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Walderdbeere, Monateserdbeere, Buscherdbeere



Wissenschaftliche Bezeichnung: Fragaria vesca
Tschechisch: jahoda obecná
Englisch: european strawberry, alpine strawberry, wild strawberry, woodland strawberry, carpathian strawberry
Finnisch: ahomansikka
Französisch: fraisier des bois
Spanisch: fresa salvaje, frutilla silvestre
Italienisch: fragola di bosco
Schwedisch: smultron
Polnisch: poziomka, erdei szamóca
Portugiesisch: morango silvestre


Inhaltsverzeichnis

© Dudarev Mikhail / fotolia.com



Die Walderdbeere (bot.: Fragaria vesca) wird auch Buscherdbeere genannt und ist eine Gattung in der Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (bot.: Rosaceae), die zu der Ordnung der Rosenartigen (bot.: Rosales) gehört. Die Wald-Erdbeere ist mit Kirschen, Äpfeln  oder Quitten verwand, die ebenfalls zur Familie der Rosengewächse gehören. Beheimatet ist die Walderdbeere in weiten Teilen Europas und Nordasiens.

Die Walderdbeere ist kleiner als die Gartenerdbeere , die Walderdbeer-Pflanze wächst nur 5 bis 25 cm hoch. Die Laubblätter der wintergrünen, mehrjährig krautigen Pflanze stehen in einer grundständigen Rosette zusammen. Sie kann bis zu 2 m lange Ausläufer bilden. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni. Die Stängel tragen jeweils nur wenige Blüten. Aus den Blüten bilden sich im Laufe des Sommers kleine Früchte.

Gemeinsames Merkmal aller Arten der Gattung Fragaria sind dreiteilige Blätter, Blüten mit fünfzähliger Blütenhülle, also fünf Kronblätter sowie viele Staub- und Fruchtblätter.

Sonnige bis absonnige Standorte in lichten Laub- und Nadelwäldern sowie entlang der Waldränder bevorzugt die Wald-Erdbeere. Gute Bedingungen für ein optimales Wachstum findet die Pflanze auf feuchten, jedoch gut durchlässigen, nährstoff- und humusreichen Böden.


Monatsbeere

Aus Züchtungen der wilden Walderdbeere ging ihre Kulturform hervor, die auch als Monatserdbeere bekannt ist. Die Monatserdbeeren sind dauertragende Sorten mit und ohne Ausläufer und haben gegenüber der gewöhnlichen Walderdbeere eine verlängerte Blütezeit, die bis in den Spätherbst hinein mit Einsetzen des Frosts Früchte tragen können. Die Früchte der Monatserdbeeren sind deutlich größer als die der gewöhnlichen Walderdbeere.


Importe

Walderdbeeren (ohne Stiel und Kelch) werden hauptsächlich aus Frankreich in der Zeit von Juli bis September und aus Spanien von November bis Februar nach Deutschland importiert.


Verwendung



Die Walderdbeeren können frisch genau so wie die Erdbeere  verwendet werden. Bei der Zubereitung von länger erhitzten Walderdbeeren kann sich jedoch ein bitterer Geschmack entwickeln. Die auf den Früchten sitzenden kleinen Nüsschen (Samen) enthalten Bitterstoffe, die beim Erhitzen freigesetzt werden. Konfitüre, die ausschließlich aus Walderdbeeren hergestellt wurde, kann darum bitter schmecken. Waldbeeren eignen sich daher eher zum aromatisieren von Konfitüre.


Inhaltsstoffe

Erdbeerblätter enthalten 5 bis 10 % kondensierte Gerbstoffe, die vor allem in der Wurzel und in älteren Blättern enthalten sind. Zu diesen Gerbstoffen zählen vor allem Pedunculagin und Agrimoniin. Beide Stoffe gehören zu den Ellagitanninen Darüber hinaus enthalten die Blätter oligomere Proanthocyanidine. sowie Flavonoide wie beispielsweise Leukoanthocyane und Rutin. Rutin ist ein Glycosid des Quercetin. Weitere Bestandteile der Erdbeerblätter sind so genannte phenolische Säuren. Hierzu zählen etwa Salicylsäure, Zimtsäure, Kaffeesäure, Chlorogensäure und Phenolcarbonsäuren.


Gesundheitliche Aspekte

Wie bei der Gartenerdbeere kann bei empfindlichen Menschen auch bei der Walderdbeere eine Erdbeerallergie auftreten.

In der Volksmedizin wird die Walderdbeere vor allem aufgrund des Gerbstoffgehaltes ihrer Blätter als Heilmittel geschätzt. Begründet wird die Heilwirkung wegen ihrer adstringierenden Wirkung. Die Erdbeerblätter dienen als Heilmittel bei Durchfall und werden zum Gurgeln bei Entzündungen des Halses, der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches verabreicht. Aufgrund der adstringierenden Wirkung der enthaltenen Gerbstoffe erscheint diese Verwendung plausibel.
Zudem soll eine diuretische Wirkung, also eine harntreibende Wirkung gegeben sein. Diese Wirkung ist in pharmakologischen Untersuchen jedoch nicht bestätigt worden.

Der Inhaltsstoff Rutin, ein Farbstoff, der der Erdbeerpflanze als Schutz gegen UV-Strahlung dient, besitzt wie viele andere Flavonoide eine nachweisliche antioxidative Wirkungen, die sich insbesondere auf Blutgefäße und den Darm positive auswirken soll.

Die jüngeren Erdbeerblätter werden auch als Ersatz für Schwarzen Tee verwendet.

Erdbeerblätter können bei empfindlichen Menschen ebenso wie die Früchte der Erdbeeren Allergien auslösen. Darum ist bei der Anwendung von Erdbeerblättern Vorsicht geboten. Vor der Anwendung sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. Für die Anwendung von Erdbeerblätter während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Auch für eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren reichen die erworbenen Erkenntnisse nicht aus.


Ähnliche Früchte

Die der einheimischen Wald-Erdbeere zum Verwechseln ähnlich aussehende Scheinerdbeere (bot.: Potentilla indica) ist ein Fingerkraut und stammt ursprünglich aus Asien. Die Scheinerdbeere wurde aufgrund ihrer goldgelben Blüten und den roten Früchten vielfach in botanischen Gärten als Zierpflanze angepflanzt. Die Pflanze ist teilweise verwildert. Ihre Früchte sehen der Walderdbeere sehr ähnlich. Darum wird sie häufig mit ihr verwechselt. Die Früchte sind nicht giftig, schmecken aber wenig aromatisch.

Die Walderdbeere sieht zudem der Moschus-Erdbeere (bot.: Fragaria moschata) sehr ähnlich. Die Moschus-Erdbeere gehört wie die Walderdbeere zu den Rosengewächsen und bildet ebenso aromatische Früchte aus. Jedoch wird die Moschus-Erdbeere nur noch in Italien, in der Umgebung Mailands in nennenswertem Umfang angebaut.



Zusammenfassung und Kurzinfos



Quellen








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