Lentizellenfäule, Gloeosporium-Fruchtfäule, Braune Bitterfäule, Bitterfäule


Englisch: Bitter rot
Französisch: Pourriture amère
Italienisch: Marciume lenticellare


Inhaltsverzeichnis

Die Lentizellenfäule, Gloeosporium-Fruchtfäule, Braune Bitterfäule oder einfach nur Bitterfäule ist eine parasitäre Lagerkrankheit von Äpfeln 🛒. Sie wird durch die Pilze (Gloeosporium album, G. perennans und G. fructigenum) der Gattung Gloeosporium ausgelöst. Die Bitterfäule gehört zu den Lagerfäulen.


Lentizellen

Lentizellen sind eine durch Aufreißen der obersten Zellschicht entstandene Öffnung, unter der sich abgestorbene, nicht fest miteinander verbundene Korkzellen befinden. Die Lentizellen können also als Atmungsorgane verstanden werden. Die Lentizellenfäule bildet sich um diese Lentizellen kreisförmig aus.

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Symptome

Symptome eines Befalls zeigen sich durch Flecken auf den Früchten, die sich um die Lentizellen herum bilden. Die Flecken können sehr zahlreich auf einer Frucht auftreten und zeigen sich als braune, etwas eingesunkene Stellen mit einem Durchmesser von 1 bis 3 cm. Die Flecken sind fest und trocken und reichen kegelförmig ins Fruchtfleisch hinein und gehen im Verlauf der Krankheit in Fäulnis über. Ein völliges Durchfaulen des gesamten Apfels unterbleibt aber. Die befallenen Früchte schmecken dann bitter; Daher stammt die Bezeichnung Bitterfäule. Die Infektion erfolgt bereits vor der Ernte durch Konidien. Konidien sind ungeschlechtlich gebildete Ausbreitungsorgane höherer Pilze und können von Zweigstummeln, Fruchtkuchen, Blattnarben, Schnittwunden, Schnittholz, Pflückwunden, Frostplatten, Rindenbrand, Unkräutern oder Fruchtmumien stammen. Die Infektion der Lentizellen( daher die bezeichung Lentizellenfäule) erfolgt bereits in den Anlagen der Frucht und ist während der gesamten Fruchtwachstumsperiode möglich. Hohe Luftfeuchte und lange Blattnasszeiten fördern die Infektion. Im Kühllager können sich die ersten Symptome ab Januar zeigen, wenn die Früchte ein bestimmtes Reifestadium erreicht haben. Lange Lagerzeiten erhöhen das Befallsrisiko, das im CA- bzw. ULO-Lager jedoch gesenkt werden kann.

Symptome der verschiedenen Gloeosporium-Arten

Je nach Art des Gloeosporium-Pilzes entwickeln sich auf den Faulstellen der Früchte unterschiedlich gefärbte Sporenlager.

  • Beim Befall durch Gloeosporium album zeigen sich langsam wachsende kreisrunde, feste und hellbraune faule Stellen. Unter feuchten Bedingungen bilden sich weiß bis rosafarbene Sporenbehälter.
  • Beim Befall durch Gloeosporium perennans ist die Faulstelle hell bis orangebraun gefärbt. Am Rand zeigt die Faulstelle eine dunkle Grauzone und bildet grau bis gelb-weiße Sporenlager.
  • Beim Befall durch Gloeosporium fructigenum entstehen dunkelbraune bis schwarzfleckige Faulstellen auf denen sich hell bis rot gefärbten Sporenlagern bilden.


Bekämpfung

Beim konventionellen Anbau von Äpfeln können Fungizide zur Bekämpfung der Gloeosporium-Fruchtfäule eingesetzt werden. Beim Biologisch-dynamischen Anbau hingegen gibt es keine ausreichend wirksamen Präparate. Hier können die Früchte lediglich mit einer Heißwasserbehandlung direkt im Anschluss an die Ernte behandelt werden; Was auch zu guten Ergebnissen führt.


Pflanzenkrankheiten durch Pilze verursacht

Weitere Pflanzenkrankheiten die durch Pilze verursacht werden sind beispielsweise Brennfleckenkrankheit, Kernhausfäule, Grünfäule, Schwarzfäule, Braune Bitterfäule, Trockenfäule, Sklerotienfäule, Edelfäule (Weinreben) sowie Grauschimmelfäule oder auch Graufäule bzw. Grauschimmel genannt, die Gemüse, Obst und Rebsorten befallen kann.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Äpfel können befallen werden von Bitterfäule



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 » Lebensmittelchemie
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 » Der große Larousse Gastronomique
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 » Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 » Lebensmittel-Lexikon