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Himalayasalz


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Himalayasalz ist wie Kalaharisalz ein so genanntes Ursalz, das stark beworben und im Vergleich zu anderen Steinsalzen hochpreisig auf dem Markt angeboten wird.

Das Salz kommt aus einer der größten Abbaustätten Asiens in Pakistan, wo es bergmännisch in großer Menge gewonnen wird. Das Abbaugebiet gehört, da es östlich des Indusflusses liegt, geologisch schon zum Himalaya-Vorland, damit wird die Namensgebung begründet. Die Angaben zur hohen geschmacklichen Qualität sind weit überzogen. Die oft behaupteten reichen Mineraliengehalte halten einer Überprüfung in der Regel nicht stand. Das jeweils gewonnene Salz besteht wie jedes andere Salz aus etwa 97 bis 98 % Natriumchlorid. Die Zusammensetzung an weiteren Mineralien unterscheidet sich, so dass bei einer sensorischen Prüfung von Salzproben Unterschiede geschmeckt werden können. Verwendet man dagegen das Salz bestimmungsgemäß in kleinen Mengen zu einer Speise, so entfällt der geschmackliche Unterschied fast völlig. Der teilweise in der Werbung angedeutete gesundheitliche Nutzen ist nicht bewiesen. Des Weiteren wird mit dem Alter von beispielsweise 230 Millionen Jahren geworben, teilweise finden sich auch andere Angaben. Dies trifft im Rahmen der bekannten Genauigkeit zu, jedoch ist sie irreführend: Auch all andere Steinsalze wurden vor 200 bis 250 Millionen Jahren abgelagert. Mit dem Alter des Salzes hat das jedoch wenig zu tun, denn das Salz war zuvor ebenfalls Millionen von Jahren im Meerwasser gelöst, so wie das für heutiges Meersalz auch gilt. Darüber hinaus ist klar, dass die Qualität eines Salzes für Speisezwecke nicht primär davon abhängt, wann es aus einer wässrigen Lösung herausgetrocknet ist.



Quellen

  • Der Brockhaus Ernährung: Gesund essen - bewusst leben. Brockhaus, 2011 »
  • Reinhard Matissek, Werner Baltes: Lebensmittelchemie. Springer Spektrum, 2015 »
  • Der große Larousse Gastronomique. Christian, 2012 »
  • Hans-Joachim Rose: Die Küchenbibel: Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, 2007 »
  • Prof. Dr. Waldemar Ternes, Alfred Täufel: Lebensmittel-Lexikon. Behr's Verlag, 2005 »








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