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Biologischer Anbau

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Der biologische Anbau verzichtet vollkommen auf moderne Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger. Im Vordergrund steht hier die Vermeidung von Umweltbelastungen für Natur und Anbauprodukt. Ein weiteres wichtiges Merkmal für den biologischen Anbau ist die Beachtung der Fruchtfolgen. Demnach wird frühestens alle 5 Jahre die gleiche Pflanze auf einem Acker angebaut. Alles in allem steckt in der biologischen Landwirtschaft sehr viel Know-how und Arbeit, welches sich im Preis der Produkte widerspiegelt. Zudem ist im Allgemeinen die Produktivität des biologischen Anbaus etwas geringer als bei den anderen Anbaumethoden.

Ein biologisch geführter Bauernhof ist ein lebender Organismus. Er spiegelt die Natur in seiner Vielfalt wider. Wiesen, Wälder, Weiden, Äcker, Viehbestand, Gemüse- und Obstanbau sollten möglichst vielfältig sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Tiere. Es dürfen nur so viele Tiere auf einem Hof leben, wie vom Hof selbst versorgt werden können. Gleichzeitig muss der kompostierte, von den Tieren erzeugte Mist ausreichen, um das Land des Hofs mit Dünger und Humus zu versorgen, so dass kein zusätzlicher Dünger zugekauft werden muss.

Im biologischen Anbau finden sich zwei Hauptrichtungen: der biologisch-dynamische und der organisch-biologische Landbau.

Biologisch-dynamisch
Die biologisch-dynamische Landbewirtung wurde von Rudolf Steiner ins Leben gerufen. Sie gründet sich auf seiner anthroposophischen Lehre. 1924 hielt er, nach einer Einladung von Carl Graf Keyserling, auf einem Gut bei Breslau eine Reihe von Vorträgen über biologisch-dynamische Landwirtschaft, den so genannten "landwirtschaftlichen Kurs". Diese Vortragsreihe gilt als Geburtsstunde der biologischen Landwirtschaft.

Organisch-biologisch
Die organisch-biologische Landwirtschaft wurde von dem Schweizer Hans Müller, seiner Frau Maria und dem Deutschen Hans-Peter Rusch ab 1951 entwickelt. Diese Anbaumethode basiert ausschließlich auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Wie beim biologisch-dynamischen Landbau ist für Kunstdünger und Pestizide kein Platz. Im Gegensatz zum biologisch-dynamischen Landbau werden die Felder bei organisch-biologisch geführten Höfen nicht gepflügt, sondern nur gelockert. So werden die verschiedenen Bodenschichten nicht "durcheinander" gebracht und Bodenflora und -fauna bleiben an ihren Wirkplätzen.

Ein gesunder und fruchtbarer Boden ist im ökologischen Landbau sehr wichtig. Dies wird einerseits durch die im Boden lebenden Tiere und Organismen und andererseits durch ein reichhaltiges Mineral- und Nährstoffaufkommen gewährleistet. Die Bodenbearbeitung wird darum nach dem Prinzip der Bodenerhaltung bzw. Bodenpflege betrieben. Der Boden wird tief gelockert und flach gewendet - die Bodenflora und -fauna bleiben so in ihrer Schicht, in der sie wirken. Mulchen und das sogenannte Gründüngen führen dem Boden die notwendigen Mineral- und Nährstoffe zu, die durch die angebauten Pflanzen entzogen worden sind. Bei der Bodenpflege kommt es zudem auf eine vielseitige Fruchtfolge an. Auf den Feldern wechseln sich im Jahresrhythmus genau auf den Boden abgestimmte Nutzpflanzen ab. Feldgemüse, Getreide, Hackfrüchte (wie Kartoffeln und Futterrüben) und Leguminosen (Hülsenfrüchte) werden so im Wechsel angebaut. Der Fruchtwechsel beugt einer einseitigen Bodennutzung und somit einer Mineral- und Nährstoffauslaugung vor. Gleichzeitig stehen dem Vieh verschiedene Futterquellen zur Verfügung.

Damit kann der Bio-Bauer von einem geschlossenen Kreislauf sprechen: Die Tiere düngen den Boden, der Boden spendet den Pflanzen die notwendigen Nährstoffe, die Pflanzen ernähren die Tiere.








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