Grauburgunder, grauer Burgunder oder Ruländer ist eine weiße Rebsorte, die in Österreich grauer Mönch, in der Schweiz Malvoisie und in Ungarn Szürkebarát genannt wird. Tokay d´Alsace ist eigentlich keine Rebsorte, sondern eine im Elsass früher und zum Teil trotz Verbot heute noch gebräuchliche Bezeichnung für Weine aus der Rebsorte Pinot gris.
In Deutschland nimmt die Anbaufläche für Grauburgunder einen verhältnismäßig kleinen Teil von etwa 3 % ein. Größtes deutsches Anbaugebiet ist Baden. In Frankreich wird der graue Burgunder überwiegend im Elsass angebaut. Darüber hinaus ist die Rebe in Norditalien, Österreich und Ungarn verbreitet.
Dieser Rebe gehört als Spätlese und Auslese zu den deutschen Spitzenweinen. Typische Aromen können Apfel, Birne, Ananas und Grapefruit sein, bei den Ruländer-typischen Weinen auch Honignoten.
Gen-Untersuchungen belegen, dass die Rebsorte durch eine Mutation aus der Rebe Spätburgunder (Pinot noir) entstanden ist. In Deutschland werden je nach Art des Ausbaus zwei grundverschiedene Weintypen aus Grauburgunder erzielt. Die Verwendung hochreifer, manchmal edelfauler Trauben führt zu extraktreichen, öligen Weinen mit wenig Säure und hohem Alkoholgehalt. Sie werden vor allem in Baden Ruländer-Weine genannt. Bei früherer Lese und Vermeidung von edelfaulen Bestandteilen entsteht entsprechend ein leichterer Wein mit dezenter Säure und guter Eignung zu einer Vielfalt von Speisen. Diese Weine werden dann zumeist nicht Ruländer sondern Grauburgunder-Weine genannt, obwohl es um die gleiche Rebsorte geht.