Kerbel, Kräutel, Körbelkraut, Gartenkerbel, Suppenkraut, Küchenkraut


Wissenschaftliche Bezeichnung: Anthriscus cerefolium var. cerefolium
Englisch: Garden chervil
Französisch: Cerfeuil
Spanisch: Perifollo, Cerafolio
Italienisch: Cerfoglio


Inhaltsverzeichnis
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© Frank Massholder / foodlexicon.org

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Kerbel oder Gartenkerbel zählt zu den Kräutern und gehört zu den Doldenblütlern (bot.: Apiaceae, Umbrelliferae). Kerbel ist mit Petersilie und Karotten verwandt. Er besitzt ähnlich der Petersilie, aber wesentlich zarter als diese, reich gefiederte Blätter von zartem Grün an dünnen, hohlen Stängeln und kleine, weiße Blüten. Kerbel verbreitet einen aromatischen Duft, den er seinem Reichtum an ätherischen Ölen verdankt. Kerbel stammt ursprünglich aus West- und Südostasien und ist heute in Europa, Asien, Nordafrika sowie Nord- und Südamerika verbreitet.

Man findet ihn als Kulturflüchtling auch in freier Wildbahn, sollte ihn aber wegen der Verwechslungsgefahr mit anderen, giftigen Doldenblütlern nicht wild sammeln. Frisch im Handel ist er im Frühjahr ab April eines der ersten Kräuter im Handel und verschwindet meist wieder Ende Juni. Er lässt sich aber im Garten noch bis in den Herbst kultivieren. Kerbel verliert durch die Blüte an Aroma und sollte daher vor der Blüte geerntet werden.

Der als verdauungsfördernd geltende Kerbel ist neben Estragon, Petersilie und Schnittlauch der Bestandteil der Fines Herbes und gehört zu den sieben Kräutern der Frankfurter Grünen Sauce. Man verwendet ihn für zahlreiche Gerichte wie beispielsweise Kerbelsuppe oder mischt ihn unter Salate. Er passt wegen seines reichen, selten vorschmeckenden Aromas sehr gut zu Fisch und Geflügel. Darüber hinaus wird er bei der Zubereitung von Saucen (sowohl hellen als auch dunklen Saucen) verwendet, die zu Rindfleisch gereicht werden. Er eignet sich hervorragend zur Garnierung aller möglichen Speisen, wo auch sein Duft gut zur Geltung kommt.

Verwendet werden meist die Blätter. Die aromareichen Stängeln und seine Wurzel werden meist in einer Suppe ausgekocht. Die feinen Kerbelblätter sind sehr empfindlich. Darum sollten sie in warmen Gerichten erst kurz vor dem Servieren zugegeben werden. Sonst werden die zarten Blätter welk und verfärben sich braun.

Kerbel eignet sich kaum zum Trocknen. Beim Einfrieren verliert er viel Aroma. Wer das typische Aroma konservieren will, setzt am besten einen Kräuteressig mit Weißweinessig oder Apfelessig an.



Kalorien, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe pro 100 g/ml

Kerbel: Hauptnährstoffe
Kalorien (kcal/kj): 48/201
Kohlenhydrateinheiten (KE, KHE): 0,6
Broteinheiten (BE): 0,5
Kohlenhydrate: 6,200 g
Ballaststoffe: 5,300 g
Eiweiß: 4,100 g
Wasser: 800,54 g
Fett: 0,600 g
MFU: 0,398 g
Cholesterin: 0,0 mg

Kerbel: Vitamine
Retinol: 917 µg
Thiamin: 0,125 mg
Riboflavin: 0,340 mg
Niacin: 1,5 mg
Pyridoxin: 0,026 mg
Ascorbin: 3,5 mg
Tocopherol: 1,5 mg

Kerbel: Mineralstoffe
Natrium: 10 mg
Kalium: 597 mg
Calcium: 400 mg
Phosphor: 30 mg
Magnesium: 34 mg
Eisen: 01 mg

Legende: kcl = Kilokalorie (1 kcal = 4.184 kJ), kj = Kilojoule, g = Gramm, mg = Milligramm (1 mg = 0.001 g), µg = Mikrogramm (1 µg = 0.001 mg), Mengenangaben: "*" = keine Daten vorhanden "+" = in Spuren enthalten, "0" = keine Daten oder praktisch nicht vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr!



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 » Lebensmittelchemie
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 » Der große Larousse Gastronomique
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 » Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 » Lebensmittel-Lexikon