Montansäureester, Montanwachs, E 912


Englisch: Montan acid esters, Montan wax
Französisch: Esters d'acide montanique
Italienisch: Esteri dell'acido montan
Spanisch: ésteres de ácido montánico


Inhaltsverzeichnis

Montansäureester ist ein Lebensmittelzusatzstoff und trägt die europäische Zulassungsnummer E 912. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln können Montansäureester auch als Montanwachs und unter der E-Nummer 912 deklariert sein. In der Lebensmittelindustrie werden Montansäureester in der Funktionsklasse der Überzugsmittel und Trennmittel geführt.

Montansäureester werden der Stoffgruppe der Erdpeche und Bitumen zugeordnet. Sie werden aus dem in Braunkohle vorkommenden Montanwachs gewonnen. Nach der Aufbereitung liegt ein Wachs vor, das sich durch seine helle Farbe, Härte und gute Polierbarkeit auszeichnet. Das fossile Pflanzenwachs wird in der Lebensmittelindustrie in erster Linie für die Oberflächenbehandlungsmittel von Früchten eingesetzt. Das Wachs soll die Früchte vor dem Austrocknen und somit einem schnelleren Verderb schützen. Früchte, die mit Montansäureestern behandelt wurden, müssen den Hinweis "gewachst" tragen.


Verwendung von Montansäureester

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Montansäureester dürfen nur für bestimmte Lebensmittel eingesetzt werden. Eine Höchstmengenbeschränkung hat der Gesetzgeber für E 912 nicht festgelegt. Die Lebensmittelindustrie darf diesen Lebensmittelzusatzstoff bis quantum satis zusetzen. Quantum satis bedeutet in etwa "bis zur ausreichenden Menge". Der Zusatzstoff darf daher in der Menge verwendet werden, die notwendig ist, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Zugelassen sind Montansäureester nur für die Oberflächenbehandlung von Früchten wie Melonen, Papayas, Avocados, Zitrusfrüchten und Ananas.


Herstellung von Montansäureester

Um die Ester der Montansäure zu gewinnen, wird Rohmontanwachs aufbereitet. Rohmontanwachs kommt in Braunkohle vor. Es handelt sich bei diesem Wachs um eine helle, harte Substanz, die in der Lebensmittelindustrie aufgrund ihrer schützenden Eigenschaften und guten Polierbarkeit genutzt wird. Für die Gewinnung von Rohmontanwachs eignet sich nur Braunkohle, die überwiegend aus wachshaltigen Pflanzen hervorgegangen ist. Ein solches Braunkohlevorkommen gibt es in Sachsen-Anhalt. Um unerwünschte Begleitstoffe aus dem Montanwachs zu entfernen, wird eine Oxidation mithilfe von Chromschwefelsäure herbeigeführt. Die so erzeugten Montansäuren werden anschließend mit chemischen Substanzen verestert.


Montansäureester: Gesundheitliche Risiken

E 912 wurde als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Ein ADI-Wert wurde für diesen Zusatzstoff daher nicht festgelegt. Montansäureester werden in erster Linie für die Behandlung von Früchten verwendet, deren Schale nicht zum Verzehr geeignet ist. Sie bleiben daher außen auf der Schale und werden in der Regel nicht mitverzehrt. Es wird diskutiert, E 912 aufgrund fehlender toxikologischer Untersuchungen aus den in der Europäischen Union zugelassenen Zusatzstoffen zu streichen.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Montansäureester besitzt keine Empfehlung für einen ADI-Wert
  • Montansäureester ist ein Lebensmittelzusatzstoff, Überzugsmittel, Trennmittel, Oberflächenbehandlungsmittel
  • Montansäureester ist einsetzbar bis quantum satis
  • Montansäureester wird hergestellt aus Chromschwefelsäure
  • Montansäureester wird verwendet für Früchte, Melonen, Papaya, Avocados, Zitrusfrüchte, Ananas



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben