Gartenmelde, Spanischer Salat, Melde


Wissenschaftliche Bezeichnung: Atriplex hortensis
Englisch: Orache, Garden orache
Französisch: Arroche, Arroche épinard


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Gartenmelde: Herkunft und Geschichte

Die Gartenmelde gehört zu der botanischen Familie derGänsefußgewächse (bot.: Chenopodiaceae). Er ist in Süd-Osteuropa, im Kaukasus und Zentralasien bis nach Sibirien beheimatet. Schon die alten Griechen und Römer kannten die Gartenmelde. Sie war als Spinatpflanze bis in das 19. Jahrhundert geschätzt. Doch im Laufe der Zeit verdrängte der Spinat, der ebenfalls zu der Familie der Gänsefußgewächse gehört, die Melde fast vollständig. Trotzdem ist die Gartenmelde heute weltweit verbreitet. Die anspruchslose und robuste Pflanze, heute oft als Unkraut verschmäht, wächst als sogenannter Kulturfolger an Mauern, in Hecken und auf alten Schuttplätzen.


Gartenmelde: Pflanzenbeschreibung

Die Gartenmelde ist ein einjährig wachsendes Kraut. Je nach Sorte und Standort wird das Kraut bis zu zwei Meter groß. Kleinere Sorten erreichen nur eine Höhe von etwa 30 cm. Die Blattfarbe variiert ebenfalls je nach Sorte zwischen gelb, grün, rot und violett. Die Blätter sind im unteren Teil der Pflanze herzförmig-dreieckig und werden nach oben hin länglich-dreieckig und erinnern an leicht zusammengestauchte Pfeilspitzen. In der Blütezeit von Juli bis September entwickeln sich Blütenknäule, die rispen-, ähren- oder traubenförmig angeordnet sind. Sie blühen meist grünlich, rötlich oder bräunlich. Der botanische Gattungsname Atriplex stammt aus dem Lateinischen und bedeutet dreifach. Dies soll auf die dreieckige Form der Blätter hindeuten.

Die Bezeichnung Melde leitet sich evtl. von der milden, also zarten Blattbeschaffenheit der Pflanze ab. Möglicherweise deutet Melde aber auch auf die Unterseite der Blätter hin, die wie mit Mehl bestäubt aussehen.


Gartenmelde: Inhaltsstoffe

Die Gartenmelde enthält nennenswerte Mengen an Proteinen und Kohlenhydraten und den Mineralstoffen Calcium und Eisen. Zudem enthalten 100 g Blätter etwa 30 mg Vitamin C.


Gartenmelde: Anbau-Ernte-Lagerung

Der heutige Anbau beschränkt sich in Deutschland auf kleine regionale Märkte, wie z.B. im Rheinland (Rheinische Gartenmelde). Auch in seinen ursprünglich starken Anbaugebieten in Süd- und Mitteleuropa spielt die Gartenmelde im Anbau nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Anbau der Gartenmelde beschränkt sich weitgehend auf Haus- und Schrebergärten und dient meist nur zur Selbstversorgung.


Gartenmelde: Verwendung

Die Blätter der Gartenmelde sollten gut gewaschen werden, um so das Blattmehl zu entfernen. Danach eignen sie sich für frische Blattsalate oder beispielsweise als gebratenes Blattgemüse. Die Gatenmelde ist also ein Blattgemüse, das sich wie Spinat verwenden lässt.



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 » Lebensmittelchemie
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 » Der große Larousse Gastronomique
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 » Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 » Lebensmittel-Lexikon