Tannia, Malanga, Tania


Wissenschaftliche Bezeichnung: Xanthosoma sagittifolium
Englisch: New cocoyam, Yellow yautia, Yautia
Französisch: Calalou, Chou caraibe, Tanier
Spanisch: Xanthosoma sagittifolium
Portugiesisch: Okumo


Inhaltsverzeichnis
t0000220-86.358244365362

© Jack Kunnen / fotolia.com

Die Tannia, Tania oder auch Malanga gehört zu der botanischen Familie der Aronstabgewächse (bot.: Araceae). Sie ist eng mit der Taro verwandt. Ihre Heimat ist das tropische Südamerika und die Karibik. Mit den weißen Eroberern, den Spaniern und Portugiesen wurde die Tannia vermutlich nach Europa gebracht. Nach Ghana (Westafrika), wo schon die Taro bekannt war, gelangte die Tannia um 1840. Dort nannte man sie, wegen ihrer großen Ähnlichkeit mit der Taropflanze auch New Cocoyum. Heute wird die Tannia mit wirtschaftlicher Bedeutung in der Karibik, in Zentral- und Südamerika, in Westafrika und in den tropischen Gebieten Asiens angebaut. In Südamerika, insbesondere in Venezuela wird sie Okumo genannt.


Pflanzenbeschreibung

Tannia ist mit der ihr eng verwandten Taro sehr ähnlich. Sie ist eine mehrjährige, krautige Staude, die bis zu 2,5 Meter groß werden kann. Ihre hellgrünen Blätter sehen wie Pfeilspitzen aus und sitzen auf bis zu 1 Meter langen Stielen. Zwischen 8 und 14 Monaten braucht die Pflanze, um die stärkereiche Hauptknolle mit ihren Nebenknollen voll entwickeln zu können. Das Knollenfruchtfleisch ist je nach Sorte gelb, weißlich oder rosa gefärbt. Zwischen den verschiedenen Typen der Tannia unterscheiden die Botaniker sogar eigenständige Arten. Genannt seien hier nur Xanthosoma atrovirens und Xanthosoma nigrum genannt.


Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe der Tannia-Knollen gleichen sich weitgehend mit denen der Taro-Knollen. Lediglich der Stärkeanteil der Tannia ist etwas höher. Wie die Taro-Knollen besitzten auch die Tannia-Knollen die schleimhautreizenden Kristalle Calciumoxalat. Die kristallinen Ablagerungen werden auch als Kristallsand bezeichnet. Der Kristallsand ist noch schwerlöslicher in den Zellen als bei der Taro-Knollen. Calciumoxalat ist so aggressiv, dass schon bei der Ernte schmerzhafte Brennreizungen der Schleimhäute hervorgerufen werden können.

Reife Tannia-Knollen erkennt man am Zustand der Blätter, den so genannten Basalblättern, die am "Grund" wachsen. Das sind helle Blätter, wenn sie sich gelb färben und gleichzeitig den Boden, der die Knollen bedeckt, aufplatzt sind die Rhizome reif. Da die Tannia-Knollen außerhalb der Erde nur begrenzt haltbar sind, werden im Bestfall nur so viele Knollen geerntet, wie für den aktuellen Verzehr benötigt werden. Falls man die Knollen doch etwas länger lagern möchte, sind 7 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent optimal.


Verwendung

t0000220-86.358244365362

© Jack Kunnen / fotolia.com

Bei der Tannia werden nur die kleineren Nebenknollen gegessen, die Hauptknollen dienen ausschließlich als Viehfutter, und werden meist in der Schweinezucht verwendet. Die Knollen können gekocht, gebacken, geröstet oder frittiert werden. Sie lassen sich ähnlich vielfältig wie die Kartoffeln verarbeiten. Aus trockenen, geschälten Knollen wird Mehl hergestellt. Das Mehl dient zum Backen von Biskuits und Brot. Auch die jungen Blätter der Tannia werden, wie bei den Taro als frisches Gemüse zubereitet. Es gibt sogar Tanniasorten, die nur sehr wenig Knollen bilden und nur für den Anbau von Blattgemüse bestimmt sind. Abschließend ist zu erwähnen, dass Speisen und Produkte aus Tannia im allgemeinen als qualitativ hochwertiger angesehen werden, als die aus Taro.



Zusammenfassung und Kurzinfos

  • Tannia eignet sich zum Kochen, Backen, Rösten, Frittieren
  • Tannia enthält viel Calciumoxalat
  • Tannia gehört zur Familie der Aronstabgewächse
  • Tannia ist ein Gemüse, Wurzelgemüse, Knollengemüse
  • Tannia ist verwandt mit Taro



Quellen


  • Hans-Georg Levin, Elisabeth Lange und Christian Teubner: Das große Buch der Gemüse aus aller Welt. Gräfe & Unzer, 1999 » Das große Buch der Gemüse aus aller Welt