Englisch: Sodium hydrogen sulphite Französisch: Sulfite acide de sodium Spanisch: Sulfito ácido de sodio Italienisch: Sodio bisolfito
Inhaltsverzeichnis
1. Wirkung von Natriumhydrogensulfit in Lebensmitteln
2. Herstellung von Natriumhydrogensulfit
3. Verwendung von Natriumhydrogensulfit
4. Die gesundheitlichen Risiken von Natriumhydrogensulfit
Bei Natriumhydrogensulfit handelt es sich um ein Salz der schwefligen Säure, also von Schwefeldioxid. Außerhalb von wässrigen Lösungen ist dieser Lebensmittelzusatzstoff nicht stabil. Natriumhydrogensulfit weist in Wasser gelöst stark bleichende, ätzende und reduzierende Eigenschaften auf. Zudem blockiert Natriumhydrogensulfit die Aktivität von bestimmten Enzymen. Die Lebensmittelindustrie macht sich die enzymblockierende Wirkung des Natriumhydrogensulfits zunutze. Natriumhydrogensulfit wirkt dem Abbau von Farbstoffen, Aromastoffen und Vitaminen in Lebensmitteln entgegen. Besonders gut wirkt dieser Lebensmittelzusatzstoff gegen die Braunfärbung (enzymatische Bräunung), weshalb er häufig in industriell zubereiteten Kartoffelprodukten wie Kartoffelbrei und Rösti zum Einsatz kommt. Da dieser Lebensmittelzusatzstoff Vitamin B1 (Thiamin) zerstören kann, darf er thiaminhaltigen Lebensmitteln nicht zugesetzt werden. Getreideprodukte, Milcherzeugnisse, Bier, Fruchtsäfte und Fleischwaren sollten daher nicht mit Natriumhydrogensulfit versetzt werden.
Natriumhydrogensulfit entsteht durch eine chemische Reaktion. Dabei wird schweflige Säure in Natronlauge eingeleitet. Anschließend wird die Lösung getrocknet und so in eine kristalline Form überführt.
Für den Lebensmittelzusatzstoff E 222 gelten die gleichen Zulassungsbedingungen wie auch für das Schwefeldioxid. Genau wie das Schwefeldioxid darf auch das Natriumhydrogensulfit bestimmten Lebensmitteln nur in bestimmter Menge zugesetzt werden.
Aufgrund seiner konservierenden, antioxidativen Wirkung wird Natriumhydrogensulfit bevorzugt in Lebensmitteln eingesetzt, die lange haltbar sein sollen. Wie andere schwefelhaltige Zusatzstoffe wird E 222 gerne für Kartoffelprodukte, Trockenobst, getrocknete Tomaten, getrocknetes Gemüse, tiefgefrorene Produkte, getrockneten Fisch, Fleischersatz und Fischersatz verwendet. Auch in Stärke, Graupen und Sago wird E 222 häufig eingesetzt. Bei der Weinherstellung werden Schwefeldioxid und die Salze der schwefligen Säure ebenfalls häufig verwendet.
Natriumhydrogensulfit ist zudem für den Einsatz in Kosmetika zugelassen.
Der ADI-Wert für das Natriumhydrogensulfit liegt bei 0,7 mg/kg Körpergewicht. Dieser Lebensmittelzusatzstoff wird in der Regel durch ein im menschlichen Körper vorhandenes Enzym abgebaut. Es gibt jedoch einige Menschen, die dieses Enzym nicht in ausreichender Menge besitzen, und auf den Verzehr schwefelhaltiger Lebensmittel mit Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen reagieren. Bei Asthmatikern, die empfindlich auf Sulfite reagieren, kann es durch den Verzehr dieses Lebensmittelzusatzstoffes zum sogenannten Sulfitasthma kommen. Schwefeldioxid und die Salze der schwefligen Säure führen relativ häufig zu Lebensmittelunverträglichkeiten und so wurden auch schon allergische und pseudoallergische Reaktionen beobachtet. Es wird empfohlen, diesen Lebensmittelzusatzstoff nicht zu häufig zu verzehren. Diese Empfehlung gilt insbesondere für Kinder.
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