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Schalenbräune


Englisch: Scald, Skin browning
Französisch: échaudure superficielle
Italienisch: Riscaldo superficiale


Inhaltsverzeichnis

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Die Schalenbräune oder Scald ist eine sehr häufige, physiologische, nicht-parasitäre Lagererkrankung der Fruchtschale von Kernobst wie Äpfeln und Birnen. Die Symptome sind fast ausschließlich auf die Schale beschränkt. In seltenen schweren Fällen ist ein Übergreifen auf das tiefer gelegene Zellgewebe möglich. Die Schalenbräune verursacht braune oder schwarze Flecken auf Fruchthaut, die während oder nach der Lagerung erscheinen. Die Flecken zeigen sich durch braune Sprenkelung oder breiten sich schlierenartig mit unregelmäßiger Flächenverteilung auf der Fruchtschale aus. Die Schale der braun verfärbten Stellen bekommen dabei eine trockene, raue, narbig-lederartige Struktur.
Die Schalenbräune kann leicht mit der Druckstellenverbräunung - die häufig beim Fallobst vorkommt - verwechselt werden.

Die Anfälligkeit für Schalenbräune fällt sortenbedingt unterschiedlich stark aus. Häufige Ursache sind bei Äpfeln insbesondere:



Formen der Schalenbräune

Nach den Ursachen der Schalenbräune werden verschiedene Befallssymptome unterschieden:



Gewöhnliche Schalenbräune, superficial scald

Bei der Gewöhnliche Schalenbräune oder auch superficial scald entstehen unregelmäßig flächige Bräunungen der äußeren Schalenschichten der Fruchtschale. Die Schale wird bei der Gewöhnlichen Schalenbräune trocken und rau bis narbig und lederartig. Von der Gewöhnlichen Schalenbräune sind nur das Gewebe der oberen Fruchtschale betroffen. Tiefer gelegenes Schalengewebe oder das Fruchtfleisch zeigt keine Symptome dieser nicht-parasitären Lagerkrankheit.
Die Gewöhnliche Schalenbräune entwickelt sich bei anfälligen Sorten erst nach drei bis vier Monaten im Lager. Sie tritt vor allem bei Sorten aus wärmeren Anbaugebieten auf. Hierzu zählen beispielsweise Granny Smith oder Red Delicious. In den gemäßigten Klimazonen können Jonagold, Berlepsch oder Melrose betroffen sein. Gala und Fuji gelten als mäßig anfällig. Nach der Entnahme der Äpfel aus dem Dauerlager kann es zeigen sich insbesondere bei Raumtemperaturen häufig Symptome der Gewöhnlichen Schalenbräune, die sich dann auch schnell ausbreiten können.



Altersschalenbräune, senescence scald

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Die Altersschalenbräune (en.: senescence scald) verläuft im Anfangsstadium ähnlich der Gewöhnlichen Schalenbräune. Je weiter die Krankheit fortgeschritten ist, desto intensiver bräunen die geschädigten Bereiche der Fruchtschale. Dabei breitet sich die Bräunung auch auf das Gewebe unter der Schale aus. Die Altersschalenbräune kann bei nahezu allen Sorten durch Überlagerung auftreten.



Weiche Schalenbräune, soft scald

Weiche Schalenbräune. Die Weiche Schalenbräune oder Senescence Scald ist eine physiologische, nicht-parasitäre Lagererkrankung der Fruchtschale von Äpfeln. Die Symptome zeigt sich durch eine kräftige Verfärbung der Schale. Die Betroffenen Stellen sind häufig leicht eingesunken. Die Weiche Fruchtschalenbräune kann bei Äpfeln entsteht, die im Lager zu schnell herabgekühlt wurden oder zu spät geerntet wurden. Weiche Schalenbräune. Soft Scald. Copyright: https://de.fotolia.com/33697093, Andrei

Die Weiche Schalenbräune (en.: soft scald) zeigt sich in einer kräftigen Verfärbung der Schale. Die befallenen Stellen können leicht bis deutlich einsinken. Die Krankheit erinnert manchmal an den Oberflächenfraßschäden durch Insekten. Zudem kann die Weiche Schalenbräune nach einiger Zeit auch auf das Gewebe unter der Schale, also auf das Fruchtfleisch übergehen.
Verursacht wird die Weiche Schalenbräune durch eine zu rasche Abkühlung oder einem zu späten Erntezeitpunkt der Äpfel. Die Sorten Pinova und Elstar sind anfällig für die Weiche Schalenbräune.

CO2 bedingte Schalenbräune, superficial CO2 injury)

An der Schattenseite des Apfels während der Reife am Baum, oder im Lager bei hellschaligen Sorten.



Ätzungsschalenbräune

Im Extremfall kann ein zu hoher Kohlendioxidgehalt zu Ätzungsschalenbräune führen.



Zusammenfassung und Kurzinfos



Quellen

  • Horst Böttcher: Handbuch der Lebensmitteltechnologie. Frischhaltung und Lagerung von Gemüse. Ulmer Verlag, 1996 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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