Titandioxid, E 171


Englisch: Titanium dioxide
Französisch: Dioxide de titanium
Italienisch: Biossido di titanio
Spanisch: Bióxido de titanio


Inhaltsverzeichnis

Titan ist ein natürlich vorkommendes Metall. Das Oxid [1] des Titans ist Titanoxid. Es ist ein Lebensmittelfarbstoff, der die europäische Zulassungsnummer E 171 für Lebensmittelzusatzstoffe trägt. Titanoxid wird von der Lebensmittelindustrie als Farbstoff verwendet und verleiht Lebensmitteln eine strahlend weiße Farbe. Das Weiß wird durch eine vollständige Streuung des Lichtes an den Pigmentteilchen verursacht. In Mischung mit dem Farbstoff Eisenoxide (E 172) ergeben sich braune Farbtöne. Titanoxid ist jedoch nicht wasserlöslich, sondern verteilt sich lediglich sehr fein im jeweiligen Medium. Dabei verändert Titanoxid seine chemische Struktur nicht. Titanoxid ist lichtecht und nicht empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Säuren.


Herstellung von Titanoxid

Um Titanoxid herstellen zu können, wird Ilmenit (Titaneisen) benötigt. Das Titanoxid wird mittels einer chemischen Reaktion aus dem Ilmenit gewonnen. Ilmenit kommt in der Natur recht häufig vor und muss nicht künstlich hergestellt werden.


Verwendung von Titanoxid

Titanoxid ist grundsätzlich für alle Lebensmittel, denen Lebensmittelzusatzstoffe zugesetzt werden dürfen, erlaubt. Eine Beschränkung der Höchstmenge gibt es für Titanoxid nicht. Titanoxid wird für Überzüge, Dragees und Kaugummi verwendet. Titanoxid ist zudem ein wichtiges Weiß-Pigment in der Malerei und wird hier als Titanweiß vertrieben. Der Stoff ist zudem zur Einfärbung von Kosmetika und Arzneimitteln zugelassen.


Titanoxid: Gesundheitliche Risiken

Titanoxid gilt offiziell als unbedenklich für die Gesundheit. Ein ADI-Wert wurde für diesen Lebensmittelzusatzstoff nicht festgelegt. Titanoxid kann vom Körper nicht verdaut werden und wird so unverändert wieder ausgeschieden. Die EG-Öko-Verordnung sieht den Einsatz von Farbstoffen für Bio-Lebensmittel nicht vor. Jedoch gibt es auch Anzeichen dafür, dass Titanoxid karzinogene, also krebsfördernde Wirkung haben könnte. Zudem besteht die Möglichkeit, dass insbesondere wenn Titanoxid als Nanopartikel in einen Organismus gelangen sich negativ auf die Hirnentwicklung von Föten auswirken können. Auch die Proteinproduktion könnte durch Titanoxid in Nanogröße so veränderten werden, dass sie die Übersetzung der Erbgutinformation in Genen stört. U. a. sollen Gene betroffen sein, die bei neurologischen Störungen eine Rolle spielen.

[1] Ein Oxid ist eine Sauerstoff-Verbindung.



Quellen


  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 » Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben