Der aus dem Japanischen stammende Begriff Kokumi wird in der
Lebensmittelsensorik
in einer besonderen Bedeutung verwendet. Er bezeichnet ein stark ausgeprägtes
Mundgefühl und anhaltenden Geschmacksreichtum. Dem Laien ist dies von guten
Eintopfgerichten vertraut, so beispielsweise bei
Cassoulet
oder
Chili con carne
wenn Bohnenkerne zusammen mit
Fleisch
verarbeitet werden.
Kokumi ist kein eigenständiger
Geschmack
oder
Flavour,
vielmehr werden die von den Komponenten der Speise eingebrachten sensorischen
Beiträge in besonderer Weise abgewandelt empfunden. Man verwendet daher eher
die Bezeichnung Geschmacks-Modulator.
Nach deutschen Forschungen aus dem Jahr 2009 ist eine Klasse von Stoffen identifiziert
worden, die den kokumi-Effekt vermitteln können. Es handelt sich um
Gamma-l-Glutamyl-Dipeptide. Diese sind schon in Konzentrationen von einigen Mikromol
je Kilogramm wirksam. Die Untersuchungen wurden an Proben von gereiftem
Gouda
ausgeführt.