungen bildet. Diese Eigenschaft wird genutzt, um unerwünschte Bestandteile aus dem Wein zu entfernen. Eisen- und Calciumspuren können mit Kaliumferrocyanid beispielsweise aus Wein entfernt werden. Eisen- und Calciumspuren können zu Aromafehlern und Verfärbungen des Weines führen.


Herstellung von Kaliumferrocyanid

Kaliumferrocyanid wird künstlich hergestellt. Mittels chemischer Synthese wird E 536 aus einer Eisen-Salzlösung und Kaliumcyanid gewonnen.


Gesundheitliche Risiken durch Kaliumferrocyanid

Kaliumferrocyanid gilt als nicht gänzlich unbedenklicher Zusatzstoff. Der ADI-Wert wurde auf 0,025 mg/kg Körpergewicht festgelegt. Dieser ADI-Wert bezieht sich auf die Summe aller über die Nahrung aufgenommener Ferrocyanide. In den geringen Mengen, in denen dieser Zusatzstoff Lebensmitteln beigemischt wird, gilt dieser als unbedenklich.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Kaliumferrocyanid 20 mg/kg Höchstmengenbeschränkung, Lebensmittel
  • Kaliumferrocyanid hat einen ADI-Wert von 0,025 mg/kg Körpergewicht
  • Kaliumferrocyanid ist ein Lebensmittelzusatzstoff, Trennmittel, technischer Hilfsstoff
  • Kaliumferrocyanid ist eine Rieselhilfe
  • Kaliumferrocyanid wird hergestellt aus Eisen-Salzlösung, Kaliumcyanid
  • Kaliumferrocyanid wird verwendet für Weinschönung, Kochsalz, Salz, Kochsalzersatz, Wein



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben