Ammoniumphosphatide, Ammonphosphatide, E 442


Englisch: Ammonium phophatides
Französisch: Phophatides d'ammonium
Italienisch: Fosfatidi di ammonio
Spanisch: Fosfátidos de amonio


Inhaltsverzeichnis

Ammoniumphosphatide sind Lebensmittelzusatzstoffe und werden unter der europäischen Zulassungsnummer E 442 zusammengefasst. Auf der Zutatenliste von Lebensmitteln können sie auch als Ammonphosphatide deklariert sein. In der Lebensmittelindustrie werden Ammoniumphosphatide in der Funktionsklasse der Emulgatoren geführt.

Bei Ammoniumphosphatiden handelt es sich um Ammoniumsalze der Phosphatidsäure. Dieser Zusatzstoff entsteht durch die Veresterung von Phosphorsäuren, Fettsäuren und Glycerin. Ammoniumphosphatide können unterschiedlich zusammengesetzt sein. Sie eignen sich aufgrund ihrer Wirkung als Emulgator besonders gut, um fett- und wasserlösliche Substanzen miteinander zu verbinden und die Mischung stabil zu halten. Die Lebensmittelindustrie macht sich die Wirkung dieses Lebensmittelzusatzstoffes vor allem bei der Herstellung von Schokoladenerzeugnisse und Kakaoprodukten zunutze. Durch Zugabe von Ammoniumphosphatiden wird die Fließfähigkeit von Schokolade verbessert und so sind beispielsweise schöne, gleichmäßige Schokoladenüberzüge möglich. E 442 darf von der Lebensmittelindustrie nur für die Herstellung von Produkten aus Schokolade und Kakao verwendet werden. Ammoniumphosphatide können als Ersatz für Sojalecithin genutzt werden. Im Gegensatz zu Sojalecithin wird Ammoniumphosphatide nicht auf der Basis von Sojabohnen hergestellt und gilt somit als weniger allergiefördernd.


Verwendung

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Der Lebensmittelzusatzstoff Ammoniumphosphatide ist nicht für Lebensmittel allgemein zugelassen, sondern darf nur für bestimmte Lebensmittel bis zu einer genau vorgeschriebenen Höchstmenge verwendet werden.

Erlaubt ist E 442 ausschließlich für die Herstellung von Schokoladen- und Kakaoerzeugnissen. Die Höchstmenge für diesen Zusatzstoff liegt bei 10 g/kg.


Herstellung

Ammoniumphosphatide werden künstlich mithilfe eines chemischen Prozesses hergestellt. Als Ausgangsstoff dienen Speisefette. Die Speisefette werden mit gasförmigem Ammoniak und Phosphoroxiden (chemischer Verbindungen von Phosphor und Sauerstoff) zur Reaktion gebracht. In der Regel wird für die Herstellung dieses Zusatzstoffes pflanzliches Fett wie Rapsöl genutzt, die Verwendung tierischer Fette (beispielsweise vom Schwein) kann nicht ausgeschlossen werden.


Gesundheitliche Risiken durch Ammoniumphosphatide

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Ammoniumphosphatide in der in Lebensmitteln verwendeten Menge für den menschlichen Organismus ungefährlich sind. Der ADI-Wert wird mit 30 mg/kg Körpergewicht angegeben. Man vermutet, dass dieser Lebensmittelzusatzstoff im Organismus genau wie Speisefettsäuren abgebaut wird. Obwohl dieser Zusatzstoff im Allgemeinen als unbedenklich gilt, warnen Verbraucherschützer vor einem häufigen Verzehr. E 442 kann beispielsweise Magen-Darmbeschwerden verursachen. Die Auswirkungen dieser chemischen Substanz auf den Körper sind bislang wenig erforscht.



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben