Der Pforzheimer Apotheker und Goldschmied Christian Ferdinand Oechsle
(* 26.12.1774 bei Baiersbronn, 17.03.1852 in Pforzheim),
Sohn des Bleiglasers Israel Oechsle. Ferdinand Oechsle entwickelte zusammen
mit seinem Sohn Christian Ludwig ein Messgerät, die
Oechslewaage,
um die Dichte und damit indirekt den Zuckergehalt von
Traubenmost
bestimmen zu können. Das
Mostgewichts
wird in Oechslegrad, Oechsle oder abgekürzt als °Oe angegeben. Oechslegrade
zeigen an wie viel Gramm 1 Liter
Most
mehr wiegt als 1 Liter Wasser. Wenn also ein Most 78 °Oe hat,
wiegt er 1078 Gramm.
Zur Messung des Zuckergehalts gibt es unterschiedliche Maßeinheiten.
Die Oechslegrade stellen in Deutschland, Luxemburg und in der Schweiz übliche
Messskala für das Mostgewicht von
Wein
dar. In Österreich werden stattdessen
°KMW
bzw.
Babo
verwendet. Als internationaler Standard bei Winzern (vorwiegend in
englischsprachigen Ländern) wird
Brix
bzw.
Balling,
zur Bestimmung des Zuckergehalts in Gewichtsprozent (%gew) verwendet
und in Frankreich und Spanien wird die Maßeinheit
Baumé
verwendet.
Die Formel, mit der man aus der Dichte in g/cm3 das Mostgewicht in Oechslegraden
bestimmt, also die Definition der Einheit "Grad Oechsle" mit Hilfe der
physikalischen Grundeinheiten lautet:
"°Oe = (Dichte g/cm3 * 1000) - 1000".
Hat also beispielsweise ein Most eine Dichte von 1,15 g/cm3, so ist das
Mostgewicht (1,15 * 1000) – 1000 = 150 °Oe.