Unter dem Begriff Portugieser verbirgt sich eine rote
Rebsorte,
die entgegen ihrem Namen weder in Portugal noch in Spanien vorkommt.
Man geht davon aus, dass sie aus Südosteuropa, vor allem aus dem Donauraum stammt.
In Deutschland wurde sie um 1800 in Bad Dürkheim erstmals angebaut und nimmt heute
etwa 4,5 % der Rebfläche ein. Deutesche Hauptanbaugebiete sind vor allem die Pfalz
Rheinhessen. In Österreich wird der Portugieser Blaue Feslauertraube oder
Badener und in Ungarn Kékoportó genannt.
Wenn Winzer der Versuchung erliegen, hohe Hektarerträge
zu erzielen, liefert die Rebsorte einfache, frische Weine mit wenig Körper. Häufig
wird dazu die Einschätzung vertreten, dass es um
Schoppenweine
geht, ähnlich wie bei manchen
Trollingern
in Württemberg und dass diese
Weine
am besten zur Verwendung in einer
Schorle
taugen. Begrenzt man dagegen die Hektarerträge, so erhält man fruchtige Weine mittlerer
Qualität, zum Teil auch mit einem gewissen Lagerungspotenzial. Ein Hinweis auf die zu
erwartende mittlere Qualität ist auch, dass selbst Erzeuger und Vermarkter von "zurückhaltenden"
oder "dezenten"
Aromen
sprechen, oft ohne diese zu nennen. Gute Qualitäten haben einen Anklang von Waldbeer-
und Erdbeeraroma.